LESERBRIEF AN DIE REDAKTION

Aspekt der Nachhaltigkeit beachten

Zum Bericht „Forstarbeiten nicht genehmigungspflichtig“ (Lokalteil):

Das Waldgrundstück trennt die Siedlungen der Kirchgemeinde Kastenau von der viel befahrenen Umgehungsstraße. Es dient der Erholung, ist natürliche Umgebung für Kinderspiele und schirmt vor der Straße ab. Darüber hinaus liegt das Flurstück im Landschaftsschutzgebiet. Umso erstaunter sind ich und viele andere Anwohner, dass aktuell umfangreiche Baumfällungen in Verbindung mit der Aufschüttung von Zufahrtsstraßen durchgeführt werden. Die Kastenauer Bürger wurden auch nicht im Vorfeld informiert. Ganz im Gegenteil, es entstand eher der Eindruck, dass hier im Verborgenen gearbeitet wurde: Obwohl die Fällung laut Auskunft der ausführenden Arbeiter eigentlich die Bäume unmittelbar neben der Umgehungsstraße betreffen sollte, wurden diese bis jetzt verschont. Wir wissen, dass der Eigentümer das Recht hat, den Wald wirtschaftlich zu nutzen, gerade für einen kirchlichen Träger sollte dabei aber der Aspekt der Nachhaltigkeit nicht völlig außer Acht gelassen werden. Ein Mitarbeiter des Umweltamtes bestätigte unsere Beobachtung, dass nicht nur kranke Bäume gefällt, sondern auch tiefer im Wald zum Teil gesunde Bäume geschlagen werden. Natürlich erkennen wir die Notwendigkeit an, die Sicherheit gefährdende Bäume zu entfernen. Aktuell wird aber gerade im Inneren des Waldes gearbeitet. Es gibt bereits Zonen, in denen Altbestand und junger Aufwuchs vollständig entfernt wurden. Uns bietet sich damit das Bild eines Kahlschlages. Wir sind von der Kirche enttäuscht, wenn sie die forstwirtschaftlichen Interessen vor die der anliegenden Gemeinde stellt. Konkret fordern wir, dass Fällungen in kleineren Abschnitten vorgenommen werden, damit sich der Wald und seine Tier- und Pflanzenwelt in den dazwischenliegenden Jahren erholen können.

Josef Stiegler Rosenheim und 40 weitere Unterzeichner

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