Warnstufe 2: Kufstein sauer über Corona-Management

Blick auf Kufstein. Für den Tiroler Bezirk gilt seit gestern Warnstufe gelb. Was das im Detail heißt, muss noch geklärt werden.
+
Blick auf Kufstein. Für den Tiroler Bezirk gilt seit gestern Warnstufe gelb. Was das im Detail heißt, muss noch geklärt werden.

Kufstein gilt als gestern wieder als Corona-Risikogebiet, wenn auch auf einem mäßigen Niveau. Die Corona-Ampel auf gelb: Was das heißt, welche Beschränkungen das mit sich bringt, scheint noch längst nicht geklärt. Kufsteins Bürgermeister findet deutliche Worte dazu.

Kufstein/Kiefersfelden – Die Ampel bei den Nachbarn steht seit gestern auf Gelb. Aber wo die Reise in den kommenden Tagen überhaupt hingehen soll, ist offenbar noch unklar. Nachdem die Corona-Ampel für den Tiroler Bezirk Kufstein auf die Warnstufe gelb und damit auf „Mittleres Risiko“ gestellt wurde, herrscht Verunsicherung. Als „äußerst mangelhaft“ bezeichnete Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel (parteifrei) das Corona-Management des österreichischen Gesundheitsministeriums.

Dritthöchste Stufe bei Tiroler Nachbarn

Mit der Einstufung auf die dritthöchste Warnstufe findet sich der Bezirk Kufstein in einem illustren Kreis von lediglich vier Corona-Brennpunkten in Österreich. Neben Kufstein und den Nachbargemeinden sind das Wien, Linz und Graz. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Freitag daher für die „gelben“ Regionen eine Verschärfung der Maskenpflicht nicht nur im Handel, in der Gastronomie sowie bei Veranstaltungen angekündigt, sondern auch im schulischen Bereich. Gelb – „moderate Fälle, primär in Clustern“– bedeutet nach den Worten Anschobers zwar ein mittleres Risiko, „ist aber kein Grund für Dramatik und Vorwürfe an Behörden“. Das sieht Krumschnabel anders. „Wir sind alle im Blindflug.“

Welche Einschränkungen bringen die Corona-Regeln?

Man wisse nicht, was die Warnstufe nach sich ziehe und wie lange sie gelte. „Wenn man das wüsste, wäre uns allen leichter. Man verkündet Ampeln, sagt aber nicht, was das für Konsequenzen hat.“ In der Bezirkshauptmannschaft stehe das Telefon nicht mehr still, viele Menschen begehrten zu wissen, was zum Beispiel mit privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten sei, berichtet Krumschnabel. Derzeit verzeichnet Kufstein 32 Infizierte. „Ich glaube nicht, dass das ein sprunghafter Anstieg war“, sagt er, eher sei das Ausbruchs-Cluster in einem Supermarkt-Lager verantwortlich, zudem hätten sich vermutlich in den Kantinen zweier Fußballvereine Menschen angesteckt.

- Lesen Sie auchdie Corona-Themenseite der OVB-Heimatzeitungen

Die Nachbarn sind besorgt über den Anstieg der Fallzahlen hüben wie drüben des Inns. Kiefersfelden selbst verzeichnete in den vergangenen sieben Tagen vier neue Infektionen. Bürgermeister Hajo Gruber (UW) blickt auch auf das Signal, das von der gelben Ampel ausgeht. Man sei beunruhigt, wenn sich in der nächsten Nachbarschaft ein Hotspot abzeichne. „Kiefersfelden wurde schließlich auch wegen der Nähe zu Skigebieten so schwer getroffen.“

Dass nur Corona nicht rüberschwappt

Bei solchen Meldungen von den Nachbarn habe man schon Befürchtungen, „dass das rüberschwappt“. Andererseits schätzt Gruber die Politik bei den Nachbarn als solide ein.

„In Tirol und Österreich wurden schnell und konsequent Maßnahmen gegen Corona ergriffen“, sagt Gruber. Darauf vertraue er auch weiter. Ein Vertrauen, dass der diesmal direkt betroffene Kollege aus dem Rathaus von Kufstein nicht ganz teilen kann.

Kommentare