Seit Monaten schon!

Stephanskirchen: Vandalismus auf dem Grundstück der Regenbogen-Naturgruppe

Unbekannte haben die Karotten und den Mais der Kinder in der Naturgruppe auf dem Gelände verteilt. re
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Unbekannte haben die Karotten und den Mais der Kinder in der Naturgruppe auf dem Gelände verteilt. re
  • vonAlexandra Schöne
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Die Kinder sind bestürzt und traurig, die Erzieherinnen und der Bürgermeister wütend: Unbekannte verwüsten seit Monaten das Grundstück der Naturgruppe des Kindergartens Regenbogen. Die Gemeinde will das beenden.

Stephanskirchen – Zertrampelte Maiskolben, mit Matsch verschmierte Tische und angebohrte Regentonnen: In dem Wäldchen, in dem die Naturgruppe des Kindergartens Regenbogen in Stephanskirchen untergebracht ist, treiben Vandalen ihr Unwesen.

Jeden Monat gibt es Ärger

Ulrike Demberger, Leiterin des Kindergarten Regenbogen, ist ratlos. Aber auch ein Stück weit wütend. Grund dafür sind die regelmäßigen Verwüstungen auf dem Grundstück, dass die 20 Naturgruppenkinder und ihre drei Erzieherinnen nutzen. Die Wiese liegt östlich der Kuglmoosstraße in Schloßberg neben dem Waldstück am Spindlergraben.

Seit der Betrieb in Naturgruppe im Juni angelaufen ist, gibt es regelmäßig Ärger. „Jeden Monat passiert etwas. Es ist einfach dreist“, sagt Ulrike Demberger. Es bleibt nicht nur dabei, dass die Wiese mit Chips- und Gummibärchentüten verschmutzt wird. Auch die Gegenstände, die die Gruppe nutzt, werden beschädigt. In die zwei Regentonnen haben die Unbekannten Löcher gebohrt, die von Bauhofmitarbeitern geflickt werden mussten. Die Wände der Holzhütte und die Tische davor wurden mit Matsch verschmiert.

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Reißnägel in Milchtüten gebohrt

Die Maiskolben, die Kürbisse und die Karotten, die die Kinder für Erntedank kunstvoll drapiert hatten: zertrampelt und zerhackt. In die Milchtüten der Erzieherinnen, die oben auf der Hütte gelagert werden, haben die Vandalen laut Demberger Reißnägel gebohrt. Und aus der „Schatzkiste“, die die Frauen für die Kinder mit allerlei Sachen füllen, wurde auch schon etwas gestohlen. „Das macht was mit den Kindern, wenn sie das sehen. Da wird ihr vertrauter Schutzraum betreten und zerstört“, sagt Ulrike Demberger. „Sie waren bestürzt und sauer.“

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Wer hinter den angebohrten Regentonnen und dem zertrampelten Gemüse steckt, ist unklar. Am Anfang habe die Leiterin gedacht, dass es bloß ein „Kinderstreich“ sei. Mittlerweile ist sie anderer Meinung. „Weil immer mehr zerstört wurde, denke ich, dass es wahrscheinlich Halbstarke waren.“ Ein grundsätzliches Problem auf dem Grundstück der Naturgruppe: Dort gibt es keinen Strom. Deshalb können auch keine Überwachungskameras aufgestellt werden.

Zwei Regentonnen wurden angebohrt und mit Matsch beschmiert.

Um die Unbekannten dennoch zu stoppen, will Ulrike Demberger Aufmerksamkeit auf das Thema ziehen und die Bürger sensibilisieren. Sie wolle eigene Leute mobilisieren, aber auch Spaziergänger und Nachbarn. Sie sollen die Augen offen halten, wann immer sie in der Nähe der Wiese der Naturgruppe sind.

Sicherheitsdienst wird kontrollieren

Auch Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) hofft auf aufmerksame Bürger. Er wird außerdem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes beim Spindlergraben vorbeischicken, um dort stichprobenartig zu kontrollieren. Es sei traurig und erschreckend, dass man jetzt sogar einen Dienst einsetzen muss, findet Mair. „Es geht bei dieser Sache nicht um Materielles. Aber das sind ganz kleine Kinder, die sich dort selbst etwas schaffen. So geht es einfach nicht weiter.“

Deshalb werde er auch Anzeige bei der Polizei erstatten. Das soll zum Standard werden, sobald es auf dem Grundstück der Naturgruppe wieder Ärger gibt. „Der Geduldsfaden ist gerissen.“

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