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Historisches Gasthaus in Oberaudorf stand zum Verkauf

Wiederbelebung gescheitert: Was passiert jetzt mit dem „Weber an der Wand”?

Die Diskussionen rund um die am Fels liegende Gaststätte „Weber an der Wand“ in Oberaudorf gehen weiter.
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Verkauf, Teilnutzung oder Wiederbelebung? Die Diskussionen rund um die am Fels liegende Gaststätte „Weber an der Wand“ in Oberaudorf gehen weiter.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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  • Roland Schmidt
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Seit Jahrhunderten wurde der „Weber an der Wand“ in Oberaudorf als Gaststätte betrieben. Doch mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde es ruhig um das historische Gebäude. Ein Versuch der Wiederbelebung scheiterte. Plötzlich stand das Haus zum Verkauf.

Oberaudorf - Der „Weber an der Wand“ ist allein schon aus historischer Sicht eng mit der Gemeinde Oberaudorf verknüpft . Das alte Wirtshaus, das sich in der Nähe des Luegsteinsees an die Felswand schmiegt, wurde gemäß alten Aufzeichnungen bereits 1666 von Einsiedlern genutzt. Knapp 400 Jahre später gehört es Konrad Walser. Vor rund 40 Jahren erwarb der Oberaudorfer die ehemalige Klause und verpachtete sie bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie an verschiedene Wirte. 

Gaststätte wird nicht mehr betrieben

Mittlerweile wird dem 77-Jährigen der Erhalt des Wirtshauses allerdings zu viel. „Ein eigener Betrieb kommt für mich nicht mehr in Frage”, stellte er klar. Daran ändern konnte auch Ingeborg Armbrüster nichts. Die Bad Aiblinger Archivarin war fasziniert von dem alten Gebäude und wollte die Geschichte des Wirtshauses mit kleineren Veranstaltungen wieder aufleben lassen.

Doch daraus wurde nichts. Stattdessen stand „der Weber“ plötzlich auf Immobilienplattformen zum Verkauf. Als historisches Unikat in einzigartiger Lage wurde das komplette Haus für rund 1,7 Millionen Euro angeboten. Empfohlen war es für Käufer, die sich mit alten Gebäuden und deren Instandsetzung auskennen. Denn die Zeit hat beim historischen Gelände ihre Spuren hinterlassen.

„Geplant war eigentlich ein Teilverkauf”, erklärt Walser auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen. Er wollte den hinteren Teil, der bisher als Gaststätte diente, zur Wohnfläche umfunktionieren und als solche verkaufen. Im vorderen Teil könne der Eigentümer sich dann zum Beispiel eine Art Museum vorstellen, das die Geschichte des Gebäudes zum Ausdruck bringt. Für diese Idee hat sich laut Walser auch bereits ein Käufer interessiert. Um dieses Vorhaben umzusetzen, müsste die Fläche aber zunächst offiziell als Wohnraum deklariert werden. Dafür brauchte der Eigentümer allerdings die Unterstützung der Gemeinde.

Bauausschuss durchkreuzt Pläne des Eigentümers

Doch im Oberaudorfer Bauausschuss wurde der Antrag auf Vorbescheid für das so bedeutende Gasthaus nun einstimmig abgelehnt. Konkret sollte, dem Antrag zufolge, der westliche Teil des Hauses keine Gasträume mehr haben, sondern für Wohnzwecke umgestaltet werden. Dafür wäre ein eigener Zugang geschaffen und einige Fenster neu gesetzt worden.

Die Gremiumsmitglieder zeigten zwar Verständnis für den Antrag auf Nutzungsänderung, da die Auflagen für den Weiterbetrieb der Gastronomie wirtschaftlich kaum zu stemmen wären. „Wenn das der einzige Weg wäre, um zu verhindern, dass man das historisch so bedeutende Gebäude erhält, ist ein Kompromiss womöglich besser, als das Bauwerk zehn Jahre lang verfallen zu lassen“, fasste es der Zweite Bürgermeister Alois Holzmaier in der Sitzung zusammen. 

Oberaudorfs Bürgermeister will Kontakt aufnehmen

Allerdings waren sich die Ausschussmitglieder auch einig, dass die für das Gebiet erstellte Erhaltungssatzung für die Bewahrung des „Weber an der Wand“ in seiner ursprünglichen Form und nicht für reinen Wohnraum geschaffen wurde. Nach intensiver Beratung folgte das Gremium daher einstimmig dem Vorschlag des Bürgermeisters Dr. Matthias Bernhardt. Der Rathauschef soll demnach Kontakt mit dem Eigentümer aufnehmen und alle Möglichkeiten einer gemeinsamen Strategie für den Erhalt des „Weber an der Wand“ ausloten.

Wie genau diese Möglichkeiten aussehen, bleibt laut Walser abzuwarten. „Dass die räumliche Trennung und Umgestaltung mit Aufwand verbunden sind, war zu erwarten“, meint er. Kleinere Feiern im vorderen Bereich könne er sich für die Zukunft zwar vorstellen. Je nachdem wie lange sich die Pläne hinziehen, könnten das laut Walser aber auch irgendwann seine Kinder entscheiden. Zumindest das Verkaufsangebot hat der Eigentümer nach der Ausschussentscheidung zunächst wieder zurückgenommen. Die Zukunft des „Weber an der Wand“ bleibt demnach weiterhin ungewiss.

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