Ärger über Trödelhof

Tadelos im Zustand war der große Schlafzimmerschrank der Triebenbachers. Aber diese Objekte sind vom Trödelhof nur schwer zu verkaufen. Foto Schlecker
+
Tadelos im Zustand war der große Schlafzimmerschrank der Triebenbachers. Aber diese Objekte sind vom Trödelhof nur schwer zu verkaufen. Foto Schlecker

Rosenheim - Josef und Uta Triebenbacher ärgern sich über den Trödelhof der Diakonie. Das Ehepaar zieht von Pang nach München und trennt sich von vielen Sachen, darunter Büromöbel und eine Schlafzimmer-Schrankwand. "Alles hochwertige Dinge ohne Makel", so der ehemalige Polizeibeamte. Wegwerfen kam nicht infrage. So wandte sich der 77-Jährige an den Trödelhof. "Doch da bekam ich eine Abfuhr", beklagt sich der Rosenheimer.

Am Telefon wurde ihm gesagt, dass er ein Foto von den Möbeln an den Trödelhof schicken oder vorbeibringen und die Sachen selbst anliefern soll. Beides kam für ihn nicht infrage: "Ich habe keinen Fotoapparat, außerdem bin ich derzeit nicht gut zu Fuß - und einen Lastwagen habe ich nicht. Ich wollte dafür sorgen, dass auch Leute mit wenig Geld zu guten Möbeln kommen."

Im Trödelhof hat man es laut Bereichsleiter Günther Stranzinger immer wieder mal mit "sehr enttäuschten Leuten" zu tun, wenn die Annahme von Möbeln abgelehnt wird. "Auch wir müssen wirtschaftlich denken. Nicht alles, was noch gut ist, lässt sich auch verkaufen", weiß Stranzinger.

Schrankwände seien derzeit Ladenhüter. "Die Besitzer haben dafür oft Tausende von Euro bezahlt. Auch wenn das schon Jahre zurückliegt, bleiben diese Möbel für sie natürlich wertvoll", so Stranzinger. Annehmen könne man aber nur, was sich mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterverkaufen lässt.

Früher gab es eine Arbeitskraft, die Möbel besichtigte und abholte. "Das verbrauchte viel Sprit und Zeit und hat sich nicht gerechnet", sagt Stranzinger. Daher läuft es jetzt so: Wer etwas abgeben will, kommt mit seinen Waren in den Klepperpark und lässt sie begutachten oder zeigt den Mitarbeitern aussagekräftige Fotos. Erst dann rückt der Lastwagen zur Abholung aus.

Im Fall der Triebenbachers schlug ein Mitarbeiter das telefonisch vor. "Der Mann hat alles richtig gemacht", so Stranzinger. Von der verärgerten Reaktion sei er umgehend informiert worden und habe beschlossen, die Möbel auch ohne Besichtigung abholen zu lassen.

Triebenbacher bestätigt das. Doch er wollte und konnte sich darauf nicht mehr einlassen: "Ich habe selbst nach Abnehmern gesucht und sie auch schnell gefunden." Stranzinger weiß, dass sich derartige Konflikte nicht immer vermeiden lassen: "Wenn es Beschwerden gibt, bitte sofort mich anrufen. Ich versuche das schnellstens zu klären." wu

Kommentare