Zweckverband Oberland im Einsatz

Vorsicht, es blitzt: Stephanskirchen überwacht Verkehr jetzt selbst

Anwohner der „Schleichwege“ durch Stephanskirchen beklagen immer wieder zu flotte Fahrer in den Wohngebieten. Die Flitzerei kann ab sofort teuer werden, die Gemeinde hat den Zweckverband Oberland mit der Verkehrsüberwachung beauftragt.
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Anwohner der „Schleichwege“ durch Stephanskirchen beklagen immer wieder zu flotte Fahrer in den Wohngebieten. Die Flitzerei kann ab sofort teuer werden, die Gemeinde hat den Zweckverband Oberland mit der Verkehrsüberwachung beauftragt.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Premieren werden gemeinhin gefeiert. Dazu dürfte vermutlich den Autofahrern nicht zumute sein, die bei der Premiere der kommunalen Verkehrsüberwachung in Stephanskirchen mit einem Bußgeldbescheid oder einem Knöllchen dabei waren. Das sind die Gründe für Einführung.

Stephanskirchen – Nach vielen Jahren der Diskussion in den Amtszeiten der Bürgermeister Zehentner und Auer sowie zwei Unterschriftensammlungen für Bürgerbegehren – mit jeweils mehr als 1000 Unterschriften – hatte der neu zusammengesetzte Gemeinderat im Sommer letzen Jahres beschlossen, dem Zweckverband „Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland“ beizutreten, die Verkehrsüberwachung selbst zu übernehmen. Seit November ist die Gemeinde Mitglied, seit 1. Februar wird geblitzt und aufgeschrieben. Stephanskirchen bestimmt selber, wann, wo und wie oft kontrolliert wird. Schwerpunkt sind laut Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) natürlich die neuralgischen Punkte in der Gemeinde.

Eine Stunde parken an der Salzburger Straße

Da laut Verwaltung die meisten Probleme beim Parken in der Vergangenheit an den Zufahrtsstraßen zur und entlang der Salzburger Straße in Schloßberg auftauchten, ist dort der Schwerpunkt der Parküberwachung. An den Zufahrtsstraßen stehen Schilder, dass Parken nur in gekennzeichneten Flächen erlaubt ist – werktags von 8 bis 18 Uhr eine Stunde mit Parkscheibe. Selbes gilt in Haidholzen in der Hubertus- und der Haidenholzstraße.

3 Stunden auf zwei Parkplätzen

Bis zu drei Stunden kann auf dem Parkplatz an der Einmündung Wasserburger-/Salzburger Straße rund um die Metzgerei und auf dem Parkplatz gegenüber des roten Schulhauses an der Salzburger Straße geparkt werden. Der Bereich vor der Postfiliale und der benachbarten Apotheke in Gehering ist kein Parkplatz, auch nicht für kurze Zeit.

Fünf Staatsstraßen in der Gemeinde, beliebte Ausweichstrecken durch Wohngebiete, hohe Fahrzeugdichte – da wird auch der fließende Verkehr überwacht. Zumal es laut Bürgermeister mittlerweile auch illegale Autorennen im Ort gibt. Es kann und soll aber nicht jeden Tag den ganzen Tag im ganzen Gemeindegebiet „geblitzt“ werden. Der Umwelt- und Verkehrsausschuss legte zusammen mit der Verwaltung fest, wo geblitzt werden soll. Schwerpunkt bilden dabei, wie zu erwarten, die Staatsstraßen sowie die bevorzugten Ausweichstrecken durch die Wohngebiete. Die Stellen, wo es immer wieder Klagen von Anwohnern gab und gibt.

Blitzer an Ausweichstrecken und Staatsstraßen

Denn, darauf legten Gemeinderäte und Verwaltung von Anfang an Wert, zur „Abzocke“, wie von einigen konservativen Kommunalpolitikern über Jahre hinweg behauptet, soll die Verkehrsüberwachung durch den Zweckverband Oberland nicht werden. Wer sich an die Regeln halte, habe nichts zu befürchten, so Mair. Und wer mit 70 durch Wohngebiete rase, der habe sich die Strafe redlich verdient, befand Dr. Nicole Eckert von den Grünen und erntete dafür in der Gemeinderatssitzung am 30. Juni keinen Widerspruch.

14 Gemeinderäte der Parteifreien, der Grünen, der SPD und der Freien Wähler stimmten im Sommer dafür, dass Stephanskirchen Mitglied beim KDZ Oberland wird, den ruhenden wie den fließenden Verkehr überwachen lässt. Dagegen stimmten CSU, Unabhängige Fraktion, Bayernpartei, AfD und Gerhard Scheurer von den Parteifreien.

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