Wettbewerb für Rathausneubau gestartet

Großkarolinenfeld. –  Mit einer Gedenkminute für die Opfer des schweren Zugunglücks in Bad Aibling begann die jüngste Großkarolinenfelder Gemeinderatssitzung. Hauptthema des Abends war der Neubau des Rathauses.

Bürgermeister Bernd Fessler erwähnte dabei namentlich Hermann Palm, der ebenfalls bei dem Unglück ums Leben gekommen war. Der Bad Aiblinger war lange Jahre im TuS Großkarolinenfeld engagiert gewesen.

Es stand der Beschluss über die Auslobung des Wettbewerbs zur städtebaulichen Neuordnung der Ortsmitte von Großkarolinenfeld – der Ideenteil –  sowie für die Bauwerksplanung zum Neubau des Rathauses – der Realisierungsteil – an. Der Bau- und Umweltausschuss hatte bereits die Auflistung der Teilnehmer und die Zusammensetzung des Preisgerichts befürwortet. Fessler betonte, dass auch trotz der zusätzlichen Finanzbelastung durch den Schaden am Klärwerk Tattenhausen der Rathausneubau durchgezogen werden soll. Die Verwaltung habe dafür bereits viele Überstunden aufgewendet und sei mit großem Engagement bei der Arbeit für das Projekt.

Till Fischer vom Münchner Architektur- und Stadtplanungsbüro von Angerer, Konrad, Fischer und Urbaniak (AKFU), das von der Gemeinde mit der Wettbewerbsbetreuung beauftragt wurde, zeigte anhand einer Powerpoint-Präsentation die wesentlichen Inhalte des Wettbewerbs. Er betonte, dass es möglich erscheint, das Raumprogramm mit einer Kostenobergrenze von 5,5 Millionen Euro Gesamtbaukosten – einschließlich Ausstattung, aber ohne Umfeldgestaltung – zu realisieren. Diese Kostenobergrenze wird auch in der Bekanntmachung genannt.

CSU-Gemeinderätin Irmi Huber regte als Jugendbeauftragte an, die öffentliche Nutzung des alten Rathauses hinsichtlich eines Jugendtreffs in den Unterlagen zu konkretisieren. Das sei bereits geschehen, so Fischer und Fessler; im Text seien beispielhaft Jugendtreff, Musikschule und Mittagsbetreuung genannt. Huber regte zudem unter Verweisung auf die Seniorenbeauftragte Wiltrud Rothmayer an, dass die öffentliche Behindertentoilette auch einen Zugang von außen erhalten soll.

Bauamtsleiter Markus Czaja erklärte, dies sei ein neuer Gedanke, der bei der Verabschiedung des Raumprogramms nicht diskutiert worden sei. Margarete Knorek von der GBV fügte an, eine solche Toilette sei auch im alten Gemeindeamt vorstellbar.

Bürgermeister Fessler äußerte, auch vorstellbar seien Toiletten, die außerhalb der Dienstzeiten erreichbar sind, eventuell mit automatischer Schließung wie im Bahnhof. Architekt Fischer erklärte, das werde im Raumprogramm berücksichtigt.

Zum wiederholten Male sprach sich Sepp Lausch von der PLW für eine weitere Nutzung des bestehenden Sitzungssaals aus; die Architekten sollten das im Wettbewerb alternativ prüfen.

Till Fischer machte klar, dass sich dadurch die Wettbewerbssumme erhöhte, da die Kubatur größer werde. Zudem würde dadurch für den Wettbewerb eine klare Vorgabe für eine Verlängerung des Altgebäudes Richtung Süden entstehen, da eine barrierefreie Nutzung des Sitzungssaals funktionell nicht anders darstellbar sein dürfte.

Bürgermeister Fessler betonte, dass die weitere Nutzung des Gebäudes als Rathaus bekanntlich finanziell unrentabel sei. Vor diesem Hintergrund sei ein neues, separates Rathaus zu realisieren. Im alten Gemeindeamt könnten andere öffentliche Nutzungen umgesetzt werden, wobei eine Sanierung mit Städtebauförderungsmitteln möglich sei, sobald die Gemeinde finanziell dazu in der Lage ist. Lausch beantragte, die alternative Nutzung des bestehenden Sitzungssaal als Prüfauftrag in die Wettbewerbsauslobung mit aufzunehmen. Architekt Fischer gab zu bedenken, dass im Rahmen des Wettbewerbs die Aufgabenstellung nicht offen gehalten werden sollte, weil es sonst keine vergleichbaren Ergebnisse gebe. Lauschs Antrag wurde mit 2:19 Stimmen abgelehnt.

Auf Nachfrage von Margarete Knorek zur geplanten Holzpelletsheizung erklärte Fischer, das sei eine Vorgabe der Verwaltung, da bereits andere öffentliche Gebäude der Gemeinde mit dieser Heizart versehen sind und sich so ein wirtschaftlicher Einkauf ergebe. Im jetzigen Stadium bedeute das noch nicht, dass diese Heizart realisiert werden muss.

Parkplätze für Trauungen vorhalten

Bürgermeister Fessler sprach die Berechnung zu den Stellplätzen an. Die Verwaltung hat den Stellplatzbedarf anhand der Satzung geprüft: Für die Verwaltungsbüros wurde ein Bedarf von 15 Stellplätzen, davon sechs Besucherstellplätze ermittelt. Zusätzlich zu berücksichtigen seien Stellplätze für den Trauungssaal, da Trauungen, anders als Sitzungen, meist während der Geschäftszeiten der Gemeindeverwaltung stattfinden. Dafür wurden weitere vier Besucherstellplätze errechnet.

Einstimmig wurde beschlossen, für den Rathausneubau mindestens 19 Stellplätze vorzusehen – zehn für Besucher und neun für Mitarbeiter. Es sollen mindestens zehn überdachte Fahrradabstellplätze für die Mitarbeiter und mindestens zehn für Besucher eingeplant werden. Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen, für den umzunutzenden Altbau mindestens 17 Stellplätze und mindestens 15 Fahrradstellplätze einzuplanen.

Mit 19 : 2 stimmte das Gremium sodann der vorliegenden Auslobung des Wettbewerbs zum Rathausneubau zu. Die Verwaltung soll zusammen mit dem Architekturbüro AKFU den Wettbewerb durchführen. hh

Wettbewerb für Rathausneubau gestartet Aus dem gemeinderat Grosskarolinenfeld

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