Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe des Bund Naturschutz im "Mail-Keller"

Vom Bahnhof bis zur Energiewende

Rosenheim - Ein wichtiges Thema ist für die Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) die natur- und umweltfreundliche Gestaltung des Bahnhofareals, betonte Vorsitzender Steffen Storandt bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus "Mail-Keller". Um der Rolle des Bahnhofs als Verkehrsknoten gerecht zu werden, seien weit mehr Fahrradstellplätze als im Wettbewerb gefordert, anzulegen.

Auch eine durchgehend befahrbare Überführung sei dringend notwendig.

Die zu vielen Kurzzeit-Parkplätze müssten durch einen besseren ÖPNV und eine stärkere Nutzung der Bahnhof-Südseite zum Bringen und Abholen vermindert werden. Für die Erhaltung des Baumbestandes am Südtiroler Platz hat der Verband über 5400 Unterschriften in weniger als drei Monaten gesammelt. Leider sei die Stadt von ihrer Zusicherung abgewichen, vor den im Frühjahr geplanten Ortsterminen mit den Bürgern keine Bäume zu fällen. Das Gelände in Richtung Brückenberg müsse in energetischer Hinsicht vorbildlich bebaut werden.

Zusammen mit anderen Vereinen und Verbänden hat die BN-Ortsgruppe das Umweltfest 2013 erfolgreich in Eigenregie durchgeführt und dabei eine Neuauflage des Bio-Einkaufsführers vorgestellt.

Deiche zurückverlegen statt erhöhen

Die aktuellen Notmaßnahmen zum Hochwasserschutz an der Mangfall sind aus Sicht des Verbandes nicht nur positiv zu bewerten: Statt dem Gewässer, wo immer möglich, mehr Raum durch Rückverlegung der Deiche zu geben, werde hauptsächlich auf deren Erhöhung gesetzt. Man verlasse sich auf den gesteuerten Polder bei Feldolling, der aber erst in vielen Jahren genutzt werden könne.

Im "falschen und verschwenderischen Umgang mit Flächen" im flächenkleinen Rosenheim sieht der Verband nach wie vor ein großes Problem. Mit der geplanten Bebauung der Baywa-Wiese würde - ähnlich wie beim Nahversorgungszentrum im Norden - nicht nur das grüne Tor zur Stadt zerstört, sondern auch neuer Verkehr verursacht und die bestehende Nahversorgung weiter ausgehöhlt.

Kritisch stehen die BN-Aktiven der Erweiterung der Firma Isoplus in Heilig Blut gegenüber: Statt ökologisch wertvolle Flächen an der Kalten zuzubauen und damit auch das benachbarte Wohngebiet zu entwerten, solle auf Alternativen wie das Gewerbegebiet am Oberfeld gesetzt werden. Welch geringen Stellenwert die Bürgerbeteiligung hierbei habe, zeige die Rodung schon vor Ende des Verfahrens zur Flächennutzungsplanänderung.

Manfred Maier, Rosenheims neuer Klimaschutz-Manager, ging in seinem Vortrag auf das einstimmig vom Stadtrat beschlossene "Integrierte Energie-, Klima- und Umweltschutzkonzept" ein. Dieses sieht durch Mobilisierung von Einspar-, Effizienz- und Erzeugungspotenzialen im Bereich der regenerativen Energien eine Reduktion der CO2-Emission bis 2025 um mindestens 40 Prozent gegenüber 2010 vor. Maier ist dabei, den Maßnahmenkatalog Schritt für Schritt umzusetzen. Große Möglichkeiten ergäben sich insbesondere bei der Sanierung von Wohngebäuden. Die Verkehrsvermeidung und -verlagerung sei ebenfalls wichtig, zum Beispiel durch einen attraktiveren ÖPNV, bessere Radverkehrsanlagen und Carsharing. Viele Fragen zeigten, dass der Vortrag bei den Zuhörern auf großes Interesse gestoßen war. re

Kommentare