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STEINBRUCH ÜBERFILZEN

Zementwerk Rohrdorf sorgt für Fakten

Der Steinbruchbetreiber in Überfilzen hat nach Behördenauffassung eine gültige Abbaugenehmigung, die er weithin sichtbar auch in die Tat umsetzt.  Steffenhagen
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Der Steinbruchbetreiber in Überfilzen hat nach Behördenauffassung eine gültige Abbaugenehmigung, die er weithin sichtbar auch in die Tat umsetzt. Steffenhagen

Besorgt schauen nicht nur Nußdorfs Bürger, sondern mittlerweile auch viele Anwohner des oberen Inntals, auf die aktuelle Entwicklung im Steinbruch von Überfilzen. Denn schon von weitem sind die jüngsten Abbauaktivitäten, die nun deutlich über die bisherigen Grenzen der Sichtschutzwand hinausgehen, zu sehen und sorgten für Empörung bei Bürgern und Umweltverbänden. Bereits vor über einem Jahr legten Bürger dagegen Protest ein und bildeten eine Bürgerinitiative.

Nußdorf – In einer öffentlichen Bürgerversammlung wurde vom Betreiber des Steinbruchs, dem Rohrdorfer Zementwerk, das aktuelle Geschehen erläutert und kritisch mit den Bürgern diskutiert (wir berichteten). Der hatte auch eine alternative Lösung parat, nämlich den Abbau der bereits angeschlagenen Sichtschutzwand. Für diese Lösung fand sich aber in der Gemeinde keine Mehrheit. Insbesondere auch deswegen nicht, da man bislang glaubte, der Abbauplan habe keinen Rechtsbestand.

Schließlich ließ der Nußdorfer Gemeinderat die Abbaugenehmigungen juristisch prüfen. Jedoch ohne Erfolg, denn sowohl die genehmigenden Stellen, als auch die konsultierten Juristen bestätigten bislang alle die Gültigkeit der Genehmigung. Allerdings sorgte seither der Betreiber für Fakten und setzte seinen Abbau fort.

Neu Variante für Steinbruch

In der Zwischenzeit hat sich auch der Verein Inntal-Gemeinschaft, der durch sein umweltpolitisches Engagement im Inntal bekannt ist, an die Behörden gewendet. Kürzlich kam es zu einem Treffen zwischen Behörden, den Umweltschutzverbänden, Vertretern der Gemeinde Nußdorf und des Steinbruchbetreibers.

Über das Zusammentreffen berichtete nun Bürgermeister Sepp Oberauer in der letzten Gemeinderatssitzung. Im Ergebnis konnte festgehalten werden, dass das Rohrdorfer Zementwerk nach Auffassung der Behörden und Juristen nicht nur eine gültige Abbaugenehmigung in Händen hält, sondern auch gewillt ist, diese konsequent umzusetzen. So sollen noch in diesem Jahr rund 20 000 Tonnen Gestein abgebaut werden.

Die Inntal-Gemeinschaft hatte eine Alternative dabei. Sie schlugen vor, statt weiter in die Höhe zu gehen den Steinbruch hinter westlicher Sichtschutzwand abzubauen.

„Nun steht die Gemeinde wieder an der gleichen Stelle, an der sie sich bereits vor einem Jahr befand“, stellte Oberauer fest. Es gelte jetzt herauszufinden, ob sich die Gemeinde auch mit dem Abbau der neuen Variante einverstanden erklären könnte. Vor einer erneuten Abstimmung im Gemeinderat sind aber noch Gespräche mit Geologen und Sachverständigen geplant.

Während sich in der Gemeinderatssitzung der eine oder andere Gemeinderat zu Kompromissen bereit zeigte, kommt für andere Ortspolitiker diese Alternative nicht in Frage.

Klare Mehrheiten gefordert

Oberauer machte dem Gremium deutlich, dass er ohne eine klare Mehrheit im Gemeinderat sich für diese Variante nicht stark machen wolle. „Ich werde mich sonst auf dieses Abenteuer nicht einlassen“, merkte er an.

Schließlich befände sich die Gemeinde auch auf der Seite des Bittstellers, da das Recht eindeutig auf der Seite des Betreibers liegen würde. Viel Zeit für den Entscheidungsprozess bleibt allerdings nicht, daher ist in Kürze ein erneutes Zusammentreffen in großer Runde geplant. Bis dahin hat die Gemeinde Gelegenheit über das Thema noch einmal nachzudenken, und bis dahin wird das Zementwerk Rohrdorf Fakten schaffen und den Abbau im Steinbruch Überfilzen planmäßig fortsetzen.