Heimat- und Geschichtsverein Aschau mit Jahreshauptversammlung und Neuwahlen

Ulrich Feldmann bleibt Vorsitzender

Turnusgemäß wurde beim Heimat- und Geschichtsverein gewählt. Neu in der Vorstandschaft sind die beiden Beisitzerinnen Christine Pfaffinger (links) und Ulrike Lauwitz. Foto rehberg
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Turnusgemäß wurde beim Heimat- und Geschichtsverein gewählt. Neu in der Vorstandschaft sind die beiden Beisitzerinnen Christine Pfaffinger (links) und Ulrike Lauwitz. Foto rehberg

Aschau - Dr. Ulrich Feldmann bleibt Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Aschau (HGV Aschau). Bei den Neuwahlen unter Leitung von Bürgermeister Werner Weyerer wurde er einstimmig für eine weitere dreijährige Amtszeit in seinem Amt bestätigt. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde Wolfgang Bude zum Zweiten Vorstand gewählt, auch Schatzmeister Josef Bauer und Schriftführer Richard Brandl wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Das Gremium vervollständigen die drei Beisitzer Christine Pfaffinger (neu), Ulrike Lauwitz (neu) und Georg Antretter. Die bisherige Beisitzerin Gisa Obermaier stellte ihr Amt nach 28 Jahren zur Verfügung, Heidi Sandner schied nach neun Jahren aus der Vorstandschaft aus. Das Amt der beiden Kassenprüfer übernahmen wieder Anneliese Staniszewski und Gerd Kalckbrenner. Derzeit gehören dem Verein 530 Mitglieder an. Der Mitgliederstand hat sich auf dieser Ebene seit mehreren Jahren eingependelt, so Dr. Feldmann.

Die Restaurierungsarbeiten an der Wandmalerei des barocken Laubensaales sind weitestgehend abgeschlossen. Insgesamt wurden unter Federführung des HGV rund 290000 Euro für die Wiederherstellung dieses einmaligen Kunstwerks ausgegeben. Ab sofort kann der Laubensaal in Aschau auch für standesamtliche Hochzeiten genutzt werden, Dr. Feldmann berichtete von einem sehr ansprechenden Probelauf zu einer standesamtlichen Trauung. Das Ambiente des Laubensaales, die starken Mauern der Ringburg und die beherrschende Lage von Schloss Hohenaschau stellten eine Garantie für immerwährende Ehen dar.

Die vom Verein beabsichtigte komplette Anmietung der Ringburg und die damit verbundene Nutzung durch den HGV sei zunächst gescheitert, in Zusammenarbeit mit Landrat Neiderhell und Bürgermeister Werner Weyerer habe der HGV nun ein neues Nutzungskonzept bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) vorgelegt, über das nun neu entschieden werde. Im vergangenen Jahr wurde das bisherige Prientalmuseum aufgelöst und die Exponate in die Räume der Ringburg eingebracht; der bisherige Ausstellungsort, das alte Mesnerhaus der Schlosskapelle, soll künftig als Ausstellungsort für eine neue Dauerausstellung "Adel und Kirche" dienen

Die Schlossführungen waren gut besucht, vor allem die Kinder, die an den eigens konzipierten Kinderführungen "Wilde Ritter, freche Feen" teilnahmen, hatten ihren Spaß daran und lernten ohne erhobenen Zeigefinger viel dazu.

Sebastian Aringer war in den vergangenen Jahren als Sondengeher im Gemeindebereich von Aschau höchst erfolgreich. Seine Ausbeute stellte er in einer Sammlung zusammen, unter dem Titel "Römerfunde und Feuersbrunst" zeigt sie Elisabeth Aringer bei ihrer Führung zur "Boarischen Rundroas" der Aschauer Bäuerinnen. Der Fund von mehreren Urnengräbern der frühen Bronzezeit und von Rohmaterial für die Metallarbeitung brachte die Archäologin Cordula Nagler-Zanier dazu, einen weiteren Band zur Aschauer Chronik mit dem Titel "Vor- und Frühgeschichte im Priental II" zu verfassen. Eine großzügige Spende ermöglicht es dem Verein, das Buch zu drucken und zu veröffentlichen.

Dr. Ulrich Feldmann bedankte sich bei der Gemeinde Aschau für die Möglichkeit, die Räume im Bahnhofsgebäude mieten zu können und für die stets vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und Unterstützung sowie bei der Raiffeisenbank für die Lagermöglichkeiten im Keller.

Schatzmeister Josef Bauer zog in seinem Rechenschaftsbericht eine insgesamt positive Bilanz.

Bürgermeister Werner Weyerer sicherte weiterhin die wohlwollende Unterstützung durch die Gemeinde zu. Er hob insbesondere die Renovierung des historischen Laubensaals als gewaltige Leistung hervor und betonte, dass es bei den Bemühungen des HGV und der Gemeinde Aschau, das Schloss für die Allgemeinheit weiter zu öffnen, "kein Zurück mehr gebe". Der Landkreis und die Verantwortlichen für Kultur und Tourismus sehen in Schloss Hohenaschau eines der "Leuchtturmprojekte" der Region und unterstützen tatkräftig und politisch die Bemühungen von Gemeinde und HGV für eine Änderung der derzeitigen Nutzung. reh

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