Bei Bachabkehr entdeckt

Rosenheim: Woher stammt die Pistole in der Mangfall?

Naturschutzwächter Franz Dassow mit der Pistole, die im Fluss gefunden worden ist.
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Naturschutzwächter Franz Dassow mit der Pistole, die im Fluss gefunden worden ist.

Über manche Dinge kann Naturschutzwächter Franz Dassow nur den Kopf schütteln. Beispielsweise über die Pistole, die er jetzt bei der Bachabkehr in der Mangfall bei Rosenheim gefunden hat. Dabei war die Waffe bei Weitem nicht der einzige Gegenstand, der dort illegal entsorgt worden ist.

Von Korbinian Sautter

Rosenheim – Alle zwei Jahre ist der Naturschutzwächter Franz Dassow am Mangfallkanal unterwegs und reinigt den Fluss von allem, was sich zwischen der Brücke an der Hochfellnstraße und der Stadtgrenze zu Kolbermoor befindet. Dabei schüttelt der Rosenheimer jedes Mal mit dem Kopf über das, was bei der Bachabkehr zum Vorschein kommt.

Rund 100 Kilogramm Müll gesammelt

Zahlreiche Fahrräder lagen in der Mangfall.

Dieses Jahr sammelte sich circa 100 Kilogramm Müll. Darunter zehn Fahrräder fünf Einkaufswägen, ein Computer, eine Pistole und sogar ein ganzer Zigarettenautomat. Eine durchaus gewohnte Ausbeute für den erfahrenen Gartenbauer.„Dieses Jahr war es zwar ein bisschen weniger Müll als sonst, weil die ganzen Volksfeste ausgefallen sind. Trotzdem kann ich es einfach nicht verstehen, warum man zum Beispiel seinen Computer bis zum Fluss transportiert, um ihn dann reinzuschmeißen. Das ist doch genauso aufwendig, wie wenn ich ihn einfach zum Wertstoffhof bringe.“

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Diese Aufgabe muss Dassow dann zusammen mit dem sechsköpfigen Gartenbau-Team erledigen. Innerhalb eines Tages fahren die Helfer auf dem circa drei Kilometer langen Abschnitt mit ihrem Traktor inklusive Seilwinde entlang und ziehen alles heraus, was nicht in den Fluss gehört. Während das Meiste davon am Wertstoffhof landet, werden illegale abgeworfene Gegenstände, wie die gefundene Pistole, an die Polizei übergeben.

Helfer ziehen einen Einkaufswagen aus dem Fluss.

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Neben der Müllentsorgung geht es dabei auch um die Inspektion von natürlich entstandenen Kanalschäden. „Wir sind dieses Jahr mit einem Sachverständiger den Fluss abgegangen und haben geschaut, was wir alles reparieren müssen. Dabei haben wir diverse Schäden durch Biber an den Dämmen festgestellt, die wir dringend beseitigen müssen“, erklärt Dassow.

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Danach ist der Mangfallkanal wieder zwei Jahre lang sich selbst überlassen und der Naturliebhaber kann nur hoffen, dass er in Zukunft nicht wieder nach so viel Müll fischen muss. „Ich kann seit 20 Jahren nur immer wieder an die Vernunft der Menschen appellieren. Wem die Stadt Rosenheim so wie mir am Herzen liegt, der soll doch bitte nachdenken, ob er seinen Müll wirklich auf diese Art entsorgen muss.

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