Quarantänezone festgelegt

Asiatischer Moschusbockkäfer: Schädling wird den Obstbäumen in der Region gefährlich

  • Rosi Gantner
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Die Schilder, die seit Kurzem rund um Rosenheim zu finden sind, stechen ins Auge: „Quarantänezone Asiatischer Moschusbockkäfer“. Was hat das zu bedeuten? Wir haben bei Experten nachgefragt. Ein fieser Schädling steckt dahinter. Besitzer befallener Bäume müssen unbedingt bestimmte Regeln beachten.

  • Ist ein Baum vom Asiatischen Moschusbockkäfer befallen, ist das sein Todesurteil.
  • Der Schädling wurde vermutlich mit Obstkisten aus Asien eingeschleppt.
  • Rosenheim ist ein der wenigen Regionen in Europa, in denen der Käfer vorkommt.
  • Besitzer befallener Bäume müssen unbedingt bestimmte Verhaltensregeln beachten.

Rosenheim – Er ist in Europa eine Seltenheit, deutschlandweit ist er bislang einzig im Raum Rosenheim (seit 2016) aufgetreten: der Asiatische Moschusbockkäfer, ein aus Asien eingeschleppter Schädling, der sich vorwiegend in Kirsch- und Zwetschgenbäumen einnistet. Hat er erst einmal seine Eier in den Stämmen abgelegt, bedeutet dies das sichere Todesurteil für die Bäume: Denn die Käferlarven fressen sich durchs Gehölz – und früher oder später stirbt der Baum ab.

Glänzend schwarz: der Asiatische Moschusbockkäfer.

Deshalb ist es von besonderer Bedeutung: das befallene Gehölz gesondert zu entsorgen und im betroffenen Gebiet, das die neu ausgeschilderten Quarantänezonen im Umkreis von zwei Kilometern um die Erstfundstelle in Rosenheim und um den Hauptfundort Kolbermoor-Süd umfasst, überaus wachsam zu sein. Das betont auch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising, die für den Asiatischen Moschusbockkäfer sozusagen zuständig ist.

Erstmals 2016 in Rosenheim entdeckt

Die Quarantäne-Zone an sich gibt es bereits seit den ersten Funden im Jahr 2016: Damals in Friedhofsnähe in Rosenheim, wenig später in Kolbermoor – wo er sich seither festsetzt. Dort liegt – südlich der Mangfall – nach Angaben der LfL nach wie vor das Hauptbefallgebiet.

Außerhalb von Kolbermoor ist laut der Behörde bis dato kein weiteres Aufkommen registriert worden – weder in Rosenheim, noch in Bad Aibling und Stephanskirchen, die in Teilen ebenfalls in der Quarantänezone liegen.

Hier stehen die neuen Schilder

Erstmals wurde die Quarantänezone nun optisch sichtbar: Die Landesanstalt hat insgesamt 29 Schilder entlang der Haupteinfallsstraßen aufstellen lassen – und macht damit auf die besondere Situation aufmerksam.

Neu: die Beschilderung Quarantänezone Asiatischer Moschusbockkäfer, die nun rund um Rosenheim, Kolbermoor und Bad Aibling zu finden ist.

Was bedeutet die Quarantäne-Zone nun für die Bürger, die darin leben? Für sie ist dies dann relevant, wenn sie spezielles Schnittgut entsorgen wollen. Das heißt: „Aus dieser Zone darf kein Steinobst-Schnittgut heraustransportiert werden, um eine Verbreitung des Asiatischen Moschusbockkäfers zu verhindern. In dem Bereich ist es zudem wichtig, Steinobstschnittgut korrekt über die Sammelstellen zu entsorgen und die Wirtspflanzen regelmäßig zu kontrollieren“, erläutert eine Sprecherin des LfL.

Diese Gehölze sind besonders gefährdet

Besonders betroffen: Gewächse der Pflanzengattung Prunus. Dazu zählen unter anderem Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Aprikose, Mirabelle, Pfirsich und Zierformen wie das heimische Kriecherl, Blutpflaume und Zierkirsche. Denn diese werden laut LfL von dem Schädling bevorzugt befallen.

Die Quarantänezone umfasst Teil von Bad Aibling, Kolbermoor, Rosenheim und Stephanskirchen.

„Sämtliches Schnittgut dieser Pflanzengattung – mit Ausnahme des Kirschlorbeers – muss separat entsorgt werden“, heißt es aus dem LfL. Das Schnittgut wird nach Angaben der Behörde gehäckselt und verbrannt, um noch im Holz vorhandene Käferstadien abzutöten.

Das sind die Sammelstellen

Die vier Sammelstellen sind: für Kolbermoor der Wertstoffhof, Geigelsteinstraße 8; für Bad Aibling der Wertstoffhof, Thürhamer Straße 21; für Rosenheim der Wertstoffhof Innlände 25 und für Stephanskirchen der Wertstoffhof Spielnstraße 17. Die Abgabe des Schnittgutes ist für Privatpersonen und Gewerbetreibende kostenlos.

Wie das LfL weiter informiert, ist neben der Entsorgung eine Lagerung des hauseigenen Schnittgutes auf dem Grundstück zulässig. „Das Schnittgut darf allerdings das Grundstück nicht verlassen, das heißt, es muss im eigenen Kamin verheizt oder das Häckselgut auf den Beeten verteilt werden“, so die Sprecherin.

Das müssen Gartenbesitzer beachten

Zusätzlich sind Hausgartenbesitzer in dem Gebiet verpflichtet, Wirtspflanzen alle zwei Monate auf Befall (Ausbohrlöcher und Bohrmehlauswurf) und im Sommer auf möglicherweise geschlüpfte Käfer zu kontrollieren – zu erkennen an seinen schwarzen, lackartigen Flügeldecken und seinem roten Halsschild.

Im Übrigen ist auch das Nachpflanzen von Wirtsgehölzen innerhalb der Befallszone verboten – „um dem Käfer die Nahrungsgrundlage zu entziehen und damit seiner weiteren Verbreitung vorzubeugen“, so die Sprecherin.

Bei Verdacht auf Auftreten des Schädlings, Käferfunden oder Fragen zum Thema können sich Bürger unter Telefon 01 74/7 98 15 93 oder E-Mail aromia@lfl.bayern.de an das LfL wenden. Weitere Informationen gibt es unter www.lfl.bayern.de.

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