Die Zukunft der Stephanskirchener Feuerwehren im Visier

Das Gerätehaus der Feuerwehr Schloßberg an der Hoffeldstraße ist zu klein und veraltet. Aber wie groß muss ein Neubau sein und wo soll er hin?
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Das Gerätehaus der Feuerwehr Schloßberg an der Hoffeldstraße ist zu klein und veraltet. Aber wie groß muss ein Neubau sein und wo soll er hin?

Mit den Feuerwehren im Ort legt man sich lieber nicht an - das musste schon so manch ein hoffnungsvoller Kandidat feststellen. Anlegen wollen sich die Gemeinderäte in Stephanskirchen mit ihren vier Wehren auch nicht. Aber sie wollen wissen, was die Wehren wirklich brauchen.

Von Sylvia Hampel

Stephanskirchen – Die einst gefeierte Schönheit ist in die Jahre gekommen. Und sie platzt aus den Nähten. Da muss was Neues her. Klingt wie das Ende einer Ehe, ist aber Sachstand des Feuerwehrhauses Schloßberg.

1967 gebaut, galt es als vorbildlich und als eines der schönsten der Region. Knapp 53 Jahre später – das Haus wurde im Oktober eingeweiht – sind die Sanitäranlagen genauso veraltet wie sämtliche Leitungen, die Stellplätze kaum noch groß genug für die immer größer werdenden Fahrzeuge. Und die Unterzüge in der Fahrzeughalle lassen die Luft nach oben knapp werden. Ein Neubau soll her.

Standort und Größe des Neubaus offen

Wie groß soll der werden und wo soll er hin? Ein erstes Gutachten von Tobias Brinkmann, Sachverständiger für den vorbeugenden Brandschutz, schlug fünf Garagenplätze mit der Option für die Erweiterung um einen Platz vor. Als Standort war der Astenacker im Gespräch.

Mehr Nach- als Vorteile

Der Vorteil: Das Grundstück gehört der Gemeinde. Die Nachteile: Es liegt mitten im Wohngebiet, zur angrenzenden Miesbacher Straße, einer Staatsstraße, wäre laut Verwaltungsleiter Georg Plankl bestenfalls in eine Richtung eine Ausfahrt denkbar und das jetzt dort stehende Haus für junge Flüchtlinge müsste abgerissen werden. Der Sachverständige hielt das Grundstück aus einsatztaktischen Gründen für „mäßig geeignet“, die Schloßberger Feuerwehrlehnte den Standort ab.

Bedarfsplan light soll Richtung weisen

Brinkmanns Gutachten und seine Folgen waren jetzt Thema im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde.

Bei einem Gespräch mit Vertretern der Kreisbrandinspektion, der Feuerwehr Schloßberg und der Gemeinde schlug Kreisbrandrat Richard Schrank vor, doch das Gutachten von Brinkmann um eine Zukunftsbetrachtung für etwa zehn Jahre zu erweitern. Dieser „Bedarfsplan light“ soll, so Plankl, die bestehende Ausstattung der vier Feuerwehren der Gemeinde – Leonhardspfunzen, Schloßberg, Stephanskirchen und Ziegelberg – beinhalten sowie deren personelle Situation, dazu die generelle Organisation und den Fahrzeugbedarf. Auch soll ein zukunftsfähiges mittelfristiges Konzept erarbeitet werden.

Solide Basis für Diskussion und Entscheidung

Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) sprach sich für das Konzept aus, denn dann könne der Gemeinderat auf einer soliden Basis diskutieren und entscheiden, „damit wir wirklich weiterkommen“.

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Stephanskirchen könne natürlich auch einen kompletten Bedarfsplan in Auftrag geben. Das sei ein Mammutwerk, das bei Adam und Eva anfange und entsprechend lange brauche. „Wir kennen aber viele Probleme schon und wollen zeitnahe Lösungen“, so Mair. Zu den Problemen gehören unter anderem der Personalstand der Feuerwehr Ziegelberg und die Einsatzzahl der Leonhardspfunzener Wehr.

Wenige Bedarfspläne im Landkreis

Verwaltungsleiter Plankl erklärte auf Nachfrage von Steffi Panhans (SPD), dass ein Feuerwehrbedarfsplan rechtlich kein Muss, sondern eine Empfehlung sei. Er wisse nur von drei oder vier Feuerwehrbedarfsplänen in den 46 Kommunen des Landkreises.

Verlorene Zeit

Florian Beck (Bayernpartei) fand es „schade, dass wir so viel Zeit verloren haben. Wir tun uns doch viel leichter, wenn wir eine Diskussionsgrundlage haben.“

Das sahen die Ausschusskollegen genauso und stimmten einmütig dafür, Brinkmann eine Konzeption erarbeiten zu lassen, die in der September-Sitzung des Gemeinderates vorliegen soll. Das letzte Wort hatte Beck: „Ich scheue als Stephanskirchener Kommandant die Durchleuchtung nicht und freue mich als Gemeinderat auf den Bedarfsplan light.“

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