Ärger über eine vermeintliche Behinderung kostet Rosenheimer den Führerschein

Seinen Führerschein abgeben musste ein 27-Jähriger „Verkehrsrowdy“, weil er einen Auffahrunfall provoziert hat.
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Seinen Führerschein abgeben musste ein 27-Jähriger „Verkehrsrowdy“, weil er einen Auffahrunfall provoziert hat.
  • vonTheo Auer
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Süddeutscher Sturschädel gegen südländisches Temperament, „Verkehrsrowdy“ gegen „Verkehrserzieher“, angemessen gegen aggressiv – gleich wie, die Begegnung eines 27-Jährigen und eines 63-Jährigen am Schwaiger Kreisel in Rosenheim endete vor Gericht.

Rosenheim – Vom Kreisverkehr „Schwaiger Kreisel“ kommend war der 27-jährige Rosenheimer in Richtung Panoramakreuzung und weiter zum Inn hin unterwegs. Auf der Kreuzung fühlte er sich von dem Pkw vor ihm gefährdet und folgte diesem nah auffahrend, mit Lichthupe und rechts blinkend.

Gegenseitige Überholmanöver

Der vor ihm fahrende 63-jährige aus Rohrdorf sah keine Veranlassung darauf zu reagieren und fuhr im Verkehrsfluss weiter. Nach der Bahnüberführung überholte ihn der junge Mann und verlangsamte seine Fahrt derart, dass sich der Rohrdorfer genötigt sah, ihn seinerseits zu überholen.

Abrupte Bremsung

Daraufhin überholte der 27-Jährige erneut, scherte knapp vor ihm ein und bremste den Wagen derart abrupt, dass es dem hinterher fahrenden Rohrdorfer nicht mehr möglich war, stark genug zu bremsen. Mit der Folge, dass er dem gebürtigen Kosovaren auf das Heck auffuhr.

Führerschein für sieben Monate weg

Nach der Ermittlung durch die Polizei ereilte den 27-Jährigen darauf hin ein Strafbefehl über 900 Euro und Entzug des Führerscheines für sieben Monate. Dagegen legte er Einspruch ein, und so traf man sich beim Amtsgericht Rosenheim.

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Der Staatsanwalt beschuldigte ihn der Straßenverkehrsgefährdung auf Grund des unangemessenen Bremsmanövers.

Bremsvorgang erst nach 200 Metern

Unterstützt von Rechtsanwalt Christian Schluttenhofer beschrieb der Angeklagte den Vorgang völlig anders. Er sei nach dem zweiten Überholvorgang weit vor dem Geschädigten eingeschert und habe erst nach etwa 200 Metern den Bremsvorgang eingeleitet. Der Auffahrunfall sei deshalb einzig der Unaufmerksamkeit des hinter ihm fahrenden Rohrdorfers zuzuschreiben.

Ein Schuldspruch machte Sache teurer

Der Vorsitzende Richter Stefan Fritz tat sich schwer damit, den Erklärungen des Angeklagten zu glauben und empfahl dem Verteidiger in einem Rechtsgespräch, sein Mandant möge den Einspruch gegen den Strafbefehl zurücknehmen, denn bei einem Schuldspruch würde die Strafe zwangsläufig höher ausfallen.

Staatsanwalt stimmte zu

Rechtsanwalt Schluttenhofer besprach sich intensiv mit seinem Mandanten, den er zur Einsicht bewegen konnte.

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Der Staatsanwalt stimmte zu (was zwingend notwendig ist) und so wurde der Strafbefehl in der erwähnten Form rechtskräftig. Seinen Führerschein durfte der so Verurteilte an Ort und Stelle dem Staatsanwalt übergeben.

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