BERGWACHT BRANNENBURG

„Wir haben keine Nachwuchssorgen“

Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher (links) ehrte zusammen mit seinem Raublinger Kollegen Olaf Kalsperger (rechts) für lange Zugehörigkeit zur Bergwacht: Hans Miesgang (40 Jahre), Willi Förster (60 Jahre) und Kai Bauchmüller (25 Jahre). Bereitschaftsleiter Andreas Langenstrass (Zweiter von rechts) übergab die Urkunden. re
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Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher (links) ehrte zusammen mit seinem Raublinger Kollegen Olaf Kalsperger (rechts) für lange Zugehörigkeit zur Bergwacht: Hans Miesgang (40 Jahre), Willi Förster (60 Jahre) und Kai Bauchmüller (25 Jahre). Bereitschaftsleiter Andreas Langenstrass (Zweiter von rechts) übergab die Urkunden. re

Brannenburg – Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Bergwacht Brannenburg wurden vier Mitglieder für langjährige Treue geehrt. Bereitschaftsleiter Andreas Langenstrass freute sich über den Besuch im voll besetzten Unterrichtssaal der Bergrettungswache an der Sudelfeldstraße von zahlreichen Bergrettungskräften die beiden Bürgermeister Olaf Kalsperger und Stefan Lederwascher sowie Vertreter der Feuerwehren, der Wendelsteinbahn und des Skigebiets Sudelfeld.

Bereitschaftsleiter Andreas Langenstrass, sein Stellvertreter Alfons Maier sowie die Bürgermeister Stefan Lederwascher und Olaf Kalsperger übergaben an Richard Schwaiger das Ehrenzeichen für 70 Jahre Zugehörigkeit zur Bergwacht. Willi Förster gehört 60 Jahre der Gemeinschaft an. Hans Miesgang ist 40 Jahre und Kai Bauchmüller seit 25 Jahren Mitglied der Bergwacht.

Langenstrass verwies in seinem Tätigkeitsbericht darauf, dass die Brannenburger Bergwachtler im vergangenen Jahr 6700 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet hatten. Neben diesen Dienststunden hat die Bergwacht über das ganze Jahr den Bereitschaftsdienst sichergestellt. Langenstrass wies außerdem auf die große Bedeutung der Aus- und Fortbildung hin, die in der Bereitschaft einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. 18 Ausbilder unter Leitung von Stefan Schröcker stellen sicher, dass die Bergwachtler auf dem neuesten Stand sind. Der zeitintensive Ausbildungsablauf ergibt sich aus den Leistungstests Sommer und Winter mit den anschließenden Prüfungen in den Bereichen Sommer- sowie Winterrettung, Naturschutz, Notfallmedizin und Luftrettung. Bei den 27 Anwärtern sind alle Ausbilder in einem Höchstmaß beschäftigt, die individuellen Bedürfnisse zu erkennen und zu fördern. Besonders hob Langenstrass neben der Anwärterförderung die Aufbauarbeit in der Jugendbergwacht mit derzeit 15 Kindern ab zwölf Jahren durch Lisa Bartl und Benedikt Sankowski hervor.

Besondere Einsätze

Während aufgrund des ungünstigen Winters die Wintereinsätze am Sudelfeld und Wendelstein im Vergleich zu den Vorjahren zurückgingen, rückten die Bergwachtler aus Brannenburg im restlichen Jahr mehrfach ins Heuberg-Gebiet und auf den Wendelstein aus. Besondere Einsätze waren die Sicherung der Feuerwehrkameraden aus Flintsbach und Brannenburg bei einem Bergwaldbrand im oberen Arzmoos, eine aufwendige Tierrettung aus der Südwand des Petersbergs, ein Bombenfund am Rosenheimer Bahnhof, bei dem die Evakuierung durch Abschnittsleiter der Bergwacht unterstützt wurden, und das Zugunglück in Bad Aibling. Dort kamen die Brannenburger Bergretter mit Luftrettungssäcken zum Einsatz, da eine Rettung der Schwerstverletzten aufgrund der örtlichen Bedingungen nur per Hubschrauber möglich war.

Wie auch schon in den letzten Jahren ist die Lokalisierung der Verletzten, die bestmögliche Führung der Einsatzkräfte zum Einsatzort und die Steuerung des Einsatzes eine besondere Herausforderung. Christian Kruscha hat mit zwei Kollegen im letzten Jahr das Projekt „GPS-Navigation“ auf die Bedürfnisse der Bergwacht Brannenburg abgestimmt und umgesetzt. Dabei konnte er sich auf Praxiskenntnisse der Bergwacht Bad Reichenhall stützen, die ein ähnliches System in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr bei einem großen Bergwaldbrand einsetzte, was gegenüber herkömmlichen Methoden entscheidende Vorteile erbrachte.

Zuerst wurden nun die Fahrzeuge der Bergwacht Brannenburg mit GPS-Trackern (Peilsendern) ausgestattet, um die Standortkoordinaten der Einsatzkräfte online zu übertragen. Dieses System ist auch für die regional unterstützenden Kräfte wie Feuerwehren erweiterbar. Für das nächste Jahr sollen auch für die Mannschaft GPS-Tracker angeschafft und in das System eingebunden werden. Problem ist die Finanzierung der rund 4000 Euro. „Spenden sind willkommen“, so der Leiter.

Auch beim Ferienprogramm 2015 beteiligte sich die Bergwacht Brannenburg.

Martin Gruber, Verantwortlicher für Finanzen, machte in seinem Rechenschaftsbericht klar, dass die laufenden Kosten gestiegen, während die Einnahmen auf der Spendenseite gesunken seien. „Geräte und abgenutztes Material wie Sicherungsgurte, Rucksäcke und Sicherungssets mussten erneuert werden.“ Wegen der zunehmend schweren Einsätze werde das Material stark beansprucht. Trotzdem müsse es immer in bestem Zustand und voll einsatzfähig sein, da das Leben der Retter und Patienten davon abhänge.

Michael Werner berichtete von Naturschutzexkursionen. Unter anderem wurde die Gritschen, ein deutschlandweit einmaliges Biotop in Nußdorf, gemäht, auch mit starker Beteiligung der Jugendbergwacht. re

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