Das Herz als Herzensangelegenheit

Top-Arzt Prof. Dr. Albert Schütz verlässt Schön Klinik Vogtareuth

Prof. Dr. Albert Schütz
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Prof. Dr. Albert Schütz
  • vonKatharina Heinz
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Er hat die Herzchirurgie der Schön Klinik Vogtareuth aufgebaut und zu einem deutschlandweiten Erfolgsmodell gemacht. Nun geht Herzchirurg Prof. Dr. Albert Schütz zum Jahreswechsel in den Ruhestand.

Vogtareuth – Deutschlandweit anerkannt, zahlreich ausgezeichnet: Die Herzchirurgie der Schön Klinik Vogtareuth hat einen Ruf, der weit über die Grenzen des Landkreises Rosenheim hinausgeht. Nun geht ihr Gründer, Prof. Dr. Albert Schütz, zum Jahreswechsel in den Ruhestand. Im Interview berichtet er unter anderem über seine Leidenschaft für das menschliche Herz.

Herr Prof. Dr. Schütz, wann haben Sie beschlossen, Arzt zu werden?

Prof.Dr.Albert Schütz: Mein Vater praktizierte als leidenschaftlicher Landarzt in Kirchanschöring unweit des Waginger Sees. Seine Praxis war in der hauseigenen Villa und somit lernte ich schon frühzeitig die Außergewöhnlichkeit des Arztberufes kennen. Der Entschluss für meine eigene berufliche Zukunft reifte im Rahmen meiner Abiturreise auf der griechischen Zykladeninsel Paros. Ich saß auf einem Felsen und blickte auf die herrliche Ägäis, als ich die Eingebung hatte, ebenfalls Arzt zu werden.

Was begeistert Sie am menschlichen Herz?

Schütz: Ich wurde als Kind selber am Herzen operiert und war schon immer neugierig bei Herzensangelegenheiten. Das Herz selbst ist ein sehr ästhetisches und faszinierendes Organ, dessen elementare Funktion – glaube ich – mittlerweile nahezu jedem Menschen bewusst ist.

Sie sind seit 2006 Chefarzt der Herzchirurgie der Schön Klinik Vogtareuth. Erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Tage? Was hat sich dort seitdem verändert?

Schütz: Im April 2006 fiel der Startschuss für die Herzchirurgie der Schön Klinik Vogtareuth. Es war unglaublich spannend, aus dem Nichts ein komplettes Team von Ärzten, Pflegekräften und Sekretariat zusammenzustellen, verteilt auf die Operationsmannschaft, Intensivstation, Semiintensivstation und Normalstation. Dieses sensible Konstrukt funktionierte von Anfang an und wurde von den kardiologischen Zuweisern hervorragend angenommen. Insbesondere die Kardiologen in Rosenheim und Landshut unterstützten uns kompromisslos gerade in der herausfordernden Anfangszeit. Auf Grund unserer hervorragenden Qualität einschließlich der vielen Notfälle und der linear ansteigenden Patientenzahlen erhielten wir vor dem Verwaltungsgericht München 2009 die Zulassung für alle Krankenkassen.

Mit welchen Zielen haben Sie den Posten als Chefarzt angetreten – welche konnten Sie verwirklichen?

Schütz: Nach dieser erfolgreichen Pionierzeit gelang es der Herzchirurgie, sich regional und national bestens zu etablieren. Das lag auch daran, dass wir von der Unternehmensseite alle Möglichkeiten zur fachlichen Entfaltung bekommen hatten. Unser Ziel mit der Geschäftsführung der Schön Klinik waren zu Beginn maximal 400 herzchirurgische Eingriffe pro Jahr mit entsprechend hoher Qualität. Diese Vorgaben konnten bei Weitem übertroffen werden, da wir zum einen bis zu 730 Patienten jährlich operierten und zum anderen die bundesweite Qualitätssicherung jedes Jahr unsere herzchirurgische Klink zu den besten in Deutschland ermittelte. Dies ist umso erstaunlicher, da wir durch die Konkurrenzsituation mit anderen großen Kliniken außerhalb des Landkreises zunächst sehr hohen Widerständen ausgesetzt waren.

Was sehen Sie als Ihren größten Erfolg?

Schütz: Der größte Erfolg lag neben der hohen fachlichen Expertise, wie minimal invasive koronare Bypassoperationen, Rekonstruktion aller Herzklappen und die Beherrschung auch extremer Notfälle, in einer ganzheitlichen Betrachtung der herzchirurgischen Patienten. Somit fühlten sich die Patienten in meiner Abteilung vollständig angenommen und dieser Wohlfühlfaktor wird natürlich auch nach außen transportiert. Dies und die tägliche Kommunikation mit den zuweisenden Kardiologen ermöglicht diese Erfolgsgeschichte.

Welche Aufgaben stehen noch auf Ihrer Agenda?

Schütz: Für eine weiterhin optimale Versorgung der Herzpatienten in der Region Rosenheim wäre eine Symbiose im Sinne eines gemeinsamen Zentrums der Klinik für Kardiologie RoMed und der Herzchirurgie der Schön Klinik Vogtareuth aus meiner Sicht die ideale Lösung, um den modernen Entwicklungen der Herzmedizin Rechnung zu tragen. So könnte in Zukunft ein „Heart-Team“ aus Kardiologen und Herzchirurgen die Entscheidung für weitreichende Eingriffe am Herzpatienten gemeinsam treffen.

Bitte beschreiben Sie mir kurz den Menschen hinter dem erfolgreichen Herzchirurgen

Schütz: Ich bin 66 Jahre, sehr glücklich verheiratet und habe eine temperamentvolle zwölfjährige Tochter, die das Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim besucht. Ich wohne am wunderschönen Schloßberg in Stephanskirchen, meine Hobbies sind Haus und Garten, Tennis, Spinning, Joggen, Skifahren und Gitarre.

Nun stehen Sie kurz vor dem Ruhestand – welche Pläne haben Sie danach?

Schütz: Nach der Beendigung meiner Tätigkeit in der Schön Klinik Vogtareuth werde ich weiter Herz-Kreislaufpatienten im Prienamed-Ärztehaus in Prien betreuen und mich natürlich um meine Familie kümmern.

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