Wert der heimatlichen Umwelt erhalten

Aufbruch zu mehr Wissen um den Wert unserer heimatlichen Umwelt: Ein sommerlicher Blick auf das Naturschutzgebiet Seeoner Seen. Foto Archiv der Landratsämter Traunstein und Rosenheim
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Aufbruch zu mehr Wissen um den Wert unserer heimatlichen Umwelt: Ein sommerlicher Blick auf das Naturschutzgebiet Seeoner Seen. Foto Archiv der Landratsämter Traunstein und Rosenheim

Die "Gesellschaft der Freunde und Förderer der Limnologischen For-schungsstation Seeon" (GFL) steht vor der Aufgabe, sich neuen Zielen und Tätigkeitsfeldern zuzuwenden. Das machte auf der Jahresversammlung des Vereins der Zweite Vorsitzende Dr. Alfons Regnauer deutlich, in Vertretung des durch die Teilnahme an einer wichtigen Tagung verhinderten Vorsitzenden Professor Dr. Hans Otto Siebeck.

Seeon - Der Förderverein war im Jahre 1983 gegründet worden, um neben den Hauptaufgaben in Forschung und Lehre der Abteilung Limnologie der Fakultät für Biologie der Universität München auch spezielle Forschungsaufgaben im Chiemgau durchführen zu können. Ab 1997 mündeten diese Aufgaben in das Projekt "Wissenschaftliche Begleituntersuchungen zur Entwicklung eines Biotopverbundes zwischen den Naturschutzgebieten Seeoner Seen und Eggstätt-Hemhofer Seenplatte", das von der Andreas-Stihl-Stiftung und aus Mitteln des Fördervereins finanziert und im Jahre 2009 abgeschlossen wurde.

Die in enger Kooperation mit den Landratsämtern Rosenheim und Traunstein durchgeführten Untersuchungen waren ein Beitrag zum landesweiten Projekt Bayern-Netz Natur. Im Vordergrund standen Bestandsaufnahmen zum gewässerkundlichen Zustand der Quellen, Fließ- und Standgewässer einschließlich ihrer Lebewelt und der Vegetation der sie umgebenden Feuchtgebiete sowie die Erfassung der im Gesamtgebiet vorkommenden Pflanzen und Tierarten.

Darüber hinaus lieferte der dreibändige Abschlussbericht Vorschläge zur Weiterentwicklung der Vernetzung der beiden Naturschutzgebiete, um diese aus ihrer Isolation in der überwiegend landwirtschaftlich genutzten Umgebung zu befreien und damit den Artenaustausch zu fördern.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse der unter Leitung von Professor Dr. Hans Otto Siebeck durchgeführten Untersuchungen hatte das Engagement der GFL im Jahre 2009 stark bestimmt. Durch die Übergabe an 18 Institutionen im Inland und elf im Ausland habe die GFL sich bemüht, die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleituntersuchungen und ihre biologischen Grundlagen zu verbreiten und ihnen zu politischer und gesellschaftlicher Wirkung zu verhelfen, berichtete Alfons Regnauer. In der nächsten Zeit gehe es nun darum, den Aufgabenbereich der GFL neu zu definieren - keine leichte Aufgabe in einer Situation, in der die sich mit dem Naturschutz befassenden Studieninhalte weitgehend gestrichen würden, merkte Dr. Regnauer an.

Die Erhaltung und Verbesserung des hohen naturschutzfachlichen Wertes der Chiemgauer Seenplatte als Zielrichtung künftigen Engagements des Fördervereins fand große Zustimmung in der Versammlung. Dafür müsse man in der Öffentlichkeit werben und möglichst vielen Menschen die Schönheit dieser vielseitigen eiszeitlich geprägten Landschaft näher bringen, hieß es. Auch unter diesem Gesichtspunkt werde vom Vorstand eine umfassende Information im Rahmen einer ganztägigen Exkursion geplant, bei der die Erfolge des Biotopverbundsprojekts ins Blickfeld gerückt werden, teilte Dr. Regnauer mit.

Als sehr erfreulich wertete Regnauer, dass das Projekt Biotopverbund in der Trägerschaft der Landkreise Rosenheim und Traunstein weitergeführt werde und der neue Projektbetreuer Daniel Kufner den Schwerpunkt darauf lege, die Öffentlichkeit an die besondere Bedeutung und Einmaligkeit des Gebietes heranzuführen, unter anderem mit der Internetseite www.eiszeitseen.de. ig

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