Aktuelle Fallzahlen aus Rosenheim

Weit über 50 Corona-Mutationen in Stadt und Kreis Rosenheim: Droht der Region die dritte Welle?

Der 19. Februar: Die aktuellen Fallzahlen aus den Städten und Gemeinden in Stadt und Kreis Rosenheim binnen einer Woche.
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Der 19. Februar: Die aktuellen Fallzahlen aus den Städten und Gemeinden in Stadt und Kreis Rosenheim binnen einer Woche.
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Sie könnten die befürchtete dritte Welle der Corona-Pandemie auslösen. Die ansteckenderen Varianten des Corona-Virus breiten sich aus. Laut Robert-Koch-Institut ist jede fünfte Ansteckung auf die britische Variante zurückzuführen. Tendenz: steigend. Auch in der Region wurde sie schon geortet.

Rosenheim – Mit dem Vordringen der Mutationen stehen auch die erfreulichen Zahlen, die das Staatliche Gesundheitsamt am gestrigen Freitag in seinem Wochenbericht veröffentlichte, unter einem Vorbehalt. In seinem Bericht hatte Gesundheitsamtsleiter Wolfgang Hierl vom Anhalten eines robusten Abwärtstrend berichtet.

Die Stadt lag – Stand Donnerstag – nahe an dem durch die Ministerpräsidentenkonferenz festgelegten Grenzwert einer 7-Tage-Inzidenz von 35. Im Landkreis steht die 7-Tage-Inzidenz bei 51,7, nachdem sie vergangenes Wochenende bereits auf 42,9 gefallen war.

+++ Update vom 22. Februar

In einer früheren Version des Artikels, haben wir berichtet, dass es bei variantenspezifischen PCR-Tests positive Treffer gab. Zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung war die genaue Anzahl der nachgewiesenen Fälle noch unklar.

Im Landkreis sind 62 Fälle mit dieser Corona-Variante, in der Stadt zwölf Fälle nachgewiesen, wie das Rosenheimer Landratsamt am Montag, den 22. Februar mitteilte. Dr. Thomas Schulzki, Geschäftsführer und Laborleiter des Medizinischen Labors Rosenheim hatte jüngst von einem guten Dutzend Fälle der britischen Variante gesprochen, die er in seiner Einrichtung festgestellt habe. Da diese Fälle seitens des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) noch nicht per sogenannter Genom-Sequenzierung bestätigt waren, galten sie bislang nur als Verdachtsfälle.

Ab sofort ist nach Angaben des Landratsamtes zudem keine Genom-Sequenzierung, als eine genauere Untersuchung der Verdachtsfälle nach speziellen Genveränderungen, mehr notwendig. Werden die Genveränderungen bei den Laboruntersuchungen erkannt, reicht dies nun zur Identifikation der britischen Variante aus.

Für den Nachweis der südafrikanischen sowie der brasilianischen Varianten ist nach Angaben der Behörde aber weiterhin die Bestätigung durch das LGL notwendig. Neben den nun bestätigten 74 Fällen der britischen Mutation im Raum Rosenheim gibt es bisher nur einen bestätigten Fall der südafrikanischen Variante (B1.351) in der Region. Die brasilianische Mutation wurde nach Angaben des Landratsamtes hingegen noch nicht nachgewiesen.

Update vom 22. Februar +++

Weiter nur ein Fall einer Mutation in der Region bestätigt

Was den Verantwortlichen in Rosenheim nach den Worten Hierls „große Sorgen“ bereitet, sind eben die Mutationen. „Sie können den Verlauf der Pandemie verschlimmern, zu einer schnelleren Verbreitung der Infektionen, zu schwereren Verläufen und zu einer Überlastung der Intensivstationen führen“, sagte Hierl. Unklar sei, ob von einzelnen Varianten auch die Schutzwirkung der Impfung verschlechtert werden könne.

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Dabei scheint sich die Region Rosenheim in puncto Virus-Mutationen als Insel der Seligen zu halten. Während zum Beispiel im benachbarten Landkreis Altötting zuletzt elf Fälle der britischen Variante gemeldet wurden, vermerkt das Gesundheitsamt Rosenheim weiterhin lediglich einen Fall einer Infektion.

Dabei handelt es sich um den bereits im Januar festgestellten Reiserückkehrer, der sich mit der südafrikanischen Variante angesteckt hatte.

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Des Rätsels Lösung liegt im Begriff „bestätigte Fälle“. Während das Landratsamt Altötting offenbar positive Ergebnisse nach variantenspezifischen PCR-Tests – dem sogenannten Vor-Screening – meldete, beharrt das Gesundheitsamt in Rosenheim auf der offiziellen Sprachregelung.

Und die sieht Fälle mit Varianten erst dann als erwiesen an, wenn sie etwa vom Landesamt für Gesundheit in Erlangen (LGL) per Genom-Sequenzierung bestätigt wurden.

Auch in Rosenheim wurde britische Mutation nachgewiesen

Positive Ergebnisse bei variantenspezifischen PCR-Tests in der Region gibt es bereits. Ein gutes Dutzend Fälle mit der britischen Variante habe man in den vergangenen Tage in seiner Einrichtung festgestellt, sagt etwa Dr. Thomas Schulzki, Geschäftsführer und Laborleiter des Medizinischen Labors Rosenheim. Diese Proben aber wurden bislang noch nicht sequenziert. Allerdings wurde nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts so gut wie jeder positive variantenspezifische Test auch im Genom-Scan bestätigt.

Schulzki weiß auch von „Rosenheimer Variationen“ zu berichten. Man habe einige Mutationen bei Proben aus der Region festgestellt, „die gehörten nicht zu den geläufigen“. Es sei typisch für einen Virus, dass er mutiere. Entscheidend sei, ob er dadurch aggressiver oder übertragbarer werde. Das scheint bei den Rosenheim-Viren nicht der Fall zu sein: Es seien keine unüblichen oder schlimmeren Verläufe aufgetreten.

Positive Ergebnisse bei variantenspezifischen PCR-Tests in der Region gibt es bereits. Dr. Thomas Schulzki, Laborleiter und Geschäftsführer des Medizinischen Labors Rosenheim, hatte es Ende vergangener Woche auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen bereits vermutet: Bei zahlreichen Coronavirusfällen in Stadt und Landkreis Rosenheim handelt es sich um die britische Corona-Mutation B1.1.7.

Die Altersstruktur der Corona-Infizierten in Stadt und Kreis Rosenheim.

Schulzki weiß auch von „Rosenheimer Variationen“ zu berichten. Man habe einige Mutationen bei Proben aus der Region festgestellt, „die gehörten nicht zu den geläufigen“. Es sei typisch für einen Virus, dass er mutiere. Entscheidend sei, ob er dadurch aggressiver oder übertragbarer werde. Das scheint bei den Rosenheim-Viren nicht der Fall zu sein: Es seien keine unüblichen oder schlimmeren Verläufe aufgetreten.

Langsam geht‘s beim Impfen voran

Weiterhin langsame Fortschritte sind beim Impfen zu verzeichnen. Bislang meldet man im Impfzentrum an der Loretowiese 18700 Impfungen, davon sind 6848 Zweitimpfungen, die vollen Schutz gegen Corona versprechen. Mit seinen Impfquoten von 3,7 Prozent Erstgeimpften unter den Einwohnern von Stadt und Landkreis bewegt sich die Region im deutschen Durchschnitt, ebenso mit einen 2,1 Prozent Zweitgeimpften.

Langsame Fortschritte: Die Impfquoten in der Region, im Land und im Bund.

Was die Erstimpfungen betrifft, liegt die Region allerdings deutlich hinter der Bayern-Quote von 4,0 Prozent. Was vor allem am Nachschub liegt. Hierl stellte aber eine Intensivierung der Impfkampagne in Aussicht: „Erfreulicherweise sind nun auch größere Mengen an Impfstoff angekündigt.“

Amtsleiter Hierl appelliert an die Menschen: Lasst euch impfen!

Hierl appelliert an die Bürger der Region, weiterhin jede Impfmöglichkeit zu nutzen. Die teilweise in der Öffentlichkeit geäußerten Vorbehalte gegen eine Impfung mit der Vakzine der Firma Astrazeneca sehe er als sehr bedenklich an. Der Impfstoff sei im Zulassungsverfahren als sicher und wirkungsvoll getestet worden.

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Reaktionen nach der Impfung entsprechen nach Aussagen des Paul Ehrlich-Instituts den Erwartungen, wie zum Beispiel Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel und Fieber. Vorbehalte gegen Impfstoffe könne er nicht nachvollziehen, sagt Hierl. „Die Vorteile der Impfung überwiegen nach Studienlage bei weitem mögliche Nebenwirkungen.“

Fallzahlen sinken, ein Toter gemeldet

Seit dem letzten Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen drei und 37 neue Fälle gemeldet. Durch die abgesunkenen täglichen Meldezahlen fällt es zunehmend leichter, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen, sagt Gesundheitsamtsleiter Wolfgang Hierl.

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Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 11. Februar, 24 Uhr, wurden dem Gesundheitsamt 158 neue Fälle (am 11.02. 162) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 13.212 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 10.390, Stadt: 2.822). Mittlerweile wurde bei mindestens 12.165 Personen eine Genesung dokumentiert.

472 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt mit oder an Corona verstorben. (Landkreis: 420, Stadt: 52). Dem Gesundheitsamt wurde ein Mensch gemeldet, der seit dem letzten Wochenbericht in Verbindung mit dem Corona-Virus gestorben ist. 99 (am Freitag, 12. Februar.: 124) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 15 Patienten (17) auf einer Intensivstation.

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