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Kosten bis zu 1,4 Millionen Euro

Ortsdurchfahrt Pfaffenhofen: Gemeinderat Schechen stimmt trotz schwieriger Kostenprognose zu

Die lange Gerade in Pfaffenhofen soll durch einen begrünten Straßenteiler unterbrochen werden. Auch in Hinblick auf die Schulwegsicherheit soll damit die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer reduziert werden.
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Die lange Gerade in Pfaffenhofen soll durch einen begrünten Straßenteiler unterbrochen werden. Auch in Hinblick auf die Schulwegsicherheit soll damit die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer reduziert werden.
  • VonKatharina Heinz
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Der Gemeinderat Schechen hat die Neugestaltung der Pfaffenhofener Ortsdurchfahrt gebilligt. Der Planer geht von Netto-Kosten bis zu 1,4 Millionen Euro aus. Da sind die Planungskosten und die Trinkwasserleitung noch nicht mit dabei. Allerdings herrschten bei vielen Baustoffen derzeit Spekulationspreise

Schechen – In der Sache war man sich nahezu einig, nur die Kosten sind noch ein Knackpunkt: Erneut stand im Schechener Gemeinderat die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Pfaffenhofen auf der Tagesordnung. Planer Anton Huber ging nun mit den Gemeinderatsmitgliedern die in die Tiefbauplanung eingearbeiteten Änderungen durch.

Größter Diskussionspunkt bisher war die Straßenbreite. Ursprünglich war eine Reduzierung auf fünf Meter vorgesehen. Das sorgte für scharfe Kritik, weil einige Gemeindevertreter fürchteten, gerade beim Begegnungsverkehr mit landwirtschaftlichen Maschinen könnte es eng werden. Nun berichtete der Planer, dass er beim Amt für ländliche Entwicklung – welches für eine Förderung die Planung absegnen muss – eine Straßenbreite von sechs Metern durchgebracht habe. „Der Leiter der Abteilung hat das zähneknirschend akzeptiert“, sagt Huber. Es gebe eine mündliche Zusage.

Busunternehmer kritisiert „Schlenker“

Sonst war die Planung weitestgehend unstrittig. Sie umfasst Verschwenkungen am Ortsein- und Ausgang, um die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer zu reduzieren. Die Geh- und Radwege befinden sich im Zentrum auf beiden Fahrbahnseiten, an den Ausgängen jeweils nur an einer Seite. Beim Wirt ist eine Überquerungshilfe angedacht. Zu der dort vorgesehenen Situation der Bushaltestellen hatte Gemeinderatsmitglied Stefan Brüchmann (Parteifreie Bürger) einen Einwand. Der Busunternehmer kritisierte, dass er mittags immer den Schlenker um die Kirche fahren muss, um die Schulkinder aussteigen zu lassen.

„Wenn man schon etwas neu plant, kann man da doch auf beiden Seiten der Straße einen Bushalt hinmachen“, meinte er. Die anderen Busunternehmen hätten sich den „Schlenker“ aber ausdrücklich gewünscht, berichtete Planer Huber. Für sie soll diese Praxis beibehalten werden. Dennoch spreche nichts dagegen, am Eingang der Kirchgasse auf beiden Straßenseiten eine Bushaltestelle zu errichten. Es wurde so in die Planung aufgenommen.

Der Bereich der Kreuzung zur Kastenfeldstraße soll durch die Neugestaltung eine Platzqualität bekommen. Er soll mit gesägtem Granit gepflastert werden. Dieses ist laut Planer griffig und leise beim Befahren. Die Straße wird asphaltiert. Hier soll nur die Tragschicht abgefräst und erneuert werden, die untere Schicht bleibt erhalten.

Das hat auch finanzielle Gründe. Denn der dort vorhandene Teer sei in der Entsorgung sehr kostspielig, so Huber. Die Geh- und Radwege könnten in einem „gehobenen Betonstein“ gestaltet werden, welches auch vorab gemustert werden könne.

Auch eine neue Straßenentwässerung ist vorgesehen – Kostenpunkt etwa 180.000 Euro. Das, so der Planer, sei deutlich günstiger als eine Renovierung der vorhandenen Anlage mit einer Summe von rund 220.000 Euro. Eine neue Wasserleitung soll ebenfalls verlegt werden – deren Kosten werden bei einer Förderung aber nicht einbezogen.

Diskutiert wurde der Bereich an der ehemaligen Raiffeisenbank. Es ging um die Frage: Fahrbahnteiler – ja oder nein? Bürgermeister Stefan Adam (CSU) erklärte, dass der aktuell vorgesehene Teiler eine falsche Sicherheit vermitteln würde. Denn er sei nur einen Meter breit, daher könne man mit einem Kinderwagen oder Fahrrad darauf nicht ungefährdet stehen bleiben. Doch es gebe auch ein Argument dafür: Denn das Element auf der Straße durchbreche die lange Gerade der Straße und wirke damit geschwindigkeitsreduzierend.

Sabine Altendorfer (CSU) war überzeugt: „Wir sollten da schon was machen, um den Verkehr zu beruhigen, denn an der Bushaltestelle dort stehen oft Kinder.“ Volker Schmidt (SPD/ÜW) sprach sich für den Straßenteiler aus. „Man geht doch eh auf einmal, denn so viel Verkehr ist dort nicht mehr. Keiner bleibt da stehen!“ Die Grüninsel sei aber eine sichtbare Barriere.

Bürgermeister Adam schlug daher vor, den Straßenteiler nicht als Querungshilfe mit Pflaster, sondern komplett als Grünfläche zu konzipieren. Der Vorschlag wurde so in die Planungen aufgenommen.

Damit kam Planer Huber zu den Kosten. 1,4 Millionen Euro, netto, ohne Planungskosten und ohne Trinkwasserleitung, wenn man die aktuellen Preise zugrunde legt. Allerdings, so betonte er, seien Kosten derzeit schwer zu kalkulieren. Bei vielen Baustoffen herrschten Spekulationspreise, da sie nicht verfügbar oder gehortet würden.

Schwer zu prognostizieren sei auch die Höhe die Förderung. Man wisse nicht, ob man in ein europäisches Förderprogramm komme – hier könne man mit bis zu 80 Prozent Förderung rechnen. Oder ob es das bayerische Programm über das Amt für ländliche Entwicklung mit rund 60 Prozent Förderung werde. Hier wiederum stehe derzeit nicht fest, über welchen Haushalt die Behörde verfüge.

Fertigstellung schon im Herbst 2021

Huber zeigte sich aber zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können. Ab Januar könne man ausschreiben, ab April bauen, im Oktober oder November fertig werden. „Das ist mir zu knapp“, sagte Josef Weber (CSU) zu der engen Zeitspanne zwischen Ausschreibung und Baubeginn. Sollte man sich da nicht einen Puffer verschaffen, um bessere Angebote zu bekommen, fragte er. Hier berichtete Planer Huber von derzeit gegenteiligen Erfahrungen: Die Angebote seien aktuell günstiger, wenn diese Zeitspanne kurz sei. „Die Tendenz ist: langfristige Angebote sind für die Firmen derzeit riskant“, betonte er.

Für Dr. Florian Zeller (CSU) klang das alles etwas vage. „Anhand welcher Annahmen stimmen wir denn jetzt ab?“, wollte er wissen. Daraufhin wurde im Beschluss die aktuelle Kostenschätzung von 1,4 Millionen Euro plus Planungskosten zumindest als Anhaltspunkt festgehalten. Die Planung wurde auch nur vorbehaltlich eines Förderbescheids gebilligt.

Damit konnte alle Gemeinderatsmitglieder leben und stimmten einstimmig dafür.

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