Kosten- und Zeitplan gehalten

Zwischenbilanz zum Neubau der Kläranlage in Oberaudorf: „Wir sind über den Berg“

Das Kombibecken ist zurzeit mit Wasser befüllt und wird so auf Dichtigkeit geprüft.
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Das Kombibecken ist zurzeit mit Wasser befüllt und wird so auf Dichtigkeit geprüft.
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
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Es sei das „größte Bauvorhaben der Geschichte Oberaudorfs“, sagt Projektleiter Michael Schmid über den Neubau der Kläranlage. Seit dem Baubeginn 2019 wurden schon einiges erreicht. Vor einigen Tagen wurde der Faulturm in Betrieb genommen. Laut Schmid liege man gut im Kosten- und Zeitplan.

Oberaudorf – Es sei das „größte Bauvorhaben der Geschichte Oberaudorfs“, sagt Projektleiter Michael Schmid über den Neubau der Kläranlage. Ein Millionenprojekt, das die Gemeinde viel Geld kostet. Aber den Bau 2019 endlich in Angriff zu nehmen sei „allerhöchste Eisenbahn“ gewesen. Die alten Geräte hätten sonst den Geist aufgegeben, ist sich Schmid sicher. „Aber jetzt sind wir über den Berg. Alle alten Anlagenteile sind mittlerweile abgeschaltet.“ Und der Bau der Anlage schreitet kontinuierlich voran.

Ende Juli wurde ein „Meilenstein“ erreicht

Seit dem Baubeginn im April 2019 hat sich einiges getan: Anlageteile wie das Schneckenhebewerk oder das Vor- und Nachklärbecken wurden abgerissen und das Maschinengebäude und der Faulturm entkernt. Darüber hinaus wurden das Rechen- und Betriebsgebäude sowie das Einlaufhebewerk neu errichtet. Auch „kilometerlange“ Leitungen und Elektrokabel mussten verlegt sowie Pumpen und Überwachungsgeräte installiert werden. Ende Juli 2020 konnte die erste Ausbaustufe in Betrieb genommen werden. Sprich: Es erfolgte die unmittelbare Anbindung der neuen Anlagenteile an den Kläranlagenzufluss. „Ein Meilenstein“, wie Schmid es bezeichnet. „Eine Kläranlage geht nicht von heute auf morgen in Betrieb, sondern schrittweise“, betont der Projektleiter. Viele Provisorien mussten rausgenommen und nach und nach durch neue Anlagenteile ersetzt werden.

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Vergangenen Montag wurde der Faulturm wieder in Betrieb genommen: „Der wird jetzt momentan mit Schlamm befüllt.“

In der Übergangsphase musste der Schlamm für eine fachgerechte Entsorgung nach Rosenheim in die Kläranlage gebracht werden. Da man seit Montag dabei sei, die Schlammschiene hochzufahren, sei dieser Zwischenschritt nun nicht mehr nötig.

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Ebenfalls fertiggestellt wurde das Kombibecken. Das sechs Meter hohe Becken mit einem Durchmesser von knapp 40 Metern wurde jetzt mit Wasser befüllt. „Dann sieht man, ob das Becken dicht ist“, erklärt Schmid. Demnächst soll das Wasser wieder abgelassen und im Frühjahr dann die Maschinentechnik in das Kombibecken eingebaut werden. Ende des Jahres / Anfang nächsten Jahres soll die „Gas-Schiene“, in Betrieb genommen werden.

Immer noch im Zeit- und Kostenplan

Die Kläranlage wurde Anfang der 70er Jahre errichtet, informiert Schmid. Und der Umbau einer über 40 Jahre alten Anlage benötige „viel Planungsaufwand“. Das Schwierige an dem Bauvorhaben sei, dass man die Anlage bei laufendem Betrieb erneuern müsse, erklärt Schmid. Wie der Projektleiter versichert, befinde man sich trotz Corona immer noch im Zeit- und Kostenplan. Ende 2021 soll die Kläranlage fertiggestellt werden, die Kosten dafür belaufen sich auf zwölf Millionen Euro. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das einhalten können.“

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Von den zwölf Millionen Euro werden sechs Millionen über die Kanalgebühren finanziert und die andere Hälfte über Verbesserungsbeiträge, die zurzeit bei den Bürgern angefordert werden, erklärt Kämmerer Josef Zehrer auf Nachfrage. Im Haushaltsansatz 2020 waren 1,8 Millionen Euro dafür vorgesehen, erreicht habe man bis dato allerdings nur 1,1 Millionen Euro. „Die Festsetzung der Gebühren ist unheimlich arbeitsintensiv“, argumentiert Zehrer.

Für den Ausgleich des Haushaltes mussten bisher Kredite in Höhe von einer Million Euro aufgenommen werden.

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