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Eine legendäre Gastro-Familie wird „40”

„Akropolis“ in Rosenheim feiert Jubiläum: Das Lokal blickt auf eine bewegte Geschichte zurück

 Dimitrios Zafeiris (Mitte) umringt von seiner Familie im „Akropolis“
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Dimitrios Zafeiris (Mitte) umringt von seiner Familie im „Akropolis“
  • Martin Lünhörster
    VonMartin Lünhörster
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Es ist eine Institution in Rosenheim. Das familiengeführte griechische Restaurant „Akropolis“ hat seine treuen Stammkunden. Und das seit mittlerweile 40 Jahren. Dimitrios Zafeiris erinnert sich an eine Erfolgsgeschichte.

Rosenheim - „Wir waren damals das erste griechische Lokal in Rosenheim”, erinnert sich Dimitrios Zafeiris. Er ist der Bruder von Panagiotis „Panos“ Zafeiris, der damals gemeinsam mit seiner Frau Helena das “Akropolis“ an der Münchener Straße in Rosenheim eröffnete. Das war im November 1982. Heute ist das Restaurant eine Institution in der lokalen Gastronomieszene. 

Gründer Panagiotis hatte vor seiner Zeit in Rosenheim einen Imbiss in Nürnberg. Das war noch zu einer Zeit, als es nur wenige griechische Lokale in Deutschland gab. Er habe sich damals mehrere Städte angeschaut, auf der Suche nach einem Ort, an dem er sich mit einem Lokal niederlassen konnte. Rosenheim gefiel ihm, und damit war die Entscheidung getroffen. Eine Entscheidung, die seine Frau und seine Familie noch bis heute, 40 Jahre später, nicht bereuen. Das erzählt Dimitrios, sein Bruder.

Panos feiert mit seinem Sohn Lakis 2004 den EM-Titel der Griechen

Panagiotis selbst verstarb im Jahr 2006, das „Akropolis“ wird seitdem von den beiden Söhnen Vasilios und Panagiotis geführt. Den vielen Stammkunden sind die beiden auch als Lakis und Panos bekannt. Sie sind nicht die einzigen aus der Familie, die im „Akropolis“ arbeiten. Bei weitem nicht. Onkel Dimitrios ist genauso Teil des Teams wie viele Cousins und Cousinen. Selbst Mitbegründerin Helena steht auch nach 40 Jahren noch in der Küche. Die Hälfte des Personals gehört zur Familie. 

Dimitrios ist stolz auf das, was im Familienbetrieb geschieht, das merkt man. Es sei aber auch stolz auf die Kunden, sagt er. „Es sind nette und gute Kunden. 95 Prozent sind Stammgäste”. Und umgekehrt? Großen Ärger mit übel gelaunten Gästen gab es in den 40 Jahren auch nie. 

„Wir machen weiter, solange es geht”

Ans Aufhören denkt Dimitrios noch lange nicht. „Wenn ich jung bleibe, mache ich nochmal 40 Jahre”, sagt er und lacht. Seine beiden Neffen, den Geschäftsführern, gehe es ebenso, und die gemeinsame Leidenschaft sei noch immer ungebrochen.

Diese Leidenschaft merkt man in der Art und den Gesten, wie Dimitrios erzählt. Das Gespräch findet gegen halb zwei am frühen Nachmittag statt, das Lokal ist noch immer gut zur Hälfte mit Mittagsgästen gefüllt. Die Stimmung ist gut, es scheint allen zu schmecken. 

Am meisten Umsatz mache das „Akropolis“ zwar am Wochenende, aber auch mittags unter der Woche sei es oft voll. „Wir haben eine große Mittagskarte, die für die Arbeitnehmer in der Umgebung gedacht ist”, sagt Dimitrios. Sie versuchten, die Preise so stabil wie möglich zu halten, sagt Dimitrios, auch wenn das derzeit nicht einfach sei. Die Einkaufspreise seien stark gestiegen. „Es ist schwer für alle”, klagt er.

Gyros, Musaka und Suflaki am beliebtesten

Aus einer so langen Ära bleibt vieles im Gedächtnis. Eine Erinnerung sticht heraus: der griechische Sieg bei der Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal. Ein Ereignis, das in das kollektive griechische Gedächtnis eingebrannt zu sein scheint. „Beim Finale waren bestimmt 500 Leute im Lokal, und das, obwohl wir eigentlich nur 150 Plätze haben”, erzählt Dimitrios mit leuchtenden Augen. Draußen vor der Tür seien wohl noch einmal zwei bis dreitausend Menschen gewesen. Das vergesse man nie. 

Was man hingegen vergessen könne, seien die vergangenen beiden Jahre, meint er. Corona sei für das Restaurant eine schwere Zeit gewesen. Aber der Zusammenhalt in der Familie des „Akropolis“ habe geholfen, die Krise zu überstehen.

Gemeinsam in den Urlaub

Ein Rosenheimer Grieche. Oder ein griechischer Rosenheimer, und das seit 40 Jahren. „Wir sind gleich geblieben. Oder ein bisschen besser”, sagt Dimitrios. Obwohl es erst in diesem August ein Novum im „Akropolis“ gab. Das Restaurant, das nicht einmal einen Ruhetag hat, machte für drei Wochen Betriebsurlaub. Zum ersten Mal. Trennen konnte sich die Familie aber auch im Urlaub nicht, alle flogen anlässlich der Taufe eines Neffen nach Griechenland. Nun überlege die Familie, künftig im Sommer Betriebsurlaub zu machen. Wahrscheinlich auch dann gemeinsam. 

Nun feiert das „Akropolis“ 40-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird am Donnerstag (17. November) mit Livemusik begangen, über die ganze Woche hinweg wird auch mit den Gästen gefeiert.

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