NEUE REGELUNG

14 Verstöße in 30 Minuten: Polizei kontrolliert Radfahrer am Rosenheimer Brückenberg

Angehalten und verwarnt: Zwei Polizistinnen nehmen die Personalien von zwei Radfahrern auf, die trotz Beschilderung den Brückenberg heruntergeradelt sind.
+
Angehalten und verwarnt: Zwei Polizistinnen nehmen die Personalien von zwei Radfahrern auf, die trotz Beschilderung den Brückenberg heruntergeradelt sind.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
    schließen

Am Brückenberg in Rosenheim laufen die Sanierungsarbeiten. Weil der östliche Abschnitt bis voraussichtlich Ende Juni 2021 gesperrt ist, gibt es eine Neuregelung. Radfahrer müssen absteigen und ihr Gefährt schieben. Doch nur die wenigsten befolgen die Anweisung.

Rosenheim – Eigentlich sind die Schilder nicht zu übersehen. „Radfahrer bitte absteigen“ steht da schwarz auf weiß auf beiden Seiten des Brückenberges. „Es hält sich trotzdem niemand dran“, sagt Eva-Maria Mayr. Sie ist die Radverkehrsbeauftragte der Stadt, hat die Situation am Brückenberg in den vergangenen Wochen immer wieder beobachtet. Sie sei die Strecke mehrmals abgelaufen, habe die Radfahrer auf die Beschilderung hingewiesen und sie gebeten, abzusteigen. Nur wenige seien ihrer Aufforderung nachgekommen.

Tägliche Kontrollen durch die Rosenheimer Polizei

Weil sich nicht nur Mayr, sondern auch die Bauarbeiter vor Ort über die Situation beschwert haben, hat sich jetzt die Rosenheimer Polizei der Sache angenommen. Fast täglich führen die Beamten Kontrollen durch. „Das Ergebnis ist momentan nicht gut“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Maurer.

Aufklärungsarbeit: Polizist Michael Rottmüller weist einen Bürger darauf hin, dass geschoben werden muss.

Gefährliche Situationen können entstehen

Er steht am Fuß des Brückenberges in der Äußeren Münchener Straße. Sein Blick ist auf die Straße vor ihm gerichtet. Die beiden Radfahrer sieht er schon von Weitem. Er hebt den Arm, fordert sie zum Anhalten auf.

Lesen Sie auch: Streusalz hat Schäden am Rosenheimer Brückenberg hinterlassen – Sanierungsarbeiten laufen

„Radfahrer müssen an dieser Stelle absteigen“, sagt er. Er weist sie auf die Beschilderung hin und erläutert, wie gefährlich die Situation sein kann, wenn sich die Lenker von Fahrrädern beim Vorbeifahren miteinander verhaken.

Geldbuße und Verwarnung

Die beiden Männer hören ihm zu, geben an, die Schilder schlichtweg übersehen zu haben. „Wir halten uns sonst immer an alle Verkehrsregeln“, sagt einer der Radler und zeigt dabei auf seinen Helm. Zwar glauben die Beamten seiner Aussage, eine Verwarnung bekommen die Männer trotzdem. Auch eine Geldbuße von jeweils 15 Euro müssen sie bezahlen.

Von der Beschilderung nichts gewusst

Während die Beamten noch den Bescheid ausstellen, kommen bereits die nächsten angeradelt. Eine junge Frau, gefolgt von zwei älteren Männern. Alle drei geben an, fast täglich am Brückenberg unterwegs zu sein.

Schwarz auf weiß: Zwei Schilder am Brückenberg weisen auf die Neuregelung hin.

Lesen Sie auch: Für Corona-Muffel wird es teuer: Die Rosenheimer Bußgeld-Bilanz nach einem Jahr Pandemie

Davon, dass man als Radfahrer absteigen muss, hätten auch sie noch nichts gewusst. Einsichtig zeigen sie sich trotzdem. Sie bezahlen das Verwarngeld und versprechen beim nächsten Mal abzusteigen.

14 Radfahrer aus dem Verkehr gezogen

30 Minuten später haben die vier Beamten 14 Radfahrer angehalten und verwarnt. „Fast jeder ist verbotswidrig über den Brückenberg gefahren“, sagt Polizeihauptkommissar Maurer. Er appelliert an die Bürger, fordert sie auf, ihr Fahrrad „für die 20 Meter zu schieben“. „Haltet Euch an die Verkehrsvorschriften, schaut Euch die Tafeln an, dann sagt auch die Polizei nichts“, fügt er hinzu.

Mögliche Verbesserung der Beschilderung

Radverkehrsbeauftragte Eva-Maria Mayr will währendessen darüber nachdenken, wie sie die Beschilderung verbessern kann.

Lesen Sie auch: Einsatz bei Mahnwache in Rosenheim gegen die Corona-Maßnahmen eskaliert

Denn die Bauarbeiten am Brückenberg werden noch bis voraussichtlich Ende des Jahres andauern. Nach den Arbeiten an der östlichen Brückenhälfte, soll die westliche Seite instand gesetzt werden. Eine lange Zeit, in der die Polizei auch weiterhin Kontrollen durchführen will. Bis sich eben jeder Bürger an die Beschilderung hält.

Mehr zum Thema

Kommentare