Vor allem an Wochenenden geht es am Samerberg rund: Dem Verkehrschaos ein Ende bereiten

Gerade an schönen Wochenenden steigt die Verkehrsbelastung im Gemeindegebiet, wie hier im Bereich der Hochriesbahn. Künftig will die Gemeinde mit dem Zweckverband Oberland zusammenarbeiten.
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Gerade an schönen Wochenenden steigt die Verkehrsbelastung im Gemeindegebiet, wie hier im Bereich der Hochriesbahn. Künftig will die Gemeinde mit dem Zweckverband Oberland zusammenarbeiten.
  • vonBarbara Forster
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Für die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs arbeitet die Gemeinde Samerberg künftig mit dem Zweckverband Oberland zusammen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stimmte das Gremium einstimmig dafür, dem Verband beizutreten.

Samerberg – Davon verspricht sich die Gemeinde eine „noch intensivere Kontrolle bei den Parkplätzen, aber auch bei der Geschwindigkeit“, hieß es in der Diskussion.

Enorme Belastung am Wochenende

„Der Verkehr ist quasi eine andauernde Herausforderung für die Gemeinde Samerberg. Bei entsprechendem Wetter wird der Ausflugsverkehr zur echten Belastung unserer Dörfer und der Bewohner. Dazu kommen noch Wild- und Falschparker. Auch ein riesiges Ärgernis“, erklärt Bürgermeister Georg Huber (ÜPW) auf Nachfrage. Die Geschwindigkeitskontrollen sollen zudem auf das komplette Gemeindegebiet ausgeweitet werden. „Da brauchen wir einen schlagkräftigen und gleichzeitig flexiblen Partner“, so der Rathauschef.

Bislang hatte die Gemeinde eine Teilzeitkraft im Außendienst sowie eine Teilzeitkraft im Innendienst eingeteilt. „Wie das dann künftig der Zweckverband regelt, müssen wir noch besprechen“, so Huber.

Zweckverband wickelt künftig die Knöllchen ab

Zuvor war eine private Firma aus Mühldorf für die Kontrollen des ruhenden Verkehrs zuständig, und eine andere Firma für den fließenden Verkehr. Künftig sei die Überwachung dann in einer Hand. Die Abwicklung der Sachbearbeitung habe bislang größtenteils im Rathaus stattgefunden. Das hatte zur Folge, dass sich die Gemeinde mit zahlreichen E-Mails auseinandersetzen musste. Nun aber werde all das in Bad Tölz beim Zweckverband abgewickelt.

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Beratungen über Temporeduzierungen

„Wir freuen uns über jede Gemeinde, die wir unterstützen können“, sagt Dörte Römer, Pressesprecherin des Zweckverbands Oberland, auf Nachfrage. Mittlerweile betreue der Zweckverband im gesamten Oberland 133 Gemeinden mit rund 867.000 Einwohnern. Für die Kommunen sei der Beitritt zum Zweckverband eine enorme Entlastung: Die Gemeinde müsse sich nicht um Personal kümmern, sondern buche beim Zweckverband einfach Überwachungsstunden, erklärt die Pressesprecherin.

Neue Messstellen am Samerberg werden festgelegt

„Zuvor schaut man sich an, wo für den fließenden Verkehr eine Überwachung am sinnvollsten ist.“ Im Beisein der Gemeinde und der Polizei werden dann Messstellen festgelegt. Der Zweckverband kümmere sich dann „von Anfang bis Ende“ um das ganze Verkehrsverfahren. „Wir rechnen Stunden ab und bearbeiten auch alle Fälle und schicken Bußgeldbescheide raus. Dann muss sich die Gemeinde nicht mit Beschwerden und Einsprüchen beschäftigen“, so Römer weiter.

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Neben der Verkehrsüberwachung deckt der Zweckverband Oberland auch andere Themenfelder ab. Zum Beispiel das Forderungsmanagement, mit welchem Forderungen der öffentlich-rechtlichen Hand eingetrieben werden. Sprich: Er treibt das Geld für die Knöllchen ein. Auch hilft der Zweckverband den Kommunen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge oder bei der Kurbeitragskontrolle.

Mitgliedschaft beginnt ab Januar

In der jüngsten Gemeinderatssitzung klärte Thorsten Preßler vom Zweckverband Oberland das Gremium über ihre verschiedenen Möglichkeiten auf. Interessant für die Gemeinde ist laut Huber auch das Forschungsprojekt Saturn, welches sich mit der Digitalisierung der Infrastruktur beschäftige. Das sei allerdings noch „Zukunftsmusik“, sagt Huber. Im Augenblick möchte man sich erst einmal auf die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs konzentrieren.

Beginnen soll die Mitgliedschaft beim Zweckverband am 1. Januar 2021. „Die anderen Gemeinden aus dem Landkreis Rosenheim berichten über gute Erfahrungen mit dem Zweckverband“, so Huber.

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