Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Vom Pfad abgewichen

Verunglückte Wanderer an der Maiwand bei Flintsbach: Welche Rolle spielte eine App?

An der Maiwand bei Flintsbach sind am Samstag drei Wanderer verunglückt.
+
An der Maiwand bei Flintsbach sind am Samstag drei Wanderer verunglückt.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
    schließen

Drei Personen sind nach einem Absturz an der Maiwand bei Flintsbach ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei waren die Wanderer wohl mit einer App unterwegs, die ihnen den Weg entlang des nicht ungefährlichen Terrains gewiesen hat. Nicht das einzige Rätsel, vor dem die Ermittler stehen.

Flintsbach – Die Bestürzung ist groß: Am Samstagnachmittag ist eine Wandergruppe an der Maiwand bei Flintsbach verunglückt. Darunter ein Pärchen aus Wenzenbach (Landkreis Regensburg) – die Frau 35, der Mann 44 Jahre alt – sowie ein 35-Jähriger aus der Stadt Straubing. Die Verunglückten waren mit einer Bekannten rund um die Hohe Asten unterwegs und wollte über die Maiwand und den Maigraben ins Tal hinabsteigen.

Gruppe folgte einer App

Die ersten Ermittlungen der Alpinen Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd haben ergeben, dass die vier Wanderer zumindest angemessenen für ihren Trip ausgerüstet waren. Die Gruppe folgte, so die Polizei, den Informationen einer App und änderte die ursprüngliche Route.

An einer unübersichtlichen Stelle verließen sie aus bislang unbekannten Gründen den Weg, drei von ihnen rutschten nach Informationen der OVB-Heimatzeitungen unabhängig voneinander in einer extrem steilen und grasigen Rinne nach unten. Im weiteren Verlauf stürzten die Wanderer dann eine 30 Meter hohe Felswand hinab. Nach derzeitigem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor.

Gefährlich auch für erfahrene Alpinisten

„Das ist natürlich tragisch, gerade wenn gleich drei Leute abgestürzt sind“, sagt Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher (CSU). „Wir trauern mit den Angehörigen und Hinterbliebenen.“ Lederwascher mahnt: „Wir wissen, dass es dort gefährlich ist.“ Dies gelte selbst für erfahrene Alpinisten.

Das bestätigt auch der Geschäftsführer der Rosenheimer Sektion des Deutschen Alpenvereins, Christoph Schnurr. Zumindest nordseitig sei das Gelände noch mit Schneeresten bedeckt und entsprechend mit Vorsicht zu genießen.

Anspruchsvolle und gefährliche Maiwand

Für die Flintsbacher, so scheint es, sind solch tragische Unglücke nichts Ungewohntes. Immer dann, wenn an der Maiwand wieder ein Hubschrauber kreise, fragten sich die Menschen, ob es sich um eine Übung oder einen Einsatz handle, berichtet Lederwascher. So auch am Samstagnachmittag. Doch erst am Sonntag bestätigte sich durch Medienberichte, dass die beiden Helikopter – ein Rettungshubschrauber aus Tirol und ein Polizeihubschrauber aus Deutschland – eben nicht zu Trainingszwecken aufgestiegen waren.

Es komme immer wieder vor, dass jemand an der steilen Felswand verunglücke, berichtet Rathauschef Lederwascher. Allen Warnungen zum Trotz. Auch seitens der Polizei ist zu hören, dass sich im Bereich der „anspruchsvollen und gefährlichen Maiwand in den vergangenen Jahren immer wieder schwere und tödliche Bergunfälle ereignet hätten“.

Gebiet nicht stark von Besuchern frequentiert

Bestimmte Bereiche der von verschiedenen Seite zugänglichen Seiten seien „alpinistisch herausfordernd“, sagt der Bereitschaftsleiter der Brannenburger Bergwacht, Leonhard Pichler. „Der Weg durch den Maigraben ist durchweg sehr steil und erfordert absolute Trittsicherheit“, sagt Pichler. Jedoch gehörten die Einsätze an ebendiesen Stellen nicht zum Alltag der Rettungskräfte. Vielmehr komme es hin und wieder einmal vor, dass die Bergwacht dorthin alarmiert werde, um Verunglückte zu retten.

Generell sei das Gebiet aber nicht sonderlich stark frequentiert. Bis in die Heimatgemeinde des verunglückten Pärchens ist die Nachricht über den Vorfall zwar schon vorgedrungen, jedoch augenscheinlich nur über eine entsprechende Meldung in der Lokalpresse, wie aus dem Rathaus Wenzenberg zu hören ist. Der Bürgermeister der Gemeinde, Sebastian Koch, hatte – Stand gestern – noch keine Details über die Verunglückten vorliegen. Auch im Ort selbst sei der Absturz des Paares an der Maiwand bislang kein großes Thema.

Auch die Stadt Straubing gibt sich sich zurückhaltend: „Wir haben heute aus unseren örtlichen Medien mit Bestürzung erfahren, dass es sich bei einem der tödlich verunglückten Wanderer um einen Bürger unserer Stadt handelte. Die Nachricht macht uns alle sehr betroffen“, heißt es vonseiten der Stadt, die sich mit Rücksicht auf die Angehörigen jedoch nicht zu dieser Sache äußern will.

Kommentare