Wasser in Söchtenau wird um knapp 40 Prozent teurer

Wasserleitungen werden gespült
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Der Gemeinderat hat eine Gebührenanpassung beschlossen. Nach- und Vorkalkulation sind ausschlaggebend für die Steigerung. 

Söchtenau – Wasser wird in Söchtenau teurer. Und zwar um stolze 47 Cent pro Kubikmeter. Der Preis steigt damit um knapp 40 Prozent. Grund dafür sind die Nachkalkulation der vergangenen vier Jahre und die Vorauskalkulation bis 2023. Dem Gemeinderat wurde in seiner jüngsten Sitzung der Entwurf einer Änderungssatzung zur Wassergebührenordnung mit einer entsprechenden Gebührenfestsetzung vorgelegt. Außerdem wurden eine Musterberechnung und ein Vergleich mit Nachbargemeinden vorgestellt. Die Nachkalkulation wurde bereits im vergangenen Jahr im Gemeinderat angekündigt. 

Wasserpreis wird alle vier Jahre kalkuliert 

Dem Gemeinderat wurde in der Sitzung zunächst die Nachkalkulation der Jahre 2016 bis 2019 und anschließend die Vorauskalkulation für die Jahre 2020 bis 2023 vorgestellt. „Wassergebührenordnungen sind jeweils vier Jahre gültig“, sagte Bürgermeister Bernhard Summerer (CSU). Die Gemeinde habe dadurch die Möglichkeit, die Preise anzupassen. „Und die Preise für bestimmte Dienstleistungen verändern sich nun mal“, so Summerer. Bislang sei der Preis von 66 Cent pro Kubikmeter relativ niedrig gewesen. Zum Vergleich: In den Nachbargemeinden Prutting und Vogtareuth läge laut Summerer der Wasserpreis bei rund 1,30 Euro. Nach der Vorauskalkulation für die kommenden Jahre ergibt sich ein periodengerechter Wasserpreis von 0,96 Euro pro Kubikmeter. Auch die Nachkalkulation für die Abrechnungsperiode 2016 bis 2019 hat ergeben, dass der Preis von 66 Cent nicht mehr haltbar war. 

Es ergab sich eine Unterdeckung von 17 Cent pro Kubikmeter und pro Jahr. Ein Negativ-Geschäft für die Gemeinde. Die Unterdeckung soll durch die Gebührenerhöhung im kommenden Bemessungszeitraum ausgeglichen werden. Unter Berücksichtigung der Nachkalkulation ergibt sich für den Zeitraum eine Wasserverbrauchsgebühr in Höhe von 1,13 Euro pro Kubikmeter. Das sorgte unter den Gemeinderäten für lebhafte Diskussionen. Dabei stellten einige Räte nicht den Preis an sich infrage, sondern plädierten angesichts der hohen prozentualen Steigerung von knapp 40 Prozent für eine langsame stufenweise Erhöhung. „Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt circa 150 Kubikmeter Wasser. Im gesamten Jahr bedeutet die Erhöhung einen preislichen Mehraufwand von 75 Euro“, sagte Summerer. 

Erhöhung betrifft Süden der Gemeinde

Die Erhöhung betrifft vor allem Haushalte im Söchtenauer Süden, die ihr Wasser von der Gemeinde beziehen. Der Norden und der Hauptort werden von der Söchtenauer Wassergenossenschaft versorgt. Da liege der Wasserpreis laut Summerer derzeit noch bei einem Euro pro Kubikmeter. Letztlich stimmte der Gemeinderat einstimmig dem Entwurf der Satzung zur Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserabgabesatzung (BGS/WAS) der Gemeinde Söchtenau zu. Betroffene Bürger werden demnächst darüber informiert. Einige müssen wohl mit einer Nachzahlung am Jahresende rechnen: Denn mit dieser Änderungssatzung wird der Wasserpreis rückwirkend zum 1. Januar 2020 festgesetzt. Tina Blum

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