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Von Alligator-Alarm bis zum Ecstasy-Fund

Von kuriosen und traurigen Einsätzen - Polizeiinspektion Kiefersfelden verabschiedet sich

Der Leiter der Polizeiinspektion Kiefersfelden, Erster Polizeihauptkommissar Stefan Raithel, blättert in den Erinnerungen.
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Der Leiter der Polizeiinspektion Kiefersfelden, Erster Polizeihauptkommissar Stefan Raithel, blättert in den Erinnerungen.
  • VonFranz Hoffmann
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Es ist soweit: Die gesicherten Türen und Tore der Polizeiinspektion Kiefersfelden sind für immer geschlossen. Die komplette Mannschaft mit Mobiliar und Akten siedeln am 1. September nach Brannenburg – ein Rückblick.

Kiefersfelden – Auch für den bisherigen Leiter der Inspektion, Erster Polizeihauptkommissar Stefan Raithel, endet dann nicht nur seine Tätigkeit in Kiefersfelden, sondern nur wenige Monate später geht er Ende 2022 nach über 42 Jahren in den Ruhestand.

Es gab immer viel zu tun

Angefangen hat es für den Polizeibeamten im Februar 1984 als Polizeihauptwachtmeister bei der damaligen Grenzpolizei in Kiefersfelden. Rund 28 Jahre später, im März 2014, übernimmt er dann als Dienststellenleiter die Polizeiinspektion Kiefersfelden, die er bis zu deren jetzigen Auflösung leitete. Im wahrsten Sinn des Wortes blättert dann der noch Polizeiinspektionsleiter Raithel in seinen reichen Erlebnis- und Erfahrungsschätzen. Und dabei erinnert sich sowohl an traurige als auch kuriose oder kriminelle Geschehnisse während seiner Dienstzeit, die ihn teilweise auch heute noch emotional beschäftigen.

So wie ein tragischer Unfall mit zwei Todesopfern am Sudelfeld im Jahre 2017, als zwei junge Tiroler aus dem benachbarten Thiersee mit ihrem Auto sogenannte „Driftübungen“ durchführten und sich bei diesen waghalsigen Manövern mit ihrem Auto überschlugen und kopfüber auf einen nahegelegenen Teich klatschten. Trotz schnellstmöglicher Bergung kam für die beiden jungen Männer jede Hilfe zu spät, sie verstarben noch am Unfallort. „Das hat meine Mitarbeiter und auch mich noch lange beschäftigt. Es war wirklich einfach nur Pech und auch eine Portion Übermut der Männer“, erinnert sich der sehr nachdenkliche Polizeichef noch genau.

Alligator Alarm am Luegsteinsee

Ein Schmunzeln hingegen umspielt dann sein Gesicht, wenn er an den Einsatz am Oberaudorfer Luegsteinsee und Auerbach im Jahre 2014 zurückblickt. „Alligator-Alarm war dort ausgerufen worden“ erinnert er sich „und die Gegend war in hellem Aufruhr“. Auslöser waren wohl die selbst gefertigten Handzettel, die an verschiedenen Gebäuden in Oberaudorf angebracht worden waren.

Darin wurde vor einem etwa 1,5 Meter langen Alligator namens Samson gewarnt, „der sehr aggressiv zu Fremden ist“. „Trotz intensiver Suche“, so Raithel als leitender Beamter damals, „konnte das Tier nicht entdeckt werden. Da haben sich wohl ein paar Leute, die den Badebetrieb stören wollten, eine Gaudi gemacht“. Auch der damalige Bürgermeister Hubert Wildgruber stellte klar: „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen handelt es sich hier um einen Scherz“.

Drogen in einem Pannenauto

Kein Spaß dagegen war ein Jahr später die kriminelle Aktion eines 68-jährigen kroatischen Rentners, der einer Kieferer Polizeistreife aufgefallen war, weil er seinen Pannenauto am Straßenrand abgestellt hatte. Bei der folgenden Überprüfung des Fahrers wurden zunächst acht Ecstasy-Tabletten gefunden und bei der dann erweiterten Durchsuchung des Autos nochmals rund zwei Kilogramm Betäubungsmittel wie Marihuana, Hasch und Ecstasy sichergestellt. Für den Fahrer und sein Auto endete dort in Kiefersfelden die Fahrt, er wurde vorläufig festgenommen und sein Fahrzeug beschlagnahmt.

„Doch genug der Erinnerungen“, auch wenn sie dem Polizeichef noch sehr frisch erscheinen. Für Stefan Raithel schließt sich in diesen Tagen der Kreis, hatte er doch als junger fränkischer Polizeianwärter seinen Dienst in der Kiefer begonnen, endet nun sein aktives Arbeitsleben auch hier in dem Grenzort, auf das er „doch mit etwas Wehmut“ zurückblickt“.

Hoffen auf guten Neuanfang

Natürlich bewegt die Schließung der Polizeiinspektion auch den örtlichen Bürgermeister Hajo Gruber (UW) sehr. „Es ist sicher ein trauriger Moment für unsere Grenzgemeinde mit ihren besonderen Herausforderungen. Daher war es auch wichtig, die Polizeiinspektion hier zu haben“. Den hier beschäftigten Beamten bescheinigt er „eine sensible und effiziente Arbeit. Die Polizei war im Ort hoch angesehen. Leider gehen mit dem Auszug der Inspektion auch gute Arbeitsplätze verloren, obwohl wir alles versucht haben, den Freistaat umzustimmen. Doch wir haben in München leider kein Gehör gefunden“. Jetzt hofft er auf einen „guten Neuanfang in Brannenburg, wenn wir uns alle an einen Tisch setzen, um über das weitere Vorgehen zu beraten“, so der Rathauschef abschließend.

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