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OVB-Serie zur Lokschuppen-Ausstellung „Eiszeit“

Bisons, Wollnashörner und Riesenhirsche: Was ist mit den Tierarten aus der Eiszeit passiert?

Eines der bekanntesten Tiere der Eiszeit: das Mammut.
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Eines der bekanntesten Tiere der Eiszeit: das Mammut.

In der Ausstellung „Eiszeit“ nimmt der Rosenheimer Lokschuppen die Besucher noch bis 11. Dezember mit auf eine spannende Zeitreise. In der fünfteiligen OVB-Serie „Heiße Fakten über die Eiszeit“ werden überraschende Details über diesen Abschnitt der Erdgeschichte näher beleuchtet.

Von: Stefanie Kiessling

Rosenheim – In der Eiszeit war es furchtbar kalt und ungemütlich – so die Vorstellung der Menschen heutzutage. Da gab es aber ganz große Unterschiede: Vor 30.000 Jahre war Europa kein karger und düsterer Eisklotz. Vielmehr ähnelte die Landschaft einer Steppenlandschaft, durch die nicht nur die bekanntesten Eiszeittiere, die Mammuts, streiften, sondern eine große Vielfalt an Großsäugetieren.

Bisons, Flusspferde und Riesenhirsche

So lebten hier Riesenhirsche, Bisons, Wollnashörner, Löwen, Flusspferde oder Hyänen. Einige dieser Eiszeittiere leben noch heute bei uns, andere nur in anderen Regionen der Welt. So zum Beispiel Rentiere, die in Europa hoch im Norden Skandinaviens zu Hause sind. Milde Winter machen übrigens den Rentieren schwer zu schaffen, denn feuchterer Schnee vereist schnell und die Tiere können nicht mehr im trockenen Pulverschnee nach Futter stöbern. Im Extremfall verhungern sie dann.

Auch die bedrohten Saiga-Antilopen sind noch auf den Kontinenten der Nordhalbkugel zuhause. Besonders auffällig ist ihre rüsselartige Nase. Dieser ausgeprägte „Riechkolben“ liefert selbst bei klirrender Kälte vorgewärmte Atemluft. Saiga-Antilopen haben die Größe eines Schafes und leben in Herden. Die weiblichen Tiere bilden hier buchstäblich „Geburtsherden“ und gebären ihre Kälber gemeinsam innerhalb einer Woche. So sind alle Jungtiere gleichzeitig bereit für die große Herbstwanderung.

Das Saiga-Horn wird in Zentralasien als kostbares Naturheilmittel gehandelt. Viele Tiere fallen daher der Wilderei zum Opfer. Die Saigas stehen heute auf der roten Liste der extrem vom Aussterben bedrohten Tiere. Weitere bekannte Eiszeittiere wie Rotfuchs, Dachs, Wolf oder Wildschwein sind noch heute mit einer stabilen Population in Europa zu Hause, andere Tiere wie Löwen und Flusspferde wanderten in den Süden aus.

Warum aber starben andere Eiszeittiere wie Wollnashorn oder Höhlenbär aus? Die Erklärung liegt in dem Begriff „Eiszeit“. In einem Eiszeitalter gab es nicht nur kalte Epochen, sondern auch sogenannte Warmzeiten. Nicht alle Lebewesen schafften die Anpassung an veränderte Temperaturen und eine veränderte Pflanzenwelt. So konnte sich beispielsweise der Riesenhirsch mit seinem riesigen Geweih von vier Metern Spannweite nicht im dichten Wald bewegen. Als mit der Erwärmung immer mehr Waldflächen wuchsen, wurde das für ihn ein Problem. Im Dickicht gab es kein Durchkommen mehr. Das war wahrscheinlich ein Grund für sein Aussterben. Kleinere Rothirsche mit weniger ausladenden Geweihen taten sich da leichter und überlebten bis heute.

Andersherum war es wahrscheinlich beim Höhlenbären. Als Vegetarier war dieser Bär überspezialisiert. Denn durch immer länger andauernde Winter fehlte ihm Pflanzenkost wie Beeren oder krautige Pflanzen. Dadurch konnte er nicht mehr genug lebensnotwendiges Fett ansetzen. Er starb in der kältesten Phase der Eiszeit vor etwa 25.000 Jahren aus.

Furchterregender Höhlenlöwe

Auch der furchterregende Höhlenlöwe starb wahrscheinlich aus, weil die großen Herden auf offenen Steppen weniger wurden. Damit verschwand ein wesentlicher Teil seiner Nahrungsgrundlage. Mit seiner Kraft, Wildheit und Gefährlichkeit übte der Höhlenlöwe eine große mystische Anziehungskraft auf die damaligen Menschen aus. Ausdruck dieser Faszination sind eindrucksvolle Schnitzereien wie der Löwenmensch, der im Lonetal gefunden wurde. Solche Schnitzereien zählen zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit.

Weitere Informationen zu diesem Thema und anderen der Eiszeit sind noch bis Sonntag, 11. Dezember 2022, in der gleichnamigen Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim zu entdecken.

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