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200 Unfälle innerhalb von drei Jahren

Achtung, Lkw-Kontrolle: Unterwegs mit der Rosenheimer Polizei

Bei der Kontrolle: Polizeihauptmeister Florian Steiner und Polizeihauptmeisterin Elisa Weise überprüfen einen LKW-Fahrer aus Bulgarien.
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Bei der Kontrolle: Polizeihauptmeister Florian Steiner und Polizeihauptmeisterin Elisa Weise überprüfen einen Lkw-Fahrer aus Bulgarien.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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In den vergangenen drei Jahren hat es im Dienstbereich der Rosenheimer Polizei 200 Unfälle gegeben, an denen Lastwagen beteiligt waren. Erst Anfang August hat ein Laster eine 78-Jährige in der Chiemseestraße erfasst und tödlich verletzt. Jetzt hat die Polizei bei einer Kontrolle Lastwagenfahrer überprüft.

Rosenheim – Polizeihauptmeister Florian Steiner hat eine goldene Regel: Niemals mit den Schuhen das Führerhaus eines Lkw betreten. „Für viele Fahrer ist die Kabine wie eine Wohnung“, sagt Steiner, während er den weißen Lastwagen mit einer Kelle aus dem fließenden Verkehr winkt.

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Gelassen öffnet der Fahrer – ein junger Mann aus Serbien – seine Tür. „Verkehrskontrolle. Einmal bitte den Führerschein, Fahrerkarte, Zulassungs- und Ausweispapiere“, sagt Steiner. Mit den Dokumenten geht er zurück zum Polizeiauto, an dem bereits Polizeihauptkommissar Robert Maurer und Polizeihauptkommissar Patrick deRaef warten.

Polizeihauptmeister Florian Steiner schaut, ob der Fahrer die Ruhe- und Lenkzeiten eingehalten hat.

Einhalten der vorgeschriebenen Ruhe- und Lenkzeiten

Steiner schiebt die Fahrerkarte ins Kontrollgerät. Sofort ploppen mehrere Fenster auf. Konzentriert schaut er auf den Bildschirm, klickt sich durch die verschiedenen Angaben. „Ich kann jetzt unter anderem kontrollieren, ob der Fahrer die vorgegebenen Ruhe- und Lenkzeiten eingehalten hat. Und zwar von den vergangenen 29 Tagen“, sagt er. Mit einem Stift zeigt er auf die blaue Grafik und nickt: „Das passt.“ Der Fahrer hat die maximale Tageslenkzeit von neun Stunden nicht über- und die Ruhezeit von elf Stunden pro Tag nicht unterschritten.

Ein Alkohol- und Drogentest

Während er die Ausweispapiere und die Speditions-Lizenz überprüft, führt seine Kollegin, Polizeihauptmeisterin Elisa Weise, bei dem Fahrer einen Alkohol- und Drogentest durch. Auch hier gibt es nichts zu beanstanden. „Ich habe Fußball gespielt. Ich rauche und trinke nicht“, sagt der Fahrer.

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Gelassen beobachtet er, wie Steiner und Weise anschließend seine Reifen und Bremsen kontrollieren. Alles scheint in bester Ordnung. Florian Steiner stellt dem Fahrer noch schnell ein Schreiben für sein Unternehmen aus, auf dem erklärt wird, warum er in Rosenheim rund 30 Minuten gestanden hat, dann kann der Fahrer seinen Weg fortsetzen.

Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten

Kurze Zeit später winkt Polizeihauptmeisterin Elisa Weise schon den nächsten Lkw aus dem Verkehr. Dieses Mal handelt es sich um einen Fahrer aus Bulgarien, der Ware aus Italien transportiert. Auch von ihm lässt sich Steiner alle notwendigen Unterlagen geben. „Durch die Fahrerkarte können wir auch sehen, ob gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung verstoßen wurde“, erklärt der Polizeihauptmeister.

Mit der Fahrerkarte kann überprüft werden, ob gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung verstoßen wurde.

Seit mehr als einem Monat unterwegs

Wieder schaut er auf seinen Computer. Er zeigt auf die Grafik, sieht genau wann der Fahrer gebremst, beschleunigt und im Stau gestanden ist. Zu schnell sei er in den vergangenen 24 Stunden nicht gewesen. Dafür gibt es ein anderes Problem. „Der Fahrer hat seine Ruhepausen nicht eingetragen“, sagt Steiner.

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Laut den ihm vorliegenden Daten sei der Fahrer seit dem 20. Juli unterwegs. Eine Übersicht, wo er seine Pausen gemacht habe, gebe es aber nicht. „Entweder er kann uns jetzt die Quittungen von seinen Hotelübernachtungen zeigen oder sowohl er, als auch sein Unternehmen müssen mit einer Anzeige und Bußgeldern rechnen“, sagt Steiner. Die Bußgelder können sich bei wiederholten Missachtungen an mehreren Tagen auf vierstellige Summen belaufen.

Im Großen und Ganzen aber sind sowohl Steiner als auch seine Kollegen zufrieden, denn größere Beanstandungen hat es während der Kontrolle nicht gegeben.

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