1.400 Rosenheimer wollen Edeka-Markt in der Erlenau retten – das sagt OB März (Video)

Will den Edeka-Markt in der Austraße retten: Christian Berghofer, der Vorsitzende des Vereins „Eigenheimer Rosenheimer-Erlenau“ hat eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen.
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Will den Edeka-Markt in der Austraße retten: Christian Berghofer, der Vorsitzende des Vereins „Eigenheimer Rosenheim-Erlenau“ hat eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Die Zukunft des Edeka-Marktes in der Austraße 46 hängt am seidenen Faden. Der aktuelle Betreiber zieht am Samstag, 19. September, einen Schlussstrich. Jetzt sammeln die Anwohner Unterschriften, um genau das zu verhindern. Ein letzter Rettungsversuch.

Update 18. September, 15.43 Uhr:

Anwohner sammeln 1.400 Unterschriften

Der Kampf um den Erhalt des Edeka-Marktes in der Austraße 46 geht weiter. Die Anwohner haben in den vergangenen Wochen Unterschriften gesammelt und diese jetzt an Oberbürgermeister Andreas März überreicht. Insgesamt 1400 Unterschriften sind laut Christian Berghofer, dem Initiator der Aktion, zusammengekommen. Sein Motto: „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“. Über so viel Kampfgeist staunte auch Oberbürgermeister März.

Er fühle sich verantwortlich, dass die Bewohner in der Erlenau wieder eine wohnortnahe Versorgung bekommen. „Ich stehe kontinuierlich in Kontakt mit Mietinteressenten, mit den Eigentümern und den Handelsketten um eine Lösung zu finden“, sagte März. Man könne „vorsichtig optimistisch“ sein, dass es weitergeht – aber eben nicht nächste Woche. Einen „Daumen hoch“ für diese Aussage gab es von den Anwohnern.

Meldung 18. August:

Geplante Schließung des Edeka-Markts ruft Rosenheimer auf den Plan

Rosenheim – Christian Berghofer (52) nimmt die Dinge nicht einfach so hin. Er ist einer, der anpackt, sich für Veränderungen einsetzt und nicht tatenlos rumsitzt. So auch, als er von der geplanten Schließung des Edeka-Marktes gehört hat. Wie berichtet, hatte die Pressestelle der Edeka Südbayern Handels Stiftung bestätigt, dass der Markt Mitte September schließt, weil sich der selbstständige Kaufmann Marco Maruhn aufgrund „neuer Perspektiven“ dazu entschlossen hat, den Edeka-Markt nicht mehr weiter zu betreiben. Für viele kam die Nachricht überraschend. Auch für Christian Berghofer. „Gerechnet habe ich damit nicht“, sagt er. Er wohnt seit 30 Jahren in der Erlenau, ist seit zwölf Jahren der Vorsitzende des Vereins „Eigenheimer Rosenheim-Erlenau“. „Ich wusste, dass wir als Verein etwas unternehmen müssen“, sagt er.

Stück Lebensqualität würde verloren gehen

Er berät sich mit seiner Vorstandschaft, schmiedet Pläne, wie man eine Schließung verhindern und die Nahversorgung in der Erlenau weiterhin sicherstellen könnte. Schließlich entsteht die Idee, eine Unterschriftenaktion ins Leben zu rufen.

Berghofer recherchiert im Internet, verfasst ein Anschreiben und verteilt es, samt Unterschriftenliste, in der Nachbarschaft. In den Schreiben spricht er davon, dass die Erlenau mit dem Verlust des Marktes ein „großes Stück Lebensqualität“ verlieren würde.

Anlaufpunkt für Meinungsaustausch und Begegnungen

Der Markt sei für viele Menschen „ein wesentlicher Teil der Bestandteil der Gesellschaft und Anlaufpunkt für Gespräche, Meinungsaustausch und Begegnungen im Stadtteil“. Einige Tage nachdem er die Listen verteilt hat, bekommt er die ersten Rückmeldungen. „Mein Telefon stand nicht mehr still. Alle haben sich bei mir bedankt, dass sich endlich jemand der Sache annimmt“, sagt er.

Nächste Einkaufsmöglichkeit zu Fuß kaum erreichbar

Unter ihnen: Monika Pittlerle. Die 72-Jährige hat sich bereits vor einigen Wochen an unsere Zeitung gewandt. Sie habe kein Auto, steige nur ungern aufs Fahrrad. Die nächste Einkaufsmöglichkeit sei für sie zu Fuß kaum zu erreichen. Umso größer die Freude, dass sich etwas zu tun scheint. Sie hat bereits unterschrieben, die Unterlagen eigenhändig bei Berghofer abgeliefert. „Ich finde die Aktion super und hoffe, es bringt etwas“, sagt sie.

400 Menschen haben unterschreiben

In den vergangenen Wochen sind laut Berghofer rund 400 Unterschriften zusammengekommen. Er hofft, dass die Zahl in den kommenden Tagen noch auf 600 ansteigt. Die Unterschriften will er dann, gemeinsam mit einigen Anwohnern, an Oberbürgermeister Andreas März übergeben. „Wie die Sache ausgeht, kann ich nicht beeinflussen“, sagt er. Optimistisch ist er trotzdem.

Soll in die Räumlichkeiten ein neuer Markt einziehen?

Grund dazu könnte bestehen. So habe Wolfram Schleburg, der Vorsitzende des Bürgervereins Erlenau „aus zuverlässiger Quelle“ erfahren, dass „in die Räumlichkeiten ein neuer Markt einziehen soll“. Ob dem tatsächlich so ist, wird sich zeigen. Christian Berghofer jedenfalls kämpft weiter. Weil er eben so jemand ist.

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