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Sperrungen von Rad- und Wanderwegen

Auwald am Mangfalldamm: Deshalb müssen zahlreiche Bäume gefällt werden

Maschinell unterstützte Fällung im Februar 2019 in Oberwöhr
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Um die kranken Bäume an der Mangfall zu fällen, wird schweres Gerät eingesetzt.

Die bayerischen Staatsforsten rücken am Montag, 12. Dezember, kranken Bäumen im Auwald zu Leibe. Denn ein winziger Pilz gefährdet dort Spaziergänger und Radfahrer.

Rosenheim/ Schliersee – Der Tag nach dem Gewitter. Motorsägen stören das Idyll an der Mangfall in Rosenheim. Wieder einmal sind etliche und teils starke Eschen umgestürzt. Einige trafen den Fahrradweg auf dem Hochwasserdamm südlich der Mangfall. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Dort wird nun eilig aufgeräumt. 

Das geschilderte Szenario ereignete sich so tatsächlich im August letzten Jahres. Nach einem kurzen aber heftigen Sommergewitter waren mehrere Eschen auf den nahegelegenen Radweg gestürzt. Dieser musste von Waldarbeitern der Bayerischen Staatsforsten freigeschnitten und weitere Gefahrenbäume gefällt werden, deren Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Doch warum kommt es in den letzten Jahren vermehrt zu umstürzenden oder zusammenbrechenden Eschen?

Verursacher ist ein winziger Pilz

Bei Betrachtung der stehengebliebenen Eschen fällt auf, dass die allermeisten nur noch schütter belaubt sind. Die Bäume erwecken insgesamt einen kranken Eindruck, bei besonders stark geschädigten Bäumen haben sich die Blätter bis in die innere Krone zurückgezogen, von der äußeren Krone zeugen oft nur noch wenige Totäste. Sogar bei auf den ersten Blick gesunden Bäumen sind bei näherem Hinschauen Lücken in der Belaubung und abgestorbene Zweige erkennbar. 

Die beschriebenen Symptome gehören zum Krankheitsbild des sogenannten Eschentriebsterbens, einer Baumerkrankung. Sie wird von einem winzigen Pilz, dem „Falschen Weißen Stengelbecherchen“, verursacht und ruft bei Eschen jeden Alters schwere Schäden hervor. Nach nur wenigen Jahren sterben nahezu alle erkrankten Bäume ab. Mittlerweile hat sich diese Baumerkrankung auf ganz Bayern ausgebreitet und leider sind auch die Eschenbestände im Landkreis Rosenheim teilweise massiv betroffen.

Regelmäßige Kontrollen

Die Krankheit führt zu einem Absterbeprozess in der Krone, der sich beginnend von den äußeren Zweigen nach innen fortsetzt und sich auf die stärkeren Äste ausbreitet. Diese können bei Wind abbrechen und zu Boden stürzen. Im fortschreitenden Krankheitsverlauf werden die erkrankten Eschen in der Regel von weiteren Pilzen wie dem Hallimasch besiedelt. Dieser Befall verursacht eine Fäule im Wurzelbereich, wodurch die Standsicherheit des gesamten Baumes so weit verringert wird, dass dieser auch ohne äußere Einflüsse unvermittelt umstürzen kann. Befallene Bäume stellen daher eine akute Gefährdung für Anwohner und Waldbesucher dar.

Um das Risiko für Waldbesucher und Anwohner möglichst gering zu halten, führen die Bayerischen Staatsforsten in den von ihnen betreuten Staatswäldern regelmäßig Sicherheitsbegehungen durch. Werden dabei Gefährdungen festgestellt, erfolgt im Anschluss eine Hiebsmaßnahme zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit; so nun auch im Staatswaldkomplex „Grünholz“ zwischen der Hochfellnstraße und der Kufsteinerstraße. Betroffen ist in erster Linie ein Bereich entlang des Radweges südlich der Mangfall. 

Auf dem etwa 900 Meter langen Abschnitt würden, erklärt Lukas Hofmann von den bayerischen Staatsforsten, am Montag, 12. Dezember, etwa 40 bis 50 Eschen gefällt. Dabei kommt schweres Gerät zum Einsatz: Eine händische Herausnahme der Bäume sei aufgrund der starken Schäden unmöglich, weshalb ein Harvester zum Einsatz kommt. Dieser fixiert und fällt die Stämme mit einem hydraulischen Greifarm, der Maschinenführer sitzt in der sicheren Kabine. Für den Zeitraum der Arbeiten wird es zu Einschränkungen und teils auch Vollsperrungen der Rad- und Wanderwege kommen.

re

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