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Lebensretter dringend gesucht

Ärmel hoch gegen Blutkrebs: Rosenheimer Gymnasium organisiert für 1. April Typisierungsaktion

Ein Labor-Mitarbeiter betrachtet eine Platte mit DNA-Material von 384 potenziellen Stammzellenspendern, die sichtypisieren haben lassen.
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Ein Labor-Mitarbeiter betrachtet eine Platte mit DNA-Material von 384 potenziellen Stammzellenspendern, die sichtypisieren haben lassen.

Es ist nur ein kleiner Pieks, der am Ende aber großes Bewirken kann: Mit einer Typisierungsaktion am Freitag, 1. April, von 13 bis 16 Uhr, sucht das Iganz-Günther-Gymnasium potenzielle Stammzellenspender gegen Blutkrebs. Auch viele Schüler, die die Aktion mit der AKB organisiert haben, lassen sich natürlich anzapfen.

Von Johannes Hoose

Rosenheim – Jede neue Registerkarte kann Leben retten. Das ist die Motivation hinter der Typisierungsaktion, die Schüler des Ignaz-Günther-Gymnasiums in Kooperation mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) ins Leben gerufen haben. Die Aktion findet diesen Freitag, 1. April, in der Mensa des Gymnasiums an der Prinzregentenstraße statt. Hier können sich von 13 bis 16 Uhr gesunde Bürger im Alter zwischen 17 und 45 Jahren typisieren lassen. Es gilt die 3G-Regel, ein Schnelltest kann auch kostenlos vor Ort gemacht werden. Zuvor sind ab 11 Uhr bereits die Schüler an der Reihe.

Blutprobe oder Wangenabstrich

Für die Typisierung wird lediglich eine kleine Menge Blut oder ein Wangenabstrich benötigt. Die Proben werden ausgewertet und anonymisiert in der Datenbank der AKB gespeichert, welche mit einer weltweiten Spenderdatenbank verknüpft ist. So haben Leukämieerkrankte auf der ganzen Welt die Chance auf eine Stammzellspende.

Am Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim soll die Typisierungsaktion stattfinden.

Die Idee für die Aktion kam von den Schülerinnen und Schülern der Q12, die sich trotz des enormen Lernstress aufgrund der Ende April beginnenden Abiturprüfungen entschieden haben, die wohltätige Aktion zu starten.

Schulleiter Dieter Friedel zeigt sich erfreut über das soziale Engagement seiner angehenden Abiturienten. „Ich finde es ganz toll, dass die Schüler noch einmal was Gutes tun wollen, bevor sie die Schule verlassen“, lobt er.

Allerdings dürfen nur diejenigen spenden, die 17 Jahre oder älter sind, was bei den Schülern nur die Oberstufe betreffe, so Friedel. Um also in der Schulfamilie möglichst viele Menschen zum Spenden zu bewegen, hat der Schulleiter den Aufruf auch an die Eltern verbreitet.

Einen prominenten Unterstützer haben die Schüler bereits. Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März hat sich bereit erklärt die Schirmherrschaft für die Aktion zu übernehmen. Er schätzt das Engagement der Jugendlichen sehr und will sie auf jeden Fall unterstützen.

Wer aber nicht die Möglichkeit hat sich vor Ort als Stammzellspender registrieren zu lassen, kann dies genauso auch von zuhause aus tun. Benötigt wird hierfür das sogenannte „Lebensretterset“ der AKB. Dieses kann online auf der Website der Stiftung bestellt werden. Zuhause kann damit dann eine Probe entnommen und portofrei an das Labor geschickt werden.

Darüber hinaus ist die AKB auch auf Geldspenden dringend angewiesen, da die bei der Registrierung anfallenden Kosten nicht von staatlicher Seite getragen werden. Die Stiftung muss also selbst dafür aufkommen.

Vor Ort sein wird am Freitag auch Maxine Spitzl aus Kolbermoor. Sie hat vergangenes Jahr bereits einmal Stammzellen gespendet. Zunächst wurde ihr für die Spende nur Blut entnommen.

Unterstützt das Organisations-Team: Maxine Spitzl aus Kolbermoor.

Anfang dieses Jahres benötigte die Empfängerin aber eine weitere Spende, weshalb Spitzl bei einer Operation Knochenmark entnommen werden sollte. Am Tag der Entnahme erreichte die Kolbermoorerin aber dann die niederschmetternde Nachricht, dass die geplante Empfängerin verstorben sei. „Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, auch wenn ich die Person nicht kannte“, berichtet sie.

Auch dieser Vorfall bewegt Spitzle dazu, sich weiter für Stammzellspende einzusetzen. Da sie aus eigener Erfahrung berichten kann wird sie den Menschen vor Ort vor allem Fragen beantworten und eventuelle Bedenken nehmen.

„Team Anne“ legt vor

Es ist dieses Jahr aber nicht die erste Aktion dieser Art, die in Rosenheim stattfindet. Bereits im Januar hatte das „Team Anne“ eine Typisierungsaktion für die 34-jährige Anne aus Kolbermoor gestartet.

Bisher wurde hier noch keine passende Probe gefunden, wie Organisatorin Tamara Jörns berichtet. Die Auswertung der Daten bei der AKB läuft aber nach wie vor auf Hochtouren. Jörns zeigt sich deshalb weiterhin optimistisch, dass bald ein Spender oder eine Spenderin gefunden wird.

Für die Schüler bleibt nun nur noch zu hoffen, dass sich möglichst viele Menschen als Stammzellspender registrieren lassen, da nur so Leukämieerkrankten geholfen werden kann.

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