„Unzone“-Ausstellung präsentiert Kunststoff-Exponate

Ein Nest mit „Eiern“ aus Plastikabfällen, die allesamt als Verpackungsmaterial für Bioprodukte dienten, symbolisiert für Renata Seidel (rechts) das Spannungsfeld beim Material „Kunststoff“. Zusammen mit der letztjährigen Projektleiterin Hildegard Prinz (links) engagieren sie sich erneut bei der Unzone-Ausstellung.
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Ein Nest mit „Eiern“ aus Plastikabfällen, die allesamt als Verpackungsmaterial für Bioprodukte dienten, symbolisiert für Renata Seidel (rechts) das Spannungsfeld beim Material „Kunststoff“. Zusammen mit der letztjährigen Projektleiterin Hildegard Prinz (links) engagieren sie sich erneut bei der Unzone-Ausstellung.

Eine Kunstausstellung zum Thema Plastik zeigt das Künstlerkollektiv „Unzone“ noch bis 9. Oktober in einer Kufsteiner Galerie.

von Roland Schmidt

Kufstein/Kiefersfelden – „Das Thema ist Plastik in all seinen Varianten, ein allgegenwärtiger Stoff, der uns von Geburt an vertraut ist und ohne den viele Gegenstände des alltäglichen Lebens gar nicht denkbar wären.“ Mit diesen Worten führte die Kunsthistorikerin Sarah Pfeifer in die neueste Ausstellung des Künstlerkollektivs „Unzone“ ein. Sie ist bis Freitag, 9. Oktober, in der Stadtgalerie dia:log in Kufstein, Kinkstraße 5, jeweils freitags von 16 bis 18.30 Uhr und samstags von 10.30 bis 13 Uhr zu sehen.

Grenzüberschreitendes Projekt

„Unzone“ ist ein offenes, grenzüberschreitendes Künstlerkollektiv, das seit Jahren Ausstellungsprojekte und Workshops realisiert, situiert im Grenzgebiet Österreich-Deutschland als österreichischer Verein mit Sitz in Kufstein und Atelier in Kiefersfelden. Ihren letzten großen Erfolg feierten sie 2019 bei ihrem Projekt „Kunst = Energie“ im Kohlstattpark von Kiefersfelden, das sich mit 22 Kunstobjekten mit der regionalen Verkehrsbelastung und der Trassenfindung für den Nordzulauf des Brenner Basistunnels beschäftigte. Teile davon sind noch immer im Park zu sehen.

Faszinierend und problembeladen

Dieses Mal setzten sich 18 Künstler in einer Gruppenausstellung kreativ mit dem synthetischen Material Kunststoff auseinander und zeigen verschiedene Exponate aus unterschiedlichen Schaffensperioden. Dabei wird klar, dass der Stoff viele faszinierende Eigenschaften aufweist, jedoch gleichzeitig weitreichende Probleme mit sich bringt – Stichwort Plastikmüll in der Umwelt und in den Meeren.

Deutlich wird bei der Betrachtung der Exponate, wie dominant das Material zwischenzeitlich in das kulturelle Erbe Einzug hält, wie bei Filmen, Fotografien und Kunstobjekten, einhergehend mit der Vergänglichkeit des Materials durch Verfärbung, Form- und Stabilitätsverlust.

„Das Herangehen der einzelnen Künstler ist ganz eigen und persönlich,“ resümiert Pfeifer. So finden sich neben Plastiken auch Mobiles sowie raumgreifende Installationen, kleine Architektur-Modelle, Collagen, Reliefs, Materialbilder, Fotos und Malerei. „Die einzelnen Werke oder Werkgruppen wurden so im Raum angeordnet, dass sie miteinander in Dialog treten und die Betrachter in ein Spannungsfeld ziehen“, so Pfeifer weiter.

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