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STILLLEGUNGSANTRAG DER WACHTL-BAHN STATTGEGEBEN, ABER:

Verein stemmt sich gegen das Aus

Derzeit auf dem Abstellgleis:die bei Touristen und Tagesgästen beliebte Wachtl-Bahn.  Hoffmann
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Derzeit auf dem Abstellgleis:die bei Touristen und Tagesgästen beliebte Wachtl-Bahn. Hoffmann

Das Bayerische Verkehrsministerium hat dem Stilllegungsantrag für die Wachtl-Bahn zwar stattgegeben. Doch die Befürworter der Bahn wollen das Aus nicht akzeptieren. Sie versuchen unter anderem über eigene Aktionen die Finanzierung des Bahnbetriebs zu sichern.

Kiefersfelden – Der vor allem bei Touristen und Tagesgästen beliebten Wachtl-Bahn droht das endgültige Aus (wir berichteten). Doch damit will sich „Eisenbahn-Betriebsleiter“ Günther Ziegler von der Museums-Eisenbahn-Gemeinschaft Wachtl noch nicht abfinden. Der Eigentümer der Museumsbahn, das Südbayerische Portland-Zementwerk, die das Zementwerk in Rohrdorf betreibt, hatte beim Bayerischen Verkehrsministerium die Stilllegung der Strecke, die von Kiefersfelden nach Wachtl in Österreich führt, beantragt. Das Ministerium hat dem Antrag jetzt stattgegeben.

Grund für den Stilllegungsantrag waren die veraltete Technik der Gleisverbindung und die teils maroden Schienenschwellen, für deren Erneuerung oder Ausbesserung ein geschätzter Investitionsbedarf von 200 000 Euro werksseitig angesetzt wurde. Wobei die jährlichen Betriebskosten zur Unterhaltung der rund sechs Kilometer langen Strecke noch nicht eingerechnet sind.

Aber dies soll noch nicht das Ende der Wachtl-Bahn sein: „Wir wollen das nicht so hinnehmen“, spricht Günther Ziegler auch für seine Vereinskollegen und erhält dabei Rückenwind von Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber, der sich für den Erhalt und den Betrieb der Bahn ausspricht. Und das nicht nur mit Worten. Denn seitens der Gemeinde wurde und wird durch die Mitarbeiter des Bauhofs das Gleisbett und die angrenzenden Hänge von wucherndem Unkraut und Müll freigehalten, was zumindest optisch wirkt.

Allerdings stellt der Rathauschef auch klar, dass nicht mehr geht. Er hofft auf den Eigentümer, dass er den Güterverkehr auf der Strecke zwischen dem Steinbruch in Wachtl und dem Gleisanschluss in Kiefersfelden wieder aufnimmt und so die notwendigen Investitionen auch schultern muss.

Günther Ziegler selbst ist nicht untätig, denn er weiß, dass mit jedem Jahr der Stilllegung die Kosten für die Wiederinbetriebnahme steigen werden. „Denn die Natur holt sich die Strecke Meter für Meter zurück“. Nach seinen Schreiben an das Bayerische Heimatministerium, die CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und an Alfons Dinglreiter, in dem er die aktuelle Situation schildert, hofft er auf Unterstützung zur Erhaltung und zum weiteren Betrieb der Museumsbahn.

Suche nach Schwellenpaten

Persönlich und aus dem Internet erhält er großen Zuspruch für sein Vorhaben. „Die Problematik ist zwischenzeitlich in ganz Deutschland gestreut und bekannt“, weiß er. Die von ihm initiierte Aktion „Schwellenpaten“ läuft sehr gut an. Hier können die sogenannte Schwellenpaten für jeweils 100 Euro die Patenschaft für eine Schwelle übernehmen. Damit möchte der Eisenbahn-Betriebsleiter für rund 1000 defekte Schwellen Paten finden. „Das würde den Eigentümer in Rohrdorf vielleicht in seiner Entscheidung zur Stilllegung der Wachtl-Bahn wieder umstimmen.“

In nur einem Monat sind bereits für 15 000 Euro Absichtserklärungen für eine Schwellen-Patenschaft eingegangen. Ziegler ist überwältigt von dem Erfolg. Doch er und seine Vereinskollegen legen auch weiterhin die Hände nicht untätig in den Schoß. Auf dem Bahnhofsgelände werden jetzt die Winter- und Aufräumarbeiten erledigt, „obwohl wir momentan ohne Pachtvertrag sind. Aber wir können das Gelände doch nicht verkommen lassen und werden es weiter in Schuss halten“.

In der Mitgliederversammlung im März 2018 sollen dann weitere Aktionen besprochen werden, die zur Wiederaufnahme des Bahnbetriebes führen können. Allerdings ist dann auch eine Auflösung des gesamten Museumsvereins denkbar, wenn die Rohrdorfer Zementwerke an der Stilllegung der Wachtl-Bahnstrecke weiter festhalten.

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