Verzicht auf den Dienstwagen

Der neueRohrdorfer Gemeinderat stellte sich zum Gruppenfoto auf. Thomae

Rohrdorf –.

Verzicht auf einen Dienstwagen, aber Wunsch nach Unterstützung durch einen Dritten Bürgermeister – das waren die ersten Signale, die Rohrdorfs neuer Bürgermeister Simon Hausstetter nach seiner Vereidigung durch das älteste Gemeinderatsmitglied, Maria Scholz (Bürgerblock Rohrdorf) setzte: Ein Dienstwagen sei seiner Ansicht nach gerade in Zeiten einer coronabedingt unsicheren Finanzlage überflüssig.

Vorschlag alsein Signal

Der erste Vorschlag für das Amt des Zweiten Bürgermeisters kam von Simon Hausstetter selbst. Er, der aus den Reihen des Bürgerblocks stammt, warb für Maria Haimmerl von der CSU. Dies nicht nur aus persönlicher Wertschätzung heraus, wie er sagte, sondern auch, um ein Signal zu setzen: Er wünsche sich, dass man in den Sachfragen dabei parteiübergreifend an einem Strang ziehe.

Aus den Reihen des Gemeinderates kam kein weiterer Vorschlag, Maria Haimmerl wurde bei einer ungültigen Stimme einstimmig zur Zweiten Bürgermeisterin in Rohrdorf gewählt. Für die Wahl des Dritten Bürgermeisters kamen aus den Reihen des Gemeinderates zwei Vorschläge, Markus Unterseher vom Freien Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle (FWBL) sowie Martin Fischbacher vom Bürgerblock Rohrdorf (BR). Bei der Wahl konnte sich Martin Fischbacher mit elf zu zehn Stimmen durchsetzen. Stehen dem neuen Bürgermeister damit zwei erfahrene Gemeinderäte als Kollegen im Bürgermeisteramt zur Seite, so finden sich im Gemeinderatsgremium ansonsten viele neue Gesichter.

Zwölf von den 20 Gemeinderatsmitgliedern sind erstmals im Amt. Nicht nur an sie, sondern an den ganzen Gemeinderat richtete Simon Hausstetter die Bitte nach einer zukünftigen Zusammenarbeit, die seine ersten Erfahrungen mit dem Gremium bestätigen möge. Fairness und Anstand sollten auch weiterhin die Basis sein, dann seien Diskussionen möglich, die durchaus auch engagiert und in der Sache hart geführt werden dürften. Alle im Gemeinderat müssten sich stets bewusst bleiben, dass sie in ihrem Amt für gut 6000 Menschen in der Verantwortung stehen dürften.

In Rohrdorf wird es neben dem von Amts wegen zwingend vorgeschriebenen Rechnungsprüfungsausschuss drei weitere geben: den Hauptverwaltungs-, Finanz- und Kulturausschuss, den Bauausschuss und den Umweltausschuss. Kulturfragen hätten, so Simon Hausstetter, zwar schon von jeher in die Zuständigkeit des Hauptverwaltungsausschusses gehört, ganz neu ist der Umweltausschuss.

Gremien werdenschlagkräftiger

Die Anzahl der jeweiligen Ausschussmitglieder wurde vom Gemeinderat im Rahmen der neu verabschiedeten Gemeindeverfassung von zehn auf acht verringert, der Bürgermeister ist bis auf den Rechnungsprüfungsausschuss qua Amt an allen Ausschüssen und Gremien beteiligt.

Durch die Reduzierung würden diese Gremien nicht nur schlagkräftiger, die reduzierte Zahl ermögliche auch eine gerechte Aufteilung unter den im Gemeinderat vertretenen Fraktionen. Davon gibt es in Rohrdorf vier: die CSU mit sieben Sitzen, den Bürgerblock Rohrdorf (BR) mit ebenfalls sieben Sitzen, den Freien Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle (FWBL) mit drei Sitzen, die SPD mit zwei Sitzen. Die Freien Wähler stellen ein Gemeinderatsmitglied und haben damit keinen Fraktionsstatus.

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