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Schiffleutbruderschaft Neubeuern

400 Jahre Innschifffahrt werden groß gefeiert

Die Vorstandschaft hält das Ruder der Plätte fest in der Hand: v.l. Georg Spatzier (Revisor), Alois Pichler (Beisitzer), Josef Englberger (Beisitzer), Maximilian Tiefenmooser jun. (Beisitzer), Juliane Tiefenmooser (Vorstandsvorsitzende), Sebastian Paul (2. Vorsitzender), Peter Hacker (Revisor), Veronika Spatzier (Schriftführerin), Reinhard Käsiger (Chronist) und Georg Wachinger (Kassier). Beisitzer Rudi Lebeth ist nicht auf dem Bild.
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Die Vorstandschaft hält das Ruder der Plätte fest in der Hand: v.l. Georg Spatzier (Revisor), Alois Pichler (Beisitzer), Josef Englberger (Beisitzer), Maximilian Tiefenmooser jun. (Beisitzer), Juliane Tiefenmooser (Vorstandsvorsitzende), Sebastian Paul (2. Vorsitzender), Peter Hacker (Revisor), Veronika Spatzier (Schriftführerin), Reinhard Käsiger (Chronist) und Georg Wachinger (Kassier). Beisitzer Rudi Lebeth ist nicht auf dem Bild.

400 Jahre blickt die Innschifffahrt in Neubeuern auf ihren Ursprung zurück und feiert am Sonntag, den 22 Mai, ihr Jubiläum mit rund 400 Mitgliedern und Gästen aus Nah und Fern. Viele Veranstaltungen sind geplant, die die alte Zeit wieder aufleben lassen sollen.

Neubeuern – So entwickelte sich die Marktgemeinde ab der Marktrechtsverleihung 1393 zum wichtigsten Handelsplatz zwischen Kufstein und Rosenheim. Impulsgeben für die Gründung eines Vereins war Schiffsbaumeister und damaliger Neubeurer Bürgermeister Michael Schmidl. Nach einem Treffen mit Rupert Stuffer und Heinrich Heibler 1991 wurden die Schiffsleut egründet.

Spuren aus der Vergangenheit

„Heute versteht sich die Schiffleutbruderschaft als historischer Verein, der die prägnanten Spuren der Vorfahren zurückverfolgt und weiterträgt“, erläutert Vorsitzende Juliane Tiefenmooser.

Vorstandsvorsitzende der Schiffleutbruderschaft, Juliane Tiefenmooser, freut sich auf die Besucher des Museums.

„Ab dem Gründungsjahr 1622 erhielten alle Schiffsleut, die ihr Leben auf dem reißenden Fluss aufs Spiel setzten per Antrag einen Bruderschaftsbrief und den Ablasspfennig“, sagt Tiefenmooser.

Diese christlich anerkannte Offerte mit dem päpstlich dokumentiertem Ablass von 1719 bedeutete beim Tod die Freisprechung von den Sünden ohne letzte Ölung. „Die personalisierte Urkunde musste beim Ableben zurückgegeben werden und die Bruderschaft übernahm die Unterstützung der Hinterbliebenen und Invaliden und verkörperte im Wesentlichen den Gewerkschaftscharakter“, erläutert Juliane Tiefenmooser. Durch die Nachfahren der Schiffleut lebte diese soziale Gemeinschaft weiter.

Jahresbeitrag von einem Euro

Heute zahlt jedes Mitglied ein Euro Jahresbeitrag. Zu Gründungsbeginn war noch eine DM fällig, die damals im Verhältnis zum Bierpreis relativ hoch war. Heute wird der Beitrag an der Jahreshauptversammlung Mitte Januar kassiert. Diese Einnahmen dienen der Restaurierung überlieferter Dokumente und Fahnen, der Instandsetzung alter Grabtafeln an der Fassade der Altenbeurer Kirche oder der Errichtung und dem Unterhalt denkwürdiger Schiffsstätten im Ort, wie die Plättenstadl in Altenmarkt und am südlichen Ortseingang.

Die alten handschriftlichen Protokolle in Schönschrift wurden archiviert und dienen noch heute als wertvolle Nachschlagewerke. Aus diesen Dokumentationen und zahlreichen Recherchen fertigten Rupert Stuffer und Leo Strobl ein Schifffahrtsbuch, das die wichtigsten Details zum Leben am Inn zusammenfasst und als geschichtlicher Leitfaden dient.

Ende des 19. Jahrhunderts kam die Schifffahrt in Neubeuern durch Erschließung modernerer Verkehrswege wie der Bahn zum Erliegen. Vor Ort ist Chronist Reinhard Käsinger bestrebt, immer wieder auch Zeitzeugen zu befragen und zu bewahren, was sie damals hautnah erlebten.

Samer und Schiffsreiter aus Nußdorf kommen auch

Die Herausforderungen einer schwierigen, aber auch reichhaltigen Epoche zeigt uns das Heimatmuseum am Marktplatz, das durch zeitintensive Um- und Ausgestaltung mit Wiedereröffnung Anfang Mai 2022 den Besucher durch 400 Jahre Schiffleutgeschichte begleitet. Viele Neubeurer Familien trugen mit ihrem Erbe, ihrem Wissen und ihrer tatkräftigen Unterstützung zur Ausgestaltung bei.

Weitaus früher fand in der Pfarrkirche am linken Seitenaltar, dem Deckengemälde „Unser Leben gleicht einer Schifffahrt“ und den Prozessionsstangen die Bedeutung der Schiffleute ihren Einzug.

Am 22. Mai findet nun die 400-jährige Feier zum Bestehen mit dem Festsonntag am Marktplatz statt. Ein Schiff, das circa 1984 noch als eines der letzten von Michael Schmidl gebaut wurde und nun aus Wasserburg wieder in die Marktgemeinde zurückfand, gezeigt. Dieses wurde im Frühjahr 2022 von der Gemeinde Neubeuern erworben. Auch die Samer Reiter und die Schiffsreiter aus Nußdorf kommen mit zwölf Mann und versinnbildlichen das Aufgebot, das damals die Innschifffahrt auf unsicheren nassen Wegen begleitete.

Ein Tag voller Aktionen

Die Feierlichkeiten beginnen um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst und Fahnenweihe im Marktplatz mit anschließender Bewirtung unter musikalischer Begleitung und Festprogramm. Das Museum und die Schmiede am Marktplatz öffnen ihre Türen, während die Brettschneidesäge und das Abdichten der Plätten an der Schopperwand vorgeführt wird. Wer Lust hat, kann sich beim Plättenschießen vergnügen. Bei schlechtem Wetter findet der Festgottesdienst in der Pfarrkirche statt und im Anschluss ist beim Hofwirt Neubeuern für das leibliche Wohl gesorgt.

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