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Gefahr von Hochwasser

Wenn der Kieferbach zum reißenden Fluss wird: Kiefersfelden wappnet sich vor Sturzfluten

Sturzflutartige Wassermassen inmitten von Kiefersfelden.
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Sturzflutartige Wassermassen inmitten von Kiefersfelden.
  • VonFranz Hoffmann
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Der Kieferbach ist eigentlich ganz friedlich. Bei Starkregen oder Schneeschmelze kann er aber auch anders. Deswegen beschäftigte sich der Gemeinderat jetzt mit Hochwasserschutz und Sturzflut-Risikomanagement.

Kiefersfelden – Der Gemeinderat Kiefersfelden hat sich während seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die Teilnahme am Sonderprogramm zur Erarbeitung eines integralen Konzepts zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement ausgesprochen. Er beabsichtigt, eine Untersuchung des sogenannten Überlastfalles mit den daraus abgeleiteten Maßnahmen zum Hochwasserrisikomanagement einzuleiten. Dem vorausgegangen war ein Bericht des Leiters des technischen Bauamts, Andreas Horn, der mit eindrucksvollen und durchaus möglichen Szenarien die Bedeutung eines wirksamen Hochwasserschutzes aufzeigte.

Der Kieferbach wird komplett vermessen

Für eine Überflutungsberechnung im Untersuchungsbereich Kiefer- und Kiefermühlbach soll zunächst die Vermessung des Gewässerlaufes samt Bruchkanten sowie der Bauwerke erfolgen, mit einer gleichzeitigen Erstellung eines digitalen 3D-Geländemodells für diesen Bereich.

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Danach folgt die Erstellung eines Überflutungsplans für Extrem-Hochwasser und weiterer Überflutungspläne in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt in Rosenheim. Darin enthalten sollen sein: die Überflutungsausdehnung, Ereignisverläufe als Animation, Wassertiefe und Fließgeschwindigkeit. Auf dieser Grundlage ergeben sich dann die möglichen Maßnahmen zur Reduzierung etwaiger Überflutungsrisiken, wie beispielsweise Überflutungsflächen oder eine Dammerhöhung und Objektschutz durch Rotes Kreuz, Feuerwehr oder THW.

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Im Unterschied zum Hochwasser, ist die Sturzflut eine Folge von Starkregen, der urplötzlich auftritt und sehr schnell zu hohen, reißenden Wasserständen führt. Ein solche traf im August auf katastrophale Weise den Kreis Ahrweiler. Dort floss für einen relativ kurzen Moment eine riesige Wassermenge durch das Ahrtal und riss alles mit, was im Weg stand.

Die eine Seite: Entspannung an der Uferpromenade am dahingluckernden Kieferbach.

3D-Geländemodelle nach Vermessung

Ein Sturzfluten-Risikomanagement soll derartige Szenen verhindern, hier in der Gemeinde in den Bereichen Buchberger Nord mit Egelseeweg und Mesner Bach bis hin zur Einmündung in den Kieferbach sowie im Bereich Gulbarga. Zu den Vorarbeiten zählen die Vermessung des Bachlaufs mit verrohrten und offenen Abschnitten und die Erstellung eines digitalen 3D-Geländemodells. Mithilfe statistischer Niederschlagswerte des Deutschen Wetterdienstes können dann verschiedene Regen- und Sonderszenarien durchgespielt werden, wie die Verklausung von Durchlässen durch Äste und Bäume, Geschiebe oder die Mobilisierung von Lagermaterialien.

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Anhand dieser Berechnungsergebnisse und der Gefahren- und Risikoanalyse erfolgen die möglichen Maßnahmen zur Reduzierung etwaiger Sturzflutrisiken. Darunter zum Beispiel Retention, Querschnittsaufweitung, Leitungsvergrößerung der Rohe und Durchlässe oder die Verlegung von Bypässen, „wobei natürlich immer ein gewisses Restrisiko bleibt“, wie Andreas Horn betonte.

Teures Gutachten wird hoch bezuschusst

Alle Gemeinderäte waren von der Notwendigkeit dieser vorsorglichen Maßnahmen des Sonderprogramms „Kommunales Sturzflut-Risikomanagement“, die der Fachmann auf rund 100.000 Euro taxierte, überzeugt. Deutlich mindern dürfte sich diese Summe für die Gemeinde, da eine Bezuschussung durch den Freistaat Bayern von bis zu 75 Prozent möglich ist.

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