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Schüler profitieren vom Netzwerk und Ensembles

Wie teuer wird der Musikunterricht? Zu hohe Kosten für Rosenheimer Schule – Schechen deckelt Beitrag

Ob Gruppen- oder Einzelstunden, Musikunterricht wird teurer in Schechen.
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Ob Gruppen- oder Einzelstunden, Musikunterricht wird teurer in Schechen.
  • VonKatharina Heinz
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Fördern ja, aber nicht grenzenlos – das war der Tenor im Gemeinderat, als es um den Zuschuss für die Musikschule Rosenheim ging. Welche Möglichkeiten es nun gibt, an der Kostenschraube zu drehen, wurde in der vergangenen Sitzung diskutiert.

Schechen – Der Fünfjahresvertrag läuft bis zum Ende des Schuljahres 2022/2023 und die Kosten für die Gemeinde sind immer weiter gestiegen. Im Schuljahr 2017/2018 lag der Beitrag noch bei 16.310 Euro, in 2021/2022 wird er wahrscheinlich bei rund 25.900 Euro liegen. Die Gemeinderäte zeigten sich zwar grundsätzlich bereit, das Angebot der Musikschule Rosenheim in ihrer Kommune zu fördern – wünschten sich aber eine übersichtlichere Kostenentwicklung.

Ohne Zuschuss ist der Unterricht teuerer

Daraufhin fanden im Rathaus Besprechungen mit den Verantwortlichen der Musikschule statt. Relativ unstrittig war es, die Erwachsenenförderung zu streichen. Lediglich Studenten bis zum 27. Lebensjahr sollen noch bezuschusst werden. Eine Deckelung der Kosten stellte sich etwas komplizierter dar.

Grundsätzlich steht es der Gemeinde frei, die Höhe der Kosten festzulegen. Die Musikschule kategorisiert dazu drei Stufen: In Gemeinden, die einen hohen Zuschuss zahlen, kostet den Schüler etwa der Einzelunterricht über 30 Minuten 73 Euro im Monat. Rosenheim, Brannenburg, Kiefersfelden und bisher auch Schechen gehören zu dieser Stufe. Kolbermoor, Raubling und Rohrdorf bezuschussen etwas weniger, dort kostet den Schüler die halbe Stunde Einzelunterricht 83,50 Euro. In Gemeinden, die gar nicht bezuschussen, müssen die Schüler für das gleiche Angebot 118 Euro zahlen.

Verwaltung arbeitet zwei Varianten aus

Je nach Höhe des Gemeindezuschusses wird der Musikunterricht für den Schüler also günstiger oder teurer. Will eine Gemeinde ihren Zuschuss über einen bestimmten Betrag deckeln, dann müssen Schüler abgewiesen werden oder den höheren Betrag zahlen, wenn das Kontingent erreicht ist.

Zwei Varianten hatte nun die Verwaltung ausgearbeitet. Die erste Variante beinhaltet eine konkrete Zuschussförderung pro Schüler sowie eine maximale Jahreszuschusshöhe. Dann würde ein festgelegter Prozentsatz, vielleicht 20 Prozent, fix gefördert. Diese Kategorie gibt es bei der Musikschule derzeit aber nicht. In den vordefinierten Kategorien der Musikschule werden unterschiedliche Unterrichtsformen unterschiedlich gefördert. „Die Kostenstruktur der Musikschule versteht kein Mensch, das ist viel zu kompliziert“, meinte Stephan Dialler (Parteifreie Bürger Schechen). Für diese Variante spreche, dass sie einheitlich sei.

Bei der zweiten Variante würde Schechen von der Kategorie der meist-zahlenden Gemeinden in die Kategorie der weniger-zahlenden Gemeinden rutschen. Die Angebote der Musikschule werden je nach Unterrichtsformen weiterhin unterschiedlich bezuschusst. Für den Einzelunterricht etwa gibt es eine höhere Förderung als für Gruppenstunden. Schulleiter Gottfried Hartl erklärte das so: „Die Musikschule ist ein Solidarsystem. Wenn der Einzelunterricht deutlich teurer wird, hören die Musikschüler auf, wenn sie besser werden.“ Das leuchtete den Gemeinderäten ein. „Der Einzelunterricht bringt mehr und ist oft auch motivierender“, meinte Maria Ganslmaier-Hainzl (Parteifreie Bürger Schechen).

Schüler profitieren vom Netzwerk und Ensembles

Warum der Unterricht teurer ist, als privater Musikunterricht, wollte Stefan Brüchmann (Parteifreie Bürger Schechen) wissen. Musikschul-Vorstand Peter Rutz erklärte: „Wir haben eine ganz andere Infrastruktur.“ Die Schule müsse sämtliche Instrumente vorhalten, alle Musiklehrer hätten ein Diplom. Die Schüler profitierten außerdem vom Netzwerk sowie den Ensembles der Musikschule. Er machte deutlich, dass die Musikschule als Verein kein Geschäft mache. „Wir übertragen nur die Unkosten an die Gemeinden“, sagt Rutz. Die Kommune könne entscheiden, wie viel sie beisteuert – das reiche für eine Zahl X an Schülern.

Maximal 25 000 Euro pro Jahr

Volker Schmidt (SPD/ÜW Schechen) erinnerte: „Wir hatten das Gefühl, dass die Kosten aus dem Ruder laufen.“ Mit der Streichung der Erwachsenenförderung, einer Deckelung sowie der Einkategorisierung in die geringere Stufe konnte auch die Mehrheit der anderen Gemeinderatsmitglieder leben.

Mit einer Gegenstimme einigte sich das Gremium, den maximalen Jahreszuschuss für die Musikschule ab dem Schuljahr 2023/24 auf 25 000 Euro pro Schuljahr zu beschränken. Außerdem wurde der Variante zwei zugestimmt, wonach sich Schechen nun in der mittleren Spalte der Gebührenordnung wiederfindet.

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