Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Opfer (53) bleibt der Verhandlung fern

Attacke auf Exhibitionisten: Azubi (18) muss sich in Rosenheim vor Gericht verantworten

Mehrere Personen sollen im Oktober 2021 vor einem Friseursalon einen Exhibitionisten körperlich angegangen haben. Ein 18-jähriger Rosenheimer musste sich dafür jetzt vor dem Jugendgericht verantworten.
+
Mehrere Personen sollen im Oktober 2021 vor einem Friseursalon einen Exhibitionisten körperlich angegangen haben. Ein 18-jähriger Rosenheimer musste sich dafür jetzt vor dem Jugendgericht verantworten.
  • VonTheo Auer
    schließen

Weil er einen Exhibitionisten (53) körperlich angegriffen haben soll, musste sich jetzt ein 18-jähriger Rosenheimer vor dem Jugendgericht verantworten. Die Beweisaufnahme gestaltete sich dabei etwas schwierig, da der aktuelle Aufenthaltsort des Tatopfers nicht ermittelt werden konnte.

Rosenheim – Der 53-jährige Slowake, der im Oktober 2021 bei einem Friseursalon in Rosenheim auf die Idee kam, vor dem Geschäft seinen exhibitionistischen Neigungen nachzukommen und sich dort auf der Straße vor den Frisörinnen und deren Kunden zu entblößte, hatte sich dazu den falschen Platz ausgesucht. Denn sofort eilten ein Azubi, dessen Vater und ein weiterer Verwandter der Inhaberin aus dem Geschäft und machten ihm handgreiflich deutlich, dass sie auf ein derartiges Verhalten keinerlei Wert legten.

Passanten rufen die Polizei

Passanten riefen letztlich die Polizei, die die körperliche Auseinandersetzung schließlich beendete. Gegen den Auszubildenden im Friseursalon, einen 18-jährigen Rosenheimer, wurden anschließend ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet, weshalb sich der junge Mann nun vor der Jugendrichterin verantworten musste. Auf Anraten seines Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Markus Frank, machte der Angeklagte vor Gericht aber keinerlei Angaben.

Das Tatopfer, der 53-jährige Slowake, trat bei der Verhandlung nicht als Zeuge auf, da nicht zu ermitteln war, wo sich der Mann aufhielt. Bei seiner Vernehmung bei der Polizei gab das Opfer an, dass er weder verletzt worden sei, noch dass er irgendwelche Schmerzen verspüre. Infolgedessen lautete die Anklage lediglich auf „versuchte gefährliche Körperverletzung“.

Die Zeugin, eine 28-jährige Anwohnerin, berichtete, sie habe gesehen, wie der Angeklagte das Tatopfer festhielt, während die beiden Erwachsenen auf den Mann mit Fäusten und Füßen einschlugen und -traten. Dass der Angeklagte ebenfalls geschlagen habe, das konnte sie nicht bestätigen. Auffallend sei gewesen, dass sich der Verprügelte zu keiner Zeit gewehrt oder auch geschützt habe.

Die Aussage des Tatopfers bei der Polizei wurde verlesen, jedoch konnte daraus kaum etwas Erhellendes zum Tatbeitrag des 18-Jährigen entnommen werden.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft erklärte, dass mit der Aussage der Zeugin die Mittäterschaft des Angeklagten bewiesen sei. Wegen des geringen Tatbeitrages könne es für den Angeklagten nach dem Jugendstrafrecht bei der erzieherischen Maßnahme eines Jugendarrestes und eines Antiaggressionstrainings belassen werden.

Der Verteidiger erklärte, dass er einen echten Tatbeitrag für nicht erwiesen halte, was durch die Aussagen des Tatopfers bei der Polizei erwiesen sei. Er beantragte einen Freispruch, im Falle einer Verurteilung sei jedoch die Teilnahme an einem Antiaggressionstraining absolut hinreichend.

Festhalten reicht aus

Das Jugendgericht unter dem Vorsitz von Richterin Verena Köstner hielt die Beteiligung des 18-jährigen Angeklagten aufgrund der Zeugenaussage durchaus für belegt. Köstner: „Ein Festhalten des Tatopfers reicht hier völlig aus.“ Allerdings sei unter dem Einfluss der anderen Beteiligten die Schuld des Angeklagten geringer zu schätzen. Deshalb reiche es aus, dass er an einem Antiaggressionstraining teilzunehmen habe, damit er in Zukunft sein Verhalten angemessen steuern könne, so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung.

Mehr zum Thema

Kommentare