Über 200 Rosenstöcke gibt es im Garten von Marie und Agnes Abele in Schwabering

Mindestens zwei Stunden täglich sind sie mit der Pflege der Pflanzen beschäftigt: Marie (links) und Agnes Abele vor ihrem Rosenpavillon.
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Mindestens zwei Stunden täglich sind sie mit der Pflege der Pflanzen beschäftigt: Marie (links) und Agnes Abele vor ihrem Rosenpavillon.

In einem Garten in Schwabering leben zwei Schwestern in einem Rosenparadies wie aus dem Märchenbuch. Zwei Stunden sind Marie und Agnes Abele täglich mit der Pflege beschäftigt.

Söchtenau-Schwabering − Von „Robin Hood“ über „Madame Anisette“ bis „Golden Gate“ — gut 200 Rosen blühen im Garten der zwei Schwestern Abele. Die beiden Damen, die 77-jährige Marie und die 72-jährige Agnes, früher Maßschneiderinnen, haben seit jeher eine große Leidenschaft: das Gärtnern. Und so blüht ihr Garten beinahe das gesamte Jahr über, in den unterschiedlichsten Farben, Größe.

Über die Jahre entstanden

Ein traumhafter Garten, der einem Märchenbuch entsprungen sein könnte. Die Farbtöne gehen von zartem Rosa bis zu kräftigem Purpur, durchbrochen von leuchtenden weißen, gelben, roten und violetten Blüten. Die beiden Damen, gebürtige Württembergerinnen, leben seit über 30 Jahren in der Region. Und hier haben sie − ihrem stilsicheren Gespür für Farben folgend − nach und nach rund um ihr Haus einen Traumgarten angelegt. „Anfangs war hinter unserem Grundstück noch Wiese,“ so Marie. Heute ist das natürlich nicht mehr so, jedoch umgeben von so viel Grün, pardon Blumenpracht, fällt die Umgebungsbebauung überhaupt nicht ins Gewicht.

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Natürlich haben sie sich ein bisschen Hilfe bei einer befreundeten Gartenbauer- und Landschaftsarchitektenfamilie geholt, gestehen sie, aber „eigentlich machen wir das alles selbst,“ schildert Agnes. Und dass solche Blütenpracht auch entsprechende Pflege benötigt, ist für die Schwestern nach wie vor eine erfüllende Aufgabe. Jetzt zur Hauptblüte im Sommer sind sie mindestens zwei Stunden täglich damit beschäftigt. Das Blütenmeer muss ja nicht nur gegossen werden, sondern es müssen die Blüten zurückgeschnitten, das Unkraut gezupft und die abgeblühten Blütenblätter entfernt werden − und das nimmt einige Zeit in Anspruch.

„Mit Gemüse hatten wir kein Glück“, lächelt Marie, mit Blumen hingegen, wie unschwer zu erkennen ist, schon. Vor allem Rosen haben es den beiden angetan, auf gut 200 Rosenstöcke kommen sie in ihrem Garten.

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An der Westwand blühen übermannshoch und über zwei Meter breit rosafarbene Ramblerrosen. Am Pavillon liefern sich rosa Duftrosen und lila Klematis ein harmonisches Farbduell, weiße Hortensien und leuchtend orange Türkenbundlilien gedeihen auf der Garten-Nordseite. Allium, ein Zierlauch, mit seinen kugelrunden lilafarbenen Blütenköpfen setzt schon allein durch seine Form bei den weißen Bodendecker-Rosen neben der Terrasse farbliche Akzente. Rote Lichtnelken paaren sich mit weißen Rosen und Glockenblumen in der südöstlichen Gartenecke und unter dem Zierapfel sprießen in unterschiedlichsten Funkien. Rosa und lila gefüllter Mohn, Strauch- und Christrosen in den unterschiedlichsten Blütengrößen, reich blühende Bartfäden und Sonnenblumen setzen zusammen mit Schmucklilien fröhliche Farbtupfer in dem wohlfeil angeordneten Blumenmeer.

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Dass die beiden Schwestern jede Blume benennen können, versteht sich von selbst. Bei der Pflege setzen sie auf die Heilkraft der Natur. Die Rosen bekommen alle zwei Jahre Pferdemist. Brennnessel- und Schachtelhalmsud − selbst angesetzt − geben die Gartenliebhaberinnen hingegen regelmäßig. „Die Brühe ist ein wirksamer organischer Dünger und beugt Pilzkrankheiten vor“, erklärt Marie. Doch der farbenfrohe Garten ist nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch für die Geschmacksknospen: Aus den Zieräpfeln macht sie Gelee, „ernten darf man die Äpfel aber erst nach dem Frost.“

Auch noch Zeit für andere Hobbys

Trotz der zeitintensiven Gärtnerleidenschaft finden die beiden Schwestern noch Zeit für andere Hobbies. Sie sticken und die Liebe zum Nähen haben sie auch im Alter behalten. Die beiden, die erst in Westfalen als Damenmaßschneiderinnen arbeiteten und später jahrzehntelang für Münchner Designer Kollektionsmodelle nähten, sitzen auch heute noch an ihren Nähmaschinen. Statt Maßgeschneidertem nähten sie jetzt aus den noch reichlich vorhandenem Stoffmaterial Masken. So entstanden 750 Stück alleine für Freunde und Bekannte sowie 1 000 Stück im Auftrag des Bayerischen Pilgerbüros. Elisabeth Kirchner

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