GEMEINDERAT SÖCHTENAU GIBT GRÜNES LICHT FÜR ZWEI VEREINSSTADL

Wettlauf um die Zuschüsse

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Die Uhr tickt. Das weiß Söchtenaus Bürgermeister Sebastian Forstner. Deshalb gibt er Gas. Der Wunsch: Zwei Stadl in Holz-Ständerbauweise für die Vereine. Einen in Schwabering, den anderen in Söchtenau. „Bisher sind die Vereine alle irgendwo verstreut untergebracht. Meist lagern Vereinsutensilien privat im Keller der Vorstände. Das wollen wir jetzt ändern“, sagt Forstner. Und er wäre nicht ein erfolgreicher Bürgermeister, hätte er nicht schon eine Idee zur Finanzierung: 60-Prozent-Förderung über das ELER-Programm.

Söchtenau – Doch es gibt eine große Hürde: Die fertigen Pläne samt Zuwendungsantrag müssen bis September beim Amt für Ländliche Entwicklung eingereicht werden. Da heißt es nun, Gas geben.

Der Söchtenauer Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung bereits „grünes Licht“ für die beiden Neubauten gegeben. Einstimmig!

Zunächst seien reine Lagerhallen geplant gewesen, doch dafür gibt es keine Zuschüsse. Nun werden es Vereinsstadl, eine Art „Mehrzweckhalle“, sagt der Bürgermeister. „Das Schöne ist, dass alle Vereine an einem Strang ziehen. Alle wollen sich beteiligen.“

Geplant ist, dass Räume entstehen, in denen Material gelagert und in denen auch Proben stattfinden können. Mit an Bord sind die Trachtler, die Feuerwehr, die Schützen oder auch die Radler.

Die neuen Stadl sollen jeweils zehn auf 20 Meter groß werden und über einen festen Boden verfügen. „Die einfachste Version wird rund 110 000 Euro kosten“, erklärt Bürgermeister Forstner. Doch schon der Einbau getrennter Toiletten würde die Kosten nach oben treiben.

Es sei allerdings noch unklar, ob in die Stadl ein erster Stock eingezogen werden soll. Insgesamt sei vieles noch offen, gibt der Rathauschef zu bedenken. Sicher sei aber, dass der „Innenausbau und auch die Unterteilung des Stadls durch Eigenleistung der Vereine erfolgen müssen“, sagt er.

Intensiv habe der Gemeinderat bereits im Vorfeld über das Thema Toiletten diskutiert. „Schwabering hat einen eigenen Toilettenwagen“, erinnert Forstner. Vielleicht seien deshalb Toiletten im neuen Stadl nicht nötig, was ja auch bei der Kostenfrage hilfreich sei. Auch der spätere Unterhalt der neuen Vereinsstadl müsste durch die Vereine getragen werden. Aber darin sieht Forstner kein Problem. „Wir halten zusammen.“

Überhaupt sei das Gemeinschaftsleben durch die Vereine „sehr gut“. Es gebe keine Streitigkeiten unter den Vereinen. Wer wann in dem jeweiligen Stadl proben werde, darüber werde man sich einigen, ist sich der Bürgermeister sicher.

Sebastian Forstner ist ja selbst Vorsitzender der Schützen und froh, wenn die verschiedenen Vereine in Söchtenau und Schwabering durch die neuen Stadl ein eigenes Zuhause bekommen. „Seit wir im Jahr 2012 unseren eigenen Schießstand am Bauhof haben, ist der Zulauf an den Schießabenden gewaltig angestiegen. Bis zu 50 interessierte Schützen sind dann da.“ Einen solchen Aufschwung durch die beiden Neubauten wünscht er sich auch für alle anderen Vereine der Gemeinde Söchtenau.

Sollten alle erforderlichen Unterlagen und Pläne rechtzeitig bis September im Amt für Ländliche Entwicklung eingereicht werden, könnte noch in 2016 „grünes Licht“ für die Förderzusage gegeben werden. „Dann kann es sofort losgehen, aber keinen Tag früher. Sonst verwirken wir alles“, klärt der Rathauschef auf.

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