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Anlaufstelle Rohrdorf

Turnhalle als Unterkunft für Flüchtlinge – Sportvereine müssen umplanen

Ein Stück Normalität: Eine Kinderspielecke mit Zelt und Puppenwagen.
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Ein Stück Normalität: Eine Kinderspielecke mit Zelt und Puppenwagen.
  • VonJohannes Thomae
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In Rohrdorf legen die Folgen des Ukraine Kriegs den Sportbetrieb der Vereine und der Schule lahm, zumindest soweit dieser in der Halle stattfindet. Seit Freitagnachmittag ist das Turner Hölzl nämlich die erste Station für alle diejenigen Flüchtlinge aus der Ukraine, die im Landkreis ihre Zuflucht finden sollen.

Rohrdorf - „Dass das Turner Hölzl als vorübergehender Aufenthalt in Betracht kommen würde, damit war zu rechnen“ meint Rohrdorfs Verwaltungsleiter Christian Schoenleber. Schließlich hatte der Katastrophenschutz schon vor einigen Jahren die Halle auf ihre Verwendbarkeit in Notfällen begutachtet „Und Dreifachturnhallen in unmittelbarer Nähe der Autobahn, also mit bester Verkehrsanbindung gibt es im Landkreis nicht so viele“. Nicht gerechnet hatte man in der Gemeindeverwaltung aber damit, dass es dann derart schnell gehen würde. Am vergangenen Freitag kurz nach elf erhielt die Gemeinde einen Anruf mit der Mitteilung, dass das Turner Hölzl ab sofort für die Aufnahme der Ukraine Flüchtlinge dienen würde. War Verwaltungsleiter Christian Schoenleber zunächst noch der Meinung, dass „ab sofort“ im Laufe des Montags bedeuten würde, so wurde er eines Besseren belehrt: Schon am späteren Freitagnachmittag begann der Katastrophenschutz unter Mithilfe der Feuerwehr Thansau mit dem Umbau der Halle.

Bettenlager für den kurzzeitig Aufenthalt

Glücklicherweise war es Christian Schoenleber aber in dieser knappen Zeit gelungen, alle Vereine und auch die Schulleitung der Grundschule über die Entwicklung zu informieren. Auch dort handelte man schnell: Barbara Brandmaier, der Schriftführerin des TSV, gelang es tatsächlich, für zwei Floorball-Turniere, die am Samstag und Sonntag in der Halle hätten stattfinden sollen, einen Austragungsort in München zu organisieren. Wie es darüber hinaus weiter gehen soll, dafür müssen erst Lösungen gefunden werden. Fünf von den neun Abteilungen des Rohrdorfer TSV sind für ihren Sport auf die Halle angewiesen. „Jetzt wieder aufhören zu müssen, gerade nachdem man gedacht hatte, einen halbwegs normalen Betrieb wieder aufnehmen zu können, kommt die Sportler schon hart an“, meint Barbara Brandmaier. „Die Kun-TAI-Ko-Abteilung etwa wollte jetzt mit ihren Prüfungen für das Erlangen der verschiedenen Gürtel beginnen, nachdem dies zwei Jahre lang nicht möglich gewesen war und ist jetzt wieder lahmgelegt“.

Kinderwagen stehen auch zur Verfügung.

Auch die Gemeinde selbst muss nach Ausweichlösungen suchen: im Turner Hölzl fanden coronabedingt die Gemeinderatssitzungen statt, in den Ratssaal wird man nur dann zurückkehren können, wenn sich die Corona-Situation zeitnah verbessern sollte. Gemeinde wie Sportler sind sich aber völlig einig: Die Unterstützung für die Flüchtlinge steht außer Frage, und für andere Menschen, die in Not sind, lassen sich Einschränkungen eher verdauen als für einen nicht fass- und greifbaren Virus.

Für die Kinder gibt es auch Spielzeug.

Das Turner Hölzl dient dabei als Registrierungsstelle für Flüchtlinge, die aus den bayerischen Ankerzentren in den Landkreis kommen. Da sie Anspruch auf staatliche Leistungen haben, müssen sie zunächst registriert werden, damit diese dann auch ausgezahlt werden können. Und genau das erfolgt im Turner Hölzl in Rohrdorf, wie Michael Fischer, der Pressesprecher des Landratsamtes erläutert. Die dafür notwendige Infrastruktur an jedem der einzelnen Aufenthaltsorte aufzubauen, wäre unsinnig gewesen. Der Aufenthalt der Flüchtlinge in Rohrdorf ist also nur kurz, es dauert bislang nur einige Stunden, bis sie dann nach Bad Aibling und Prien kommen, wo sie eine erste Unterbringung finden. Den Transport dahin übernehmen die Feuerwehren aus der Region mit ihren Mannschaftsfahrzeugen.

Bislang keine Coronafälle bekannt

Dass auch ein Bettenlager im Turner Hölzl aufgebaut wurde, sei, so Michael Fischer, eine reine Vorsichtsmaßnahme: Wenn die Flüchtlinge nicht schnell genug nach Prien oder Bad Aibling weitergebracht werden könnten, hätte man im Turner Hölzl die Möglichkeit, sie zumindest über 48 Stunden hinweg unterzubringen und zu versorgen.

Tische zum Essen und zum Aufenthalt.

Zum Aufnahmeverfahren gehört auch ein Corona-Test. Sollten sich positive Fälle ergeben, so würden diese nach Neubeuern gebracht, erklärt Michael Fischer, die dortige Sporthalle sei als Quarantänezentrum vorgesehen. Allerdings habe es bei den ersten rund 220 Flüchtlingen, die am Dienstag und Mittwoch in Rohrdorf ankamen, glücklicherweise noch keinen einzigen positiven Test gegeben.

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