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NACHRUF

Abschied vom Gipfelstürmer und Brotsammler: Rosenheim trauert um Hansjörg Finsterwalder (89)

Im Einsatz für die Bedürftigen: Hansjörg Finsterwalder hat sich in seiner Funktion als Vorsitzender des Vinzentiusvereins um die Ärmeren der Gesellschaft gekümmert.
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Im Einsatz für die Bedürftigen: Hansjörg Finsterwalder hat sich in seiner Funktion als Vorsitzender des Vinzentiusvereins um die Ärmeren der Gesellschaft gekümmert.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Traurige Nachricht für Rosenheim: Hansjörg Finsterwalder ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Ein Nachruf auf einen Mann, der das Extreme geliebt hat, und ohne dessen Einsatz es viele soziale Einrichtungen in der Stadt nicht geben würde.

Rosenheim – Zurückhaltend, engagiert und einer, der für den Sport gelebt hat: Es sind nur einige Worte, mit denen Freunde, Bekannte und Familienmitglieder Hansjörg Finsterwalder beschreiben. Er arbeitete als Ingenieur im Rosenheimer Finanzbauamt, war seit 1970 Vorsitzender des Rosenheimer Vinzentiusvereins und kümmerte sich dort persönlich um Bedürftige.

„Er hat seine ganze Kraft in den Verein gesteckt“, heißt es von den Mitgliedern. Alle zwei Wochen sei er losgezogen, um das Brot bei Rosenheimer Bäckereien abzuholen und es anschließend an die Armen zu verteilen. Sogar seinen Urlaub habe er nach diesen ehrenamtlichen Terminen geplant, damit keine Brotverteilung ausfallen musste.

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Doch es waren nicht nur die Bedürftigen, um die sich Hansjörg Finsterwalder kümmerte. Auch für Kinder und Jugendliche zeigte der Träger der goldenen Bürgermedaille großem Einsatz. Er setzte sich für den Kinderhort in der Frühlingsstraße ein und war an der Gründung der beiden Jugendtreffs St. Nikolaus und Christkönig beteiligt. Im Februar 2011 gab Finsterwalder seinen Vorsitz aus Altersgründen schließlich ab. Lob für seine Arbeit bekommt er auch Jahre später noch: „Er hat sich stets nachhaltig und uneigennützig eingesetzt, um insbesondere die sozial Schwachen der Gesellschaft zu unterstützen“, heißt es von Seiten des Vereins.

Wenn er sich nicht ehrenamtlich engagierte oder seinem Beruf als Bauingenieur nachging, machte er gern Sport.

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Wie wichtig ihrem Vater das war, weiß Margret Finsterwalder (58): „Der Sport war sein Leben.“ Er sei lieber 50 Kilometer geradelt, als an Festivitäten teilzunehmen. Aber nicht nur das Radfahren begeisterte ihn. Er sei ein „extrem Bergsteiger“ gewesen, habe bei diversen Erstbegehungen im damaligen Persien teilgenommen und war über viele Jahre Vorsitzender im Rosenheimer Bergbund.

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„Der Hans hat über 1000 verschiedene Gipfel bestiegen“, sagt Markus Tiefenthaler vom Bergbund. Über jede Besteigung habe er Tagebuch geführt. Ein Großteil der Bücher – von 1945 bis 2015 – liegt jetzt bei Tiefenthaler zu Hause. „Es ist sehr spannend zu lesen“, sagt er. Die beiden Männer haben sich über viele Jahre bekannt. Tiefenthaler geschreibt Finsterwalder als einen „sehr ruhigen, zurückhaltenden Mann“, der „immer sehr korrekt war“. Er habe immer etwas zurückgeben wollen, habe sich für die Menschen in seinem Umkreis „stark eingesetzt“.

Nach Schlaganfall nicht mehr erholt

In den vergangenen Jahren ist es ruhiger geworden um Hansjörg Finsterwalder. Vor fünf Jahren erkrankte er an Alzheimer, lebte seitdem in einer Demenz-Wohngemeinschaft. Vor einigen Monaten erlitt er einen Schlaganfall und erholte sich davon laut seiner Tochter Margret nicht mehr. Am 24. April verstarb er im Alter von 89 Jahren. Er hinterlässt drei Kinder, fünf Enkel und vier Urenkel.

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