Bauauschuss verabschiedet Einzelhandelsentwicklungskonzept

Für aktive Standortpolitik

So hat die CIMA den zentralen Versorgungsbereich der Stadt definiert. Noch nicht berücksichtig in diesem Plan ist die weitere Ausdehnung des Bereiches vom Bahnhofsgelände bis zur Auer-Brauerei.
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So hat die CIMA den zentralen Versorgungsbereich der Stadt definiert. Noch nicht berücksichtig in diesem Plan ist die weitere Ausdehnung des Bereiches vom Bahnhofsgelände bis zur Auer-Brauerei.

Rosenheim - "Das hier vorliegende Einzelhandelsentwicklungskonzept stellt den größtmöglichen Kompromisss aller Beteiligten dar. Es soll den Standort Rosenheim stärken und fördern und gibt Rechtssicherheit und Orientierungshilfe sowohl für bestehende Betriebe als auch für Investoren", würdigte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss den vom Münchner Stadtentwicklungs- und Marketing-Beratungsbüro CIMA vorgelegten Untersuchungsbericht.

"Wir haben damit unsere Hausaufgaben gemacht. Der nächste Schritt ist die Abstimmung mit dem Landkreis und der Bayerischen Staatsregierung in Hinsicht auf den Landesentwicklungsplan", erklärte Herbert Borrmann, der Fraktionsvorsitzende der CSU. Andreas Lakowski von der SPD befand das über 150-seitige Konzept ebenfalls für gut, gab aber zu bedenken: "Wie erfolgreich es ist, hängt auch von den Umlandgemeinden ab." Grundsätzliche Zustimmung signalisierte für die WIR und die Grünen WIR-Stadträtin Bärbel Thum, sprach sich aber gegen geplante Nahversorungszentren wie das an der Westerndorfer Straße aus, da an der Ebersberger Straße bereits eines bestehe.

Gegen Pläne für ein mögliches Nahversorgungszentrum am Standort Aising/Pang wandte sich CSU-Stadtrat Josef Gasteiger. "Wenn da ein Supermarkt hinkommt, sind die kleinen Geschäfte weg", prophezeite er. Baudezernent Helmut Cybulska wies darauf hin, dass entsprechende Markierungen auf dem Übersichtsplan für das gesamte Stadtgebiet keine Planungen darstelle, sondern nur bedeute, dass in diesem Bereich laut CIMA die Nahversorung weiterhin gewährleitet werden müsse.

Robin Nolasco, der Leiter des Stadtplanungsamtes, hatte dem Gremium die Zielrichtung des Konzeptes nochmals vor Augen geführt. Es fußt auf einer Reihe von Studien, welche die CIMA seit 2000 als informelle Orirentierungshilfe für die Stadt erarbeitet hat. In mehreren Workshops wurde des Konzept mit den beteiligten Verbänden und Interessengemeinschaften beraten. Im Juni hatte die CIMA im Bauausschuss die Abgrenzung der zentralen Versorgungsbereiche und die "Rosenheimer Sortimentsliste" vorgestellt.

Das Konzept stelle die Grundlage für eine aktive Standortpolitik dar. Dieses Steuerungsinstrument soll die städtischen Versorgungsstrukturen sichern und die Wettbewerbsfähigkeit des Einzelhandels stärken. "Es ist Handlungsrahmen bei der Aufstellung oder Änderung von Bauleitplänen, wenn es um Einzelhandelsaspekte geht", sagte Nolasco.

Wesentliche Aufgabe des Konzeptes sei, klare Grundlagen zu schaffen für Bebauungspläne, die dann Rechtssicherheit böten für die Entwicklung der Stadt als Einzelhandelsstandort.

Die Innenstadt ist dabei als wichtigster Standort und einziger zentraler Versorgungsbereich eingestuft. Dazu gehört nun auch der Bahnhofsbereich, und zwar bis zur Auer-Brauerei. Sogenannte Nahversorungsagglomerationen sicherten die flächendeckende wohnortnahe Versorgung ebenso wie "integrierte Streulagen". Ergänzt werde diese Zentrensystem durch eine begrenzte Zahl von Sondergebietsstandorten: Aicherpark, Schwaig und Panoramakreuzung.

Die "Rosenheimer Liste" besteht aus einem System zentrenrelevanter, nahversorgungsrelevanter und nicht zentrenrelevanter Sortimente. Sie listet detailliert Waren auf, die nur in geringerem Umfang außerhalb des Innenstadtbereiches angeboten werden dürfen.

Gegen die Stimme von Gasteiger beschloss der Ausschuss das vorgelegte Konzept der CIMA als städtebauliches Entwicklungskonzept. Die Verwaltung soll überprüfen, welche Bebauungspläne dewegen überarbeitet werden müssen. Das Konzept soll regelmäßig - voraussichtlich alle fünf bis sieben Jahre - überprüft und weiterentwickelt werden.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

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