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„Internationalen Tag des Puppenspiels“

Wenn der Kasperl für Erwachsene spielt

Katrin Schreiner widmet ein ganzes Puppentheaterstück der Entwicklung der Kasperl-Figur.
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Katrin Schreiner widmet ein ganzes Puppentheaterstück der Entwicklung der Kasperl-Figur.
  • VonElisabeth Kirchner
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Steckt nicht in jedem Leben auch ein kleines bisschen Kasperltheater? Zum „Internationalen Tag des Puppenspiels“ und zum Einjährigen – der Kasperl zählt seit 2021 zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland – führt Katrin Schreiber in ihrem Kasperltheater ein selbst geschriebenes Stück für Erwachsene auf.

Riedering – Katrin Schreiner (47), gelernte Kinderkrankenschwester, ist leidenschaftliche Puppenspielerin und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Über ihr Engagement als Klinikclown kam sie mit dem Puppentheater in Berührung und war fasziniert. „In jeder Figur steckt ein Teil von einem selbst drin.“ Mittlerweile hat sie über 75 Figuren in ihrem Fundus: den Kasperl, seinen Hund Lumpi, das Krokodil, die Großmutter, den Wachtmeister, den Seppel, die Gretel und viele mehr. Die Hexe liegt ihr besonders am Herzen, verrät sie. „Sie darf sich alles rausnehmen“, dürfe den Kindern auch mal freche Sachen an den Kopf werfen, wie: „Hui, hier stinkt‘s aber nach Kindern!“ Und doch ist in all ihren Stücken der Kasper – in Bayern und Österreich Kasperl – die Hauptfigur, verkörpert er doch die lange Tradition des Puppentheaters.

Womit Katrin Schreiner schon bei der Geschichte des Kasperltheaters angelangt ist. Früher Meister Hämmerlein, Hanswurst oder Putschenelle genannt, war der Kasper dennoch seit den Anfängen des Puppentheaters im 14. Jahrhundert immer die gefürchtete kritische Stimme, die sich gegen Obrigkeit und boshafte Fabelwesen zur Wehr setzt. Die Figur, die auf der Seite des Publikums steht, die dessen Ideale aufnimmt und so lange verteidigt, bis auch der letzte Gegenspieler auf der Bühne liegt.

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veränderte sich dann das Spielprinzip der Kasperfigur. Er wird hilfsbereit und schlau, strahlt Lebensfreude aus und weiß sich mit Witz zu behaupten. Nach 1933 wurde die Figur der nationalsozialistischen Kulturpolitik untergeordnet, und nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Kasperl in der Bundesrepublik für die Reformpädagogik genutzt. Es entstehen der Verkehrskasper, der Gesundheitskasper und später der Umweltkasper: „Dabei verlor die Figur immer mehr ihren ursprünglichen gesellschaftskritischen Charakter.“ In der DDR hingegen diente der Kasper immer mehr als Stimme, die sich kritisch mit den gesellschaftlichen Verhältnissen auseinandersetzte.

Kasperltheater ist Mitmachtheater

Erst seit einigen Jahren gewinne das Kasperltheater wieder an Bedeutung, freut sich die Puppenspielerin. Es sei ein Mitmachtheater, betont Katrin Schreiner: Nicht nur für die Kleinen, sondern auch für die Erwachsenen. Beim Lachen während einer Aufführung schämen sich die Erwachsenen nicht, hat sie beobachtet: „Aber wenn sie angesprochen werden vom Kasperl, dann sind sie manchmal immer noch ein bisschen verschämt.“

Bislang hat sich Katrin Schreiner auf Kinder-Puppentheater beschränkt, ihre selbst geschriebenen Stücke handeln vom Kasperl und von der Wunderflöte, vom Zirkus oder vom entlaufenen Löwen. Nun gibt es ihr erstes Stück für Erwachsene. „Zum Teufel mit dem Kasperl oder herzlich willkommen im 21. Jahrhundert“ heißt es. Während der Pandemie reifte in ihr die Idee, die Entwicklung des Kasperls im Laufe der Zeit mit ihren Handpuppen darzustellen und zu erzählen. Denn die Geschichte des Kasperls, sei auch ein Stück Menschheitsgeschichte. Gerade jetzt in diesen unruhigen Zeiten brauche es so etwas. Denn: „Steckt nicht in jedem Leben auch ein kleines bißchen Kasperltheater?“

Aufführung am 18. März

Gezeigt wird das Kasperl-Stück für Erwachsene heute, Freitag,um 20 Uhr in der Kasperlwerkstatt, Abersdorf 3a, Riedering. Der Eintritt ist frei, ein Hut geht herum, so wie es früher üblich war bei den Kasperlspielern. Um Reservierung wird gebeten unter Telefon 08036/3037467

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