Pandemie bringt Theaterleben zum Erliegen

Kiefersfeldener Wichtl im Corona-Lockdown: Virtueller Sprung auf die Bühne

Die Online-Proben machen Spaß und fördern den Zusammenhalt bei den jungen Theaterspielern.
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Die Online-Proben machen Spaß und fördern den Zusammenhalt bei den jungen Theaterspielern.
  • vonFranz Hoffmann
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Durch die strengen Corona-Auflagen sehen sich auch die Verantwortlichen der „Kieferer Wichtl“ und der Jugendabteilung, allen voran Spielleiterin Monika Keiler und Vorsitzende Christa Rauscher, vor nicht unerhebliche Probleme gestellt. So versüßen sie sich die harte Zeit im Lockdown.

Kiefersfelden – „Wie halten wir die 14 Nachwuchs-Laienschauspieler „Wichtl“ und die Jugendlichen der Heimatbühne Kiefersfelden zusammen und wie fördern wir weiter ihr schauspielerisches Talent?“ Das fragt sich Monika Keiler und sagt: „Das war eine der größten Herausforderungen.“

Was sich zunächst noch gut anließ, nämlich die gelungene Premiere des Wichtl-Stücks „Wusel die Waldmaus“ Anfang März letzten Jahres, nahm dann ein abruptes Ende: „Corona brachte das Theaterleben zum Erliegen. Aber die Kieferer Wichtl geben nicht auf, sie üben jetzt online. „Es ist gewöhnungsbedürftig, so viel steht fest, und wir vermissen die gewohnten Zusammenkünfte in den Kulissen, ohne die eine Feinarbeit nicht möglich ist“, so die Spielleiterin.

Doch die Kinder und Jugendlichen, die aktuell den Grundstock der Kieferer Wichtl bilden, halten zusammen. „Bei unseren wöchentlichen Online-Treffs wärmen wir uns am Anfang mit kleinen Spielen für Körper und Geist auf“, sagt Monika Keiler, „und anschließend proben wir die Szenen durch.. Sobald es dann wieder erlaubt ist, werden wir unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln die Bühnen-Proben weiter aufnehmen.“

Notfallkonzept für Protagonisten

Nicht nur die Verantwortlichen sind begeistert von dem „Notfallkonzept“, auch die jungen Bühnenprotagonisten äußern sich dazu durchwegs positiv. „Ich finde die Online-Gruppenstunden super“,, sagt Maja (13 Jahre) und die ein Jahr ältere Johanna fügt an: „Unser ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Doch auch wir Wichtl haben unseren Weg gefunden, weiter zu Proben.“ Leider musste auch das geplante Herbststück, für das online von der Heimatbühne-Jugend auch schon Leseproben durchgeführt worden waren, ausfallen. Daher suchten die jungen Theaterspieler andere Wege, um in Kontakt zu bleiben.

Spieleabend ganz anders

Das brachte ein paar kreative Köpfe auf die Idee eines Adventskalenders für alle Mitglieder der Heimatbühne. Der Zuspruch war sehr groß, genauso wie die Freude der Verantwortlichen. Mit den monatlichen „Online-Spieleabenden“ wurde auch eine Möglichkeit gefunden, weiter in Kontakt untereinander zu bleiben. Sie ersetzen zwar keine persönlichen Treffen, sorgen aber immer für jede Menge Gaudi und Zeitvertreib. Besonders gelungen war die „alternative Weihnachtsfeier“

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Unter vorbildlicher Einhaltung der Corona-Regeln konnten die fünf „Heimatbühne-Nikoläuse“ auf Erden insgesamt 42 Familien mit zusammen 105 Kindern besuchen und ein bisschen weihnachtliche Freude verbreiten. „Ein bezauberndes und nachhaltiges Erlebnis“, sind sich die Mitglieder der Gruppe einig. Theater wurde von den „Großen“ der Heimatbühne aber doch noch gespielt, zumindest im Herbst vor dem zweiten Lockdown: Die Uraufführung des Krimi-Komödien Dinners „A Hochzeit zum Sterbn“ beim Ochsenwirt in Oberaudorf war gelungen. Die Überraschungs-Hochzeit mit Hindernissen sorgte bei der Restaurant-Komödie aus der Feder von Christa Rauscher für ein neues Theater-Schmankerl mit der Heimatbühne Kiefersfelden, was für dieses Jahr hoffen lässt.

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