Akrobatik, Stadtmöbel und ein Tiny-House: Projekt „StadtLeben“ in Rosenheim ist gestartet

Stecken hinter der Ausstellung „Stadtmöbel für Rosenheim“: (von links) die Studenten der Technischen Hochschule Madeleine Spiegelhalter, Markus Csizmadia, Anne Frick und Vanessa Müller sowie Leiterin des Stadtmarketings Judith Gebhart de Ginsberg und Professorin Anette Ponholzer.
+
Stecken hinter der Ausstellung „Stadtmöbel für Rosenheim“: (von links) die Studenten der Technischen Hochschule Madeleine Spiegelhalter, Markus Csizmadia, Anne Frick und Vanessa Müller sowie Leiterin des Stadtmarketings Judith Gebhart de Ginsberg und Professorin Anette Ponholzer.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
    schließen

Stelzenakrobatik, gute Musik und ein gemeinsames Frühstück: Zahlreiche Menschen haben am Samstag an der Auftaktveranstaltung des Projektes „StadtLeben – Forum Stadtbibliothek am Salzstadel“ teilgenommen. Ein Höhepunkt: die Eröffnung der Ausstellung „Stadtmöbel für Rosenheim“.

Rosenheim – Susanne Delp, die Leiterin der Stadtbibliothek, hat es schon immer gewusst: Der Salzstadel ist ein Platz mit vielen Gesichtern. Dort, wo von Donnerstag bis Samstag im Rahmen der „Bermuda-Insel“ gefeiert wird, zeigt sich seit dem Wochenende ein weiteres, ganz neues Bild. Grund ist der Start des Projektes „hochdrei –Stadtbibliotheken verändern“. Die Stadt, vertreten durch die Bibliothek, füllt in Kooperation mit der Technischen Hochschule und vielen weiteren Partnern zwei Jahre lang den Salzstadel mit Veranstaltungen, Aktionen und Projekten. Einen Vorgeschmack hat es am Samstag gegeben.

Limo, Kaffee und selbst gemachter Kuchen

In einer Ecke des Salzstadels steht der Caféwagen der Kinokultur, liebevoll dekoriert von Eva Kieckhäfer und Raija Buchhorn. Es gibt Limonaden, Kaffee und selbst gemachten Kuchen. Die beiden Frauen, die sich sich mit ihrem Café auf Rädern einen Traum erfüllt haben, wollen helfen, den Salzstadel „noch mehr zu beleben“.

Haben sich einen Traum erfüllt: Eva Kieckhäfer (links) und Raija Buchhorn betreiben den Caféwagen der Kinokultur am Salzstadel.

Minihaus, Brunnen und ein Stelzenläufer

Direkt gegenüber steht das zehn Quadratmeter große „Tiny House“, entworfen von 19 Innenarchitektur-Studenten der Technischen Hochschule. Carina Posse und Daniela Bestmann von der Stadtbibliothek stellen das Projekt vor. Sie beantworten Fragen, geben Führungen und klären die neugierigen Besucher über die doppelten Böden und Wände auf.

Stellen das Tiny-House vor: Carina Posse und Daniela Bestmann von der Stadtbibliothek geben einen Einblick in das nur zehn Quadratmeter große Haus.

Mit wenigen Handgriffen verwandeln sie den leeren Raum in einen gemütlichen Aufenthaltsbereich mit Bett, Tisch, einer Toilette sowie einer Pantry-Küche. Das Minihaus soll, so der Plan, ein zusätzlicher Arbeitsplatz für Studenten werden und sie in die Innenstadt locken.

Firma Zosseder hat Container zur Verfügung gestellt

Auf der anderen Seite des Platzes sitzt Nico Seibt, der gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Stadtbibliothek absolviert. Hinter ihm befindet sich ein Container der Firma Zosseder, an dessen Wand zahlreiche gemalte Bilder hängen.

Sammelt Ideen zur Gestaltung des Salzstadels: Nico Seibt absolviert gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr in der Stadtbibliothek.

Vor ihm stehen Tische mit Pinseln, Wasserfarben und Buntstiften. „Hier sollen die Leute das malen, was sie sich auf dem Salzstadel wünschen“, sagt Seibt. Die häufigsten Vorschläge: Tanzveranstaltungen, ein Brunnen sowie einen Foodsharing-Kühlschrank.

Clown Emmeran Heringer posiert für Fotos

Auf dem restlichen Platz verteilt stehen Sonnenschirme, Liegestühle und Bierbänke. Etliche sind von Besuchern und Passanten besetzt. Es wird gefrühstückt und gelacht. Einige zeigen mit dem Finger auf Clown Emmeran Heringer, der auf seinen Stelzen immer wieder für Fotos posiert. Im Hintergrund ist „Sebastian Gigglinger‘s Clarinet Jazz“ zu hören.

Sorgen für gute Laune: Sylvia Wendlinger (links) und Svenja Jakob von den Tapetenwechslern bieten improvisierte Stadtführungen an.

Svenja Jakob und Sylvia Wendlinger von den Tapetenwechslern bieten improvisierte Stadtführungen an.

Oberbürgermeister März nimmt an Veranstaltung teil

Oberbürgermeister Andreas März (CSU) sitzt gemeinsam mit seiner Frau Andrea, der dritten Bürgermeisterin Gabriele Leicht (SPD), Kulturreferent Wolfgang Hauck und einigen weiteren Stadträten an einem der Tische. Sie unterhalten sich, lassen das Geschehene auf sich wirken.

Ausstellung „Stadtmöbel für Rosenheim“

In der Stadtbibliothek bereiten sich währendessen vier Innenarchitektur-Studenten der Technischen Hochschule auf die Eröffnung ihrer Ausstellung vor. Sie haben im Sommersemester „Stadtmöbel für Rosenheim“ entworfen – ein Projekt, das vom Stadtmarketing der Stadt Rosenheim durchgeführt wurde.

Unbegrenzte Variationsmöglichkeit

„Der öffentliche Raum wird zukünftig noch bedeutender als sozialer Treffpunkt. Daher müssen wir diesen stärken und aufwerten – mehr Stadtmobiliar schafft in hohem Maße Aufenthaltsqualität“, sagt die Leiterin des Stadtmarketings Judith Gebhart de Ginsberg. Sie lobte die zahlreichen Ideen. Elf der kreativen Entwürfe hängen jetzt in der Stadtbibliothek. Unter anderem von den Studenten Markus Csizmadia, Madeleine Spiegelhalter, Anne Frick und Vanessa Müller.

Von den Bergen inspiriert

Müllers Entwurf nennt sich „Muggerl“. Sie hat sich von den Bergen inspirieren lassen und ein Modul entworfen, welches stehend, liegend, gruppiert und gestapelt benutzt werden kann. Ihre Kommilitonin Madeleine Spiegelhalter hat ein sogenanntes „Eckal“ entwickelt. Ihr Straßenmöbel ist modular aufgebaut. Die Trapezform bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Anordnungen zu bilden, so Spiegelhalter. Damit entstünden unbegrenzte Variationsmöglichkeiten.

Fachjury wählt im September Gewinnerentwürfe aus

Im September wählt eine Fachjury drei Gewinnerentwürfe aus. Aus diesen werden dann Prototypen entworfen, die zum Probesitzen am Salzstadel einladen sollen. Auch die Rosenheimer dürfen mitentscheiden. Auf der Homepage der Technischen Hochschule ist eine Online-Abstimmung freigeschaltet, die in der Juryentscheidung berücksichtigt wird.

Mehr zum Thema

Kommentare