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Künstlerehepaar Venzago

Aus der Welt heimgekehrt nach Rosenheim

Gutgelaunt präsentieren sich Mario und Marianne Venzago in ihrem Haus in der Färberstraße vor dem Notenarchiv.
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Gutgelaunt präsentieren sich Mario und Marianne Venzago in ihrem Haus in der Färberstraße vor dem Notenarchiv.

Man spaziert in Rosenheim durch die Färberstraße und entdeckt in einem frisch restaurierten Haus ein Namensschild auf buntverzierten Kacheln: „M Venzago“. Der Musikfreund erinnert sich: Da gibt es doch den italienisch-schweizerischen Dirigenten Mario Venzago!

Rosenheim– Und wirklich – hier residiert er. Aber warum? Ein Besuch beim Künstlerehepaar gibt Aufschluss.

Drei Klaviereund ein Flügel

Sehr herzlich ist der Empfang in dem behaglichen Heim mit den zahlreichen Noten in Glasschränken, dem schwarzglänzenden Steinway-Flügel mitten im Raum und dem Arbeitsklavier weiter hinten (auf den weiteren Stockwerken stehen noch zwei Klaviere).

Auf dem Notenpult daneben liegen halb voll geschriebene Notenblätter: Mario Venzago arbeitet gerade an einer Oper nach Raymond Chandler, Arbeitstitel: „12 Zimmer“. Und er will die letzten Orchesterwerke Schuberts, die oft nur in Teilen vorhanden sind, vervollständigen – gleichsam die „Unvollendete“ vollenden.

Eine gebürtige Rosenheimerin

Aber warum Rosenheim? Das hat mehrere Gründe: Venzagos Ehefrau Marianne ist eine gebürtige Rosenheimerin und in eben diesem Haus als echte „Färberstraßlerin“ aufgewachsen. Sie ist eine geborene Ginthör und Musikerin wie ihre beiden Brüder Albert und Norbert, genauer gesagt, Bratscherin. Mit neun Jahren hat sie Klavier gelernt und zusammen mit ihren Brüdern mehrere Bundespreise bei „Jugend musiziert“ gewonnen.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Nach dem abgeschlossenen Klavierstudium studierte sie Bratsche, war Mitglied in mehreren Orchestern und schließlich Solobratscherin des Philharmonischen Orchesters Heidelberg. Dort lernte sie Mario Venzago kennen, der Chefdirigent des Orchesters war, und sie heirateten. Jetzt, nach der Pensionierung, hat sie ihr Elternhaus übernommen und es gründlich und liebevoll renoviert.

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Venzago ist Chefdirigent in Bern

Weitere Gründe sind: Mario Venzago hat einen Platz gesucht für sein Notenarchiv. Das füllt nun das ganze Erdgeschoss. Zudem ist Sohn Gabriel Venzago 1. Kapellmeister am Salzburger Landestheater, also in erreichbarer Nähe.

Außerdem ist Rosenheim verkehrstechnisch sehr günstig gelegen, denn Mario Venzago ist – wenn nicht gerade Corona herrschen würde – ständig als Dirigent unterwegs. Zurzeit ist er noch Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters. Und der letzte Grund: „Die Landschaft hier – die hält sich mit der Schweiz gut die Waage!“ Für Marianne Venzago ist es eine Heimkehr, für ihren Mann eine neue Heimat.

Auf der ganzenWelt dirigiert - „nur in der Antarktis nicht“

Imponierend ist die Aufzählung der Wirkstätten von Mario Venzago: Geboren ist er 1948 in Zürich, hat zuerst Klavier studiert, aber: „Ich wollte immer dirigieren!“ Angefangen hat er beim Winterthurer Stadtorchester, dann ging es über das Orchestre de la Suisse Romande in Genf zum Luzerner Theater.

Dazu nach Heidelberg, zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, er war Chefdirigent der Grazer Oper, des Sinfonieorchester Basel, des Indianapolis Symphony Orchestra und der Göteborger Symphoniker und auch Leiter des Baltimore Music Summer Festival. Er hat schon überall in der Welt dirigiert – „nur in der Antarktis nicht“, lacht Mario Venzago.

Geübt wird täglich

Jetzt in der Corona-Krise ist das musikalische Leben tot. „Aber ich übe jeden Tag!“, versichert Marianne Venzago: Die musikalische Landschaft in und um Rosenheim ist nun um eine Bratscherin und einen Dirigenten reicher.

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