Wendelstein-Streifzüge: Diese fünf Rundwege sind „Balsam für die Seele“

Vier Gemeinden ziehen am selben Strang: (von links) Bad Feinlbachs Bürgermeister Anton Wallner, stellvertretende Landrat Sepp Hofer, Bürgermeister Georg Kittenrainer von Bayrischzell, und Matthias Jokisch, Rathauschef von Brannenburg, an Station 5, der Entstehung der Alpen.
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Vier Gemeinden ziehen am selben Strang: (von links) Bad Feinlbachs Bürgermeister Anton Wallner, stellvertretende Landrat Sepp Hofer, Bürgermeister Georg Kittenrainer von Bayrischzell, und Matthias Jokisch, Rathauschef von Brannenburg, an Station 5, der Entstehung der Alpen.

Geologie, Wasser, Sage, Almwirtschaft, Kunst sowie Meditation – diese fünf Themenwege auf und um den Wendelstein herum bieten Abwechslung und Spannung. Beworben werden sie nun unter dem Motto „Wendelstein Streifzüge“. Bei der Premiere des letzten Weges war man sich einig: Das Projekt ist ein Erfolg.

Von Werner Stache

Brannenburg/Bad Feilnbach/Bayrischzell/Fischbachau – „Besser geht es gar nicht“, meinte der stellvertretende Landrat Sepp Hofer in seiner Festrede, als mit dem Geologie-Rundweg der letzte der fünf Wege Premiere feierte. Eine Delegation aus den involvierten Bürgermeistern, den Leader-Verantwortlichen, und Florian Vogt, Geschäftsführer der Wendelsteinbahn, haben als Lead-Partner des Leader-Projekts den letzten Themenweg gemeinsam begangen (wir berichteten).

Fünf Auftraggeber und fünf Ansätze

Hofer kam an dem Tag nicht nur ein „bärig“ über die Lippen, für ihn ist der Rundweg einfach „Balsam für die Seele“. So bedankte sich auch Geschäftsführer Vogt für die Unterstützung aller Beteiligten bei diesem Projekt.

Ein Projekt, das so kompliziert wie kaum ein anderes war, wie Landschaftsarchitekt Harald Niederlöhner feststellte: fünf Auftraggeber und fünf unterschiedliche Ansätze – und trotzdem seien die Vorstellungen übertroffen worden, resümierte Vogt.

Marina Pagel von der Landschaftsarchitektur Niederlöhner, stellte die Themenwege vor: Geologie, Wasser, Sage, Almwirtschaft, Kunst sowie Meditation – das sind die Schwerpunkte, aus denen unter Einbeziehung von Bevölkerung, Fachleuten und Touristikern ein landkreisübergreifendes Themenwegekonzept am Wendelstein umgesetzt wurde.

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Von Bayrischzell aus führt der „Wendelstein Männlein Gipfelsteig“ über sieben Kilometer hoch zur Höhle. Immer verwoben mit der Sage, erklärt dieser in acht Stationen das Leben und Wirken der geheimnisvollen Bewohner des Berges. Ab Brannenburg startet der „Künstlerweg“. Auf dem fast zwölf Kilometer langen Weg werden die Besonderheiten der Natur durch Kunst hervorgehoben. Der „Meditationsbergweg“ startet in Birkenstein und geht zum Wendelstein-Kirchlein hoch. „Wer diesen Weg einschlägt, kann nicht nur den Gipfel, sondern auch dem inneren Frieden ein Stück näherkommen“, erklärte Pagel.

In Bad Feilnbach beginnt der elf Kilometer lange „Jenbachweg“, der das Wasser als Motto hat. Der letzte Weg der Wendelstein-Streifzüge ist der Geologie Rundweg oben auf dem Gipfel des majestätischen Berges. Mit diesen Themenwegen hat man nicht nur für den Tourismus einen Nährwert geschaffen, sondern auch für die heimischen Bürger.

Das Besondere daran: Auf dem Gipfel des Münchner Hausberges vereinen sich die fünf Wege. Zudem erfolgte die Projektierung durch zwei LAG’s (Leader Aktionsgemeinschaften): der LAG Mangfalltal Inntal und der LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land. Anton Wallner, Vorstand der LAG Mangfalltal-Inntal, spannte in seiner Laudatio, hoch oben auf dem Wendelstein, den Bogen von den ersten konzeptionellen Gedanken im Jahre 2013 bis zum Start der Umsetzung 2017.

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Rund 275 000 Euro investierte man, Leader brachte dabei 159 000 Euro ein. „Vier Gemeinden gehen hier gemeinsam zum Gipfel hoch“, sagte Wallner sinnbildlich.

Wendelstein ist „Aushängeschild“

Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser hob bei seiner letzten Amtshandlung das Vorzeigeprojekt hervor: Fünf Gemeinden, zwei Aktionsgemeinschaften, eine Bahn. „Man kann zu dem Gelingen einfach nur gratulieren.“

„Der Wendelstein verbindet und ist unser Aushängeschild“, so Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer. Er bezeichnete den Wendelstein gar als Bayerns Wahrzeichen. Seiner Meinung nach profitiere die Region davon und darauf könne man stolz sein. Er dankte am Ende auch den Grundstückseigentümern für ihre Mitarbeit. Das Schlusswort blieb Florian Vogt überlassen: „Die Attraktivitätssteigerung unseres Wendelsteins ist gewaltig.“

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