Volksfest to go: Vom „Prosit der Gemütlichkeit“ fehlt in Großkarolinenfeld jede Spur

Diszipliniert wird auf Hendl, Steckerlfisch, gebrannte Mandeln oder Burger gewartet, die Abwechslung auf dem Essensplan kommt in Großkarolinenfeld gut an. Unsere Fotografin testete die Burger. Fazit: „Mei, warn de guad.“ Strasser
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Diszipliniert wird auf Hendl, Steckerlfisch, gebrannte Mandeln oder Burger gewartet, die Abwechslung auf dem Essensplan kommt in Großkarolinenfeld gut an. Unsere Fotografin testete die Burger. Fazit: „Mei, warn de guad.“ Strasser
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Steckerlfischduft und Bierzeltmusik wabern durch die Luft, aber Volksfestatmosphäre sieht anders aus. „Es wird in diesem Jahr kein normales Volksfest mehr geben“, ist sich Christian Fahrenschon sicher. Das „Volksfest to go“ in Großkarolinenfeld aber, das wird angenommen.

Großkarolinenfeld – Der Start sei bei Regenwetter etwas verhalten gewesen, „aber jetzt läuft’s“, sagt Fahrenschon. Augenzeugen berichten von großen Essensbestellungen – in einem Fall: zwei Steckerlfische, ein Hendl, zwei Lachsfilet, Riesenbreze, zweimal Obadzda, zweimal komplettes Gericht mit Sauce.

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Auch sein Cousin mit der Burgerbraterei sei sehr zufrieden, so Fahrenschon. Oft nehmen die Leute gleich drei, vier Burger auf einmal mit. „Am Sonntag ist er so überrannt worden, dass er mittags ausverkauft war.“ Und auch die heißen, duftenden gebrannten Mandeln und andere Süßigkeiten fänden guten Absatz. „Schmeckt halt ganz anders, als die gebrannten Mandeln, die jetzt in den Supermärkten auftauchen.“

Eigene Gefäße mitbringen ist erwünscht

Was Fahrenschon bedauert: Kaum jemand bringt eigene Gefäße mit, seien es die gängigen Kunststoffmarken oder auch Porzellanteller oder -schüssel, über die dann nur eine Alufolie gespannt werden muss. So müsse er leider auf die Styroporverpackungen zurückgreifen, die Müll verursachen. „Aber in Gmund hat es auch ein paar Tage gedauert, bis es sich eingespielt hat“, ist er optimistisch.

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Fahrenschon hatte, als die mögliche Wiedereröffnung für die Gastronomie bekannt wurde, noch einen Antrag gestellt, wenigstens ein paar Tische aufstellen zu dürfen. Er hätte den Gemeinderäten auch gerne sein Konzept vorgestellt, wie das gehen kann, „denn ich werde mich hüten, Mist zu machen, schließlich bewirte ich auch Freunde, verwandte und Stammgäste“.

Gemeinderat war das Risiko zu groß

Dazu kam es nicht. Zum einen, weil laut Bürgermeister Bernd Fessler am Sitzungstag, dem 12. Mai, noch nicht bekannt war, ob die vorübergehende Gastronomie – und um die handelt es sich in diesem Fall – auch unter diese Regelungen fällt. Und dann waren da noch die Begleiterscheinungen wie Toilettenwagen und dessen Desinfektion. „Da war dem Gemeinderat das Infektionsrisiko zu groß“, so Fessler.

Der heimischen Gastronomie das Leben nicht noch schwerer machen

Hinzu kam: Man sei Fahrenschons soweit entgegengekommen, dass sie heuer keine Pacht zahlen und da wollte der Gemeinderat nicht noch mit Tischen am Volksfest der lokalen Gastronomie Konkurrenz in den Ort holen, so der Bürgermeister.

Abstand halten statt „Prosit der Gemütlichkeit“

Autos und Fahrräder fahren am Volksfestplatz, gleich beim Rathaus, vor. Die Leute stehen diszipliniert und mit Abstand Schlange fürs Essen, bezahlen und fahren wieder. Geredet wird nach Augenzeugenberichten kaum. Da hilft auch die Bierzeltmusik vom Band nicht: Volksfeste zum Midnehma sind, wenn sie denn überhaupt stattfinden, ganz weit weg vom „Prosit der Gemütlichkeit“.

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