Badeschlappen überführen Dieb: 31-Jähriger beim Parfümklau im Rosenheimer Kaufhaus erwischt

Eine Labormitarbeiterin separiert im DNA-Labor des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA)in München (Bayern) DNA-Proben. Eine derartige Probe brachte die Polizei auf die Spur eines Diebes. dpa
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Eine Labormitarbeiterin separiert im DNA-Labor des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA)in München (Bayern) DNA-Proben. Eine derartige Probe brachte die Polizei auf die Spur eines Diebes. dpa

Das Schöffengericht Rosenheim unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Fiedler hatte sich trotz der Corona-Pandemie jetzt mit einem kosovarischen Wiederholungstäter zu befassen. Einziges Anzeichen für den grassierenden Virus: Richter und Schöffen saßen deutlich weiter auseinander also sonst am Richtertisch.

Rosenheim – Am 28. Juni 2019 ertappte der Hausdetektiv im Rosenheimer Kaufhaus Karstadt einen jungen Mann, der dabei war teure Parfums in einer Tasche zu „sammeln“. Als er den Mann darauf hin ansprach warf der die Tasche weg – eine präparierte Diebestasche – und um schneller fliehen zu können auch seine Badeschlappen von den Füßen. Eine Polizeistreife nahm die Verfolgung auf. Der konnte er aber entwischen.

Mit 16 Karriere als Dieb begonnen

Von seinen Badeschlappen konnten die Ermittler aber DNA-Spuren nehmen – und siehe da, der Mann war bereits registriert.

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Denn bereits mit 16 hatte der 31-jährige Kosovare seine Karriere als Dieb begonnen. Dazu kam alsbald auch eine „Drogen-Karriere“ hinzu. Beides brachte ihn inzwischen sechs mal vor den Kadi und vier Mal ins Gefängnis.

Im Januar aus der Haft entlassen, im Juni bereits rückfällig

Von Erding zog er dann nach Rosenheim, wo ihm – voraus gesetzt er würde einen ordentlichen Lebenswandel beginnen – sein Onkel Arbeit und Wohnung verschaffte. Jedoch wurde er dem Vertrauen, das der Onkel in ihn gesetzt hatte, keineswegs gerecht. Erst im Januar 2019 aus der Haft entlassen wurde er im Juni bereits wieder rückfällig.

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Darüber hinaus erwartet ihn ein weiteres Verfahren in München. Selbst die Androhung der Ausländerbehörde vor einem Jahr, ihn bei weiteren Straftaten aus Deutschland auszuweisen, machte wohl wenig Eindruck auf den 31-Jährigen.

Aussetzung der Bewährung nicht möglich

Zwar gestand er den Diebstahl unumwunden ein. Was jedoch das Gericht wenig beeindruckte. Denn auf Grund der DNA war ihm die Tat auch so zweifelsfrei zuzuordnen.

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Die Staatsanwältin beantragte dann insbesondere wegen der hohen Rückfallgeschwindigkeit und des gewerbsmäßigen Handelns, den Kosovaren zu einer Haftstrafe von 18 Monaten zu verurteilen. Eine Aussetzung zur Bewährung sei aufgrund der Vorahndungen hier unmöglich.

Kein Schaden für das Kaufhaus

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Markus Frank, suchte nach positiven Argumenten für seinen Mandanten. Angesichts der Tatsache dass dem Kaufhaus letztlich kein Schaden entstanden sei und dass sein Mandant wohl unter Drogeneinfluss gehandelt habe, könne es mit einer Geldstrafe sein Bewenden haben.

Ausweisung steht im Raum

Dem konnte das Gericht nicht folgen. Der Angeklagte würde die teueren Damenparfums wohl kaum für sich selber benutzen, woraus zwingend die Gewerbsmäßigkeit der Tat folge. Dass das Diebesgut das Kaufhaus nie verlassen hatte sei wohl kaum das Verdienst des Angeklagten. Dazu die Vorstrafen und die eminente Rückfallgeschwindigkeit: Eine Haftstrafe von 16 Monate sei hier zwingend und eine Aussetzung zur Bewährung nicht möglich. Wenn daraus nun die Ausweisung aus Deutschland folge so habe sich der Angeklagte ausschließlich selber zuzuschreiben, so die Einschätzung des Rosenheimer Gerichts.

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